Lichttechnik

Neheim: Bei BJB endet Geschäftsführer-Ära von Dieter Henrici

BJB-Geschäfstführer Dieter Henrici in der Kunststoffspritzerei des Neheimer Werks

BJB-Geschäfstführer Dieter Henrici in der Kunststoffspritzerei des Neheimer Werks

Foto: Martin Schwarz / WP

Neheim.  Dieter Henrici gibt zum Jahresende 2019 sein Amt als Geschäftsführer ab. Er leitete 56 Jahre das Unternehmen.

Mehr als ein Drittel der 152-jährigen Geschichte des Neheimer Traditionsunternehmens Brökelmann Jaeger Busse (BJB) hat Dieter Henrici als Geschäftsführer mitgeprägt. Nun will der 82-jährige Neheimer Unternehmer aus Altersgründen kürzer treten und beendet zum Jahresende 2019 seine 56-jährige Geschäftsführertätigkeit. Der langjährige BJB-Chef wechselt in den Beirat. Auch ist er weiterhin BJB-Gesellschafter.

Ein leidenschaftlicher Unternehmer wie Dieter Henrici verschwindet aber nicht ganz von der BJB-Bühne: „Zwar nicht mehr täglich, aber etwa dreimal in der Woche werde ich noch in mein Büro kommen. Man wird mich auch 2020 noch im Werk sehen“, lächelt Dieter Henrici im Gespräch mit unserer Zeitung. Schnell merkt man: BJB ist sein Lebenswerk, umso mehr betrübt ihn das schwierige Fahrwasser, in das das lichttechnische Unternehmen geraten ist, seitdem die LED-Technologie die Lichttechnik revolutionierte und konventionelle Leuchtmittel-Fassungen immer weniger gefragt waren. In der Blütezeit des Unternehmens sagte Dieter Henrici über BJB als weltgrößten Leuchtmittel-Fassungshersteller: „Wir produzieren so viele Fassungen. Ich träume schon davon.“

In der Licht- und Leuchtenbranche gut vernetzt

Da BJB alle namhaften Leuchtenhersteller mit Lichttechnik im In- und Ausland beliefert, kannte und kennt Dieter Henrici seit vielen Jahren die großen Player in der Licht- und Leuchtenbranche. Er hat sich in der Licht- und Leuchtenbranche gut vernetzt. Etwa 30 Jahre gehörte er dem Fachverband Licht im „Zentralverband der Elektro- und Elektronikindustrie (ZVEI)“ Deutschland an.

Über Verbands- und Gremienarbeit versuchte BJB in der LED-Technologie weltweite Standards für lichttechnische Elemente zu fixieren, was aber auf globalen Märkten sehr schwierig ist. Dieter Henrici nur bei BJB und in der Licht- und Leuchtenbranche zu verankern, wäre aber zu kurz gegriffen. Rund 20 Jahre war er Präsident der IHK Arnsberg, etwa 30 Jahre gehörte er dem Vorstand des heimischen Unternehmensverbands Südöstliches Westfalen (heute Westfalken-Mitte) an.

Den BJB-Mitarbeitern bleibt der Senior-Chef als Unternehmer in Erinnerung, der beim Gang durchs Werk auch das persönliche Gespräch mit einzelnen Mitarbeitern suchte und diese dabei auch oft mit ihrem Namen ansprechen konnte. „Etwa 80 Prozent unserer Mitarbeiter kenne ich mit Namen“, erzählt Henrici. Umso schwerer fiel es ihm dann, in den vergangenen Jahren Personal abzubauen. Das zögerte er mit Minusstunden im Jahresarbeitszeitkonten und „Leben von der Substanz bei rückläufigen Erträgen“ so lange raus, bis es nicht mehr ging.

Mit Dieter Henrici wird ein sozialer Unternehmer bei BJB ausscheiden, den schon vor Jahren die Stadt Arnsberg mit der Ehrenbürger-Würde ausgezeichnet hatte.

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