CHOR

So will Michael Kather den MGV Mellen retten

Auftritt des MGV Mellen: Der Chor geht schwierigen Zeiten entgegen.

Auftritt des MGV Mellen: Der Chor geht schwierigen Zeiten entgegen.

Foto: Alexander Lück / WP

Mellen.  Michael Kather gab den Vorsitz beim MGV Mellen ab. Ein Nachfolger fand sich nicht. Ist der Verein noch zu retten?

Der MGV Eintracht Mellen muss sich neu erfinden. Der bisherige Vorsitzende Michael Kather (55) gab es dran. Ein Nachfolger war nicht zu finden. Trotzdem sieht Michael Kather den mehr als 125 Jahre alten Chor nicht am Ende. Vielmehr arbeitet er an einem Neuanfang.

Mehr als 25 Jahre singt Michael Kather beim MGV, zunächst als einfacher Sänger. Zunächst hatte er als Schriftführer und Inventarverwalter amtiert. Dem Vereine stand er lange vor, neun Jahre als erster Vorsitzender.

Gern erinnert sich an die Fahrt nach Graz zur Chor-Olympiade, die ganze Stadt voller Sänger, die ganze Stadt voller Zuhörer. „Ich habe die Fahrt als Schriftführer mitorganisiert“, resümiert Michael Kather, „das war herausragend.“ Die Partnerinnen waren mit dabei. Vergangenheit, vorbei.

Warum entschied sich Michael Kather für einen Rückzug? Herrschte bei Eintracht Zwietracht? Keineswegs. „Ich habe keinen Streit gehabt“, betont Michael Kather im Gespräch mit der WESTFALENPOST: „Die Belastung – privat wie beruflich – hat einfach nicht mehr gepasst.“ Der ehemalige Vormann der Sängerschar hatte sich neben dem Vorsitz auch noch um die Probenarbeit gekümmert. Der Schriftverkehr kam obendrauf. „Das war so nicht mehr leistbar“, sagte Michael Kather.

Weniger Bewerber fürs Ehrenamt

Dazu kommt: Die Mitgliederzahl des Chores schrumpft, zumal ein Gutteil der Sänger ein gesegnetes Alter erreicht hat. Weniger Sänger bedeutet zugleich weniger Bewerber fürs Ehrenamt.

Wie geht es für Michael Kather im Verein weiter? „Ich bleibe weiterhin Sänger, auch aktiver Sänger“, betonte er. „Es tut mir leid für den Verein. Ich habe die Arbeit gerne gemacht. Ich unterstützte den Verein weiterhin, aber nicht mehr in erster Reihe.“

Wie geht’s weiter mit dem Verein? „Wir streben eine Rechtsberatung an“, kündigt Michael Kather an, „es sieht so aus, dass der Verein umgewandelt wird in einen nicht-rechtskräftigen Verein. Das ist allerdings mit einer außerordentlichen Versammlung verbunden, die eine Satzungsänderung beschließen muss. Außerdem muss die Änderung im Vereinsregister angemeldet werden.“ Ein nicht-rechtskräftiger Verein käme mit einem verkleinerten Vorstand aus – und die Steuervorteile bleiben dem MGV erhalten.

Welches Ziel verfolgt der MGV? „Wir wollen weiterhin singen“, sagt Michael Kather, „die großen Fahrten werden wohl nicht mehr stattfinden, auch am Martinsmarkt können wir uns, wie bereits im vergangenen Jahr, nicht mehr beteiligen. Wir wollen aber nach wie vor zu Sängerfesten, und auch unsere Termine im Dorf wollen wir wahrnehmen.“

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