Zulässiges Gesamtgewicht

Aktion gegen Überladung: Polizei wiegt Fahrzeuge in Hüsten

Auf dem Bildschirm ihres Laptops wird der Arnsberger Polizeibeamtin Susanne Köhler das Gewicht von ziehendem Fahrzeug sowie vom Anhänger angezeigt.

Auf dem Bildschirm ihres Laptops wird der Arnsberger Polizeibeamtin Susanne Köhler das Gewicht von ziehendem Fahrzeug sowie vom Anhänger angezeigt.

Foto: Martin Schwarz

Hüsten.  Polizei kontrolliert das zulässige Gesamtgewicht von Lkw, Pkw mit Campingwagen und Wohnmobilen, um Unfälle durch Überladung zu verhindern

Eine Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts bei voll beladenem Campingwagen oder Wohnmobil ist schnell passiert, wenn zu viel Gepäck mit auf die Reise genommen wird. Das neu entstandene Gesamtgewicht des Fahrzeugs ist allerdings oft schwer zu schätzen. So machte der Verkehrsdienst der Arnsberger Polizei am Donnerstagmorgen Caravan- und Wohnmobilfahrern das freiwillige Service-Angebot, das Gewicht ihrer Fahrzeuge messen zu lassen.

Doch das Angebot blieb bei den Campingfreunden weitgehend unbekannt. Auch das Regenwetter trieb kaum Camper auf die Straße. An der Notwendigkeit von Kontrollen ließ allerdings der Arnsberger Polizeibeamte Elmar Schriek, der am Donnerstagmorgen zusammen mit zwei Kollegen die Wiegeaktion auf dem Hüstener Kirmesplatz durchführen wollte, keinen Zweifel.

Unfallgefahr durch verändertes Fahr- und Bremsverhalten

Polizeioberkommissar Schriek verwies auf die Unfallgefahren durch verändertes Fahr- und Bremsverhalten eines überladenen Fahrzeugs. Deshalb würden Streifenwagenbesatzungen überladene Fahrzeuge - seien es nun Lkw oder Campingwagen oder Wohnmobile - konsequent von der Straße winken, wenn schon nach Augenschein ein überladenes Fahrzeug auffällig wird.

Die Polizeiwache Hüsten hatte am Donnerstagmorgen eine mobile Radlastwaage auf dem Kirmesplatz aufgebaut. Diese Waage bestand aus einigen speziellen Matten, die mit einer besonderen Technik das Gewicht von ziehendem Fahrzeug und Anhänger und auch das Gewicht auf einzelnen Achsen anzeigen kann. Eine solche Messung kommt besonders bei Langholz-Transportern in Betracht.

Mangels Camper nutzten die drei Beamten die Radlastwaage auch dazu, auch mal einen Kleintransporter mit Anhänger zu kontrollieren.

„Doch hier ist alles in Ordnung“, sagte Polizeioberkommissarin Susanne Köhler beim Blick auf den Bildschirm ihres Laptops. Denn bei Überfahrt über die speziellen Matten wurden die einzelnen Gewichte von ziehendem Fahrzeug und Anhänger angezeigt und mit den zulässigen Gesamtgewichten von Fahrzeug und Anhänger, die in den Fahrzeugscheinen stehen, verglichen. Es gab in diesem Fall aber keine Beanstandungen.

Umfangreicher Bußgeldkatalog

Wenn das zulässige Gesamtgewicht tatsächlich überschritten wird, droht ein Verwarnungs- oder Bußgeld, das je nach prozentualer Höhe des überschrittenen zulässigen Gesamtgewichts berechnet wird. Wenn das gemessene Gesamtgewicht eines Fahrzeugs mit Anhänger über 2 Tonnen 2 bis 5 Prozent über dem zulässigen Gesamtgewicht liegt, wird ein Verwarnungsgeld von 30 Erro fällig. Bei Überschreitung von mehr als 5 Prozent sind 80 Euro Bußgeld zu zahlen. Hinzukommt ein Punkt in „Flensburg“.

Bei mehr als 10 Prozent Überschreitung sind 110 Euro, bei mehr 15 Prozent Überschreitung 140 Euro, bei mehr als 20 Prozent 190 Euro, bei mehr 25 Prozent 285 Euro und bei mehr als 30 Prozent 380 Euro fällig -mit jeweils einem Strafpunkt in Flensburg.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben