Straßengebühren

Bochum: Anwohner zahlen für Straßenbau in Langendreer mit

Bald rückt schweres Gerät an der Ottilienstraße in Bochum-Langendreer an: Nach der Kanalerneuerung werden auch Straße und Gehwege neu gemacht.

Bald rückt schweres Gerät an der Ottilienstraße in Bochum-Langendreer an: Nach der Kanalerneuerung werden auch Straße und Gehwege neu gemacht.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer.  Die Ottilienstraße in Bochum-Langendreer wird zur Baustelle. Kanal- und Straßenbau stehen an. Dafür werden auch die Anwohner zur Kasse gebeten.

Die Ottilienstraße in Bochum-Langendreer wird in Kürze für ein gutes halbes Jahr zur Baustelle. Die Stadt muss den Kanal von 1925 erneuern und macht dann die Straße – ohnehin ein Flickenteppich – und die Gehwege gleich mit. Für die Anwohner hat das zeitweise Vollsperrungen zur Folge – und auch finanzielle Auswirkungen. Denn für die Baumaßnahme werden Straßengebühren fällig.

Stadt Bochum erneuert in Langendreer Kanal und Straße – auch zulasten der Anwohner

Wie viel jeder Grundstücksbesitzer gemäß Kommunalem Abgabengesetz (KAG) zahlen muss, war lange unklar. Seit Donnerstagnachmittag herrscht jedoch Klarheit. Nachdem die betroffenen Anwohner eine lange Liste mit Fragen, die ihnen auf den Nägeln brennen, an die Bezirksvertretung geschickt hatte, lud Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD) Uwe Herker vom Tiefbauamt ein, um die Unsicherheit vor Ort zu beenden.

Und es scheint letztlich auch weniger dramatisch, als wohl von vielen befürchtet. „Der Straßenbau wird so in etwa mit 380.000 Euro zu Buche schlagen, 60 Prozent davon sind beitragsfähig“, sagt Herker. Mache also 228.000 Euro. Davon übernehme das Land die Hälfte, also 114.000 Euro. Und von den restlichen 114.000 Euro, so Herker, entfielen 83.000 Euro auf die Stadt – wegen Lessing-Gymnasium und Amtshaus. „Am Ende liegen wir bei etwa 4,50 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche.“

Hinzu kommen noch 60 Prozent KAG-Beiträge für den Kanalbau (159.900 Euro). Herker: „Auch hier beteiligt sich das Land, so dass am Ende für die Anwohner rund 1,80 Euro pro Quadratmeter Grund übrig bleiben.“ Addiert käme man also auf 6 bis 6,50 Euro pro Quadratmeter, was laut Grundstücksgrößen Herker zufolge bei den meisten auf eine Summe von 2500 bis 3000 Euro hinauslaufe.

Anwohner bekommen auf Wunsch die Einfahrt verbreitert

Für das Geld erhalten die Anwohner dann nicht nur einen neuen Kanal und eine neue Straßendecke, sondern auf Wunsch auch breitere Einfahrten. „Das bieten wir im Zuge dieser Baumaßnahme mit an“, sagt Uwe Herker. Die Gehwege werden zur Straße hin verbreitert, damit die Bäume mehr Raum zur Entfaltung haben. Platz genug für Begegnungsverkehr bliebe aber. „Die Straße ist jetzt 7 Meter breit und künftig noch immer 6,50 Meter. Das reicht auch, um weiterhin an einer Seite parken zu können“, sagt Uwe Herker.

Dass auch die Schule viel Verkehr anzieht und dieser mit für die Straßenschäden verantwortlich ist, hat leider keine mildernde Auswirkung auf die KAG-Beiträge der Nachbarn. „Das Problem mit den Elterntaxis sehen wir aber auch“, sagt Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche. Anfang Februar in der Verkehrskommission der Bezirksvertretung soll das Thema auf den Tisch – für den gesamten Osten.

Vielleicht wird dann auch ein weiter Knackpunkt angesprochen: Ein Anwohner berichtet davon, dass viele Autofahrer die Ottilienstraße gerne als Abkürzung nutzen, wenn sie auf der Unterstraße an der Straßenbahn nicht vorbeikommen. Busche: „Wir werden sicher auch eine Entschärfung der Situation durch eine veränderte Verkehrsführung diskutieren.“

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