Neujahrsempfang

Bochum: Kunstmuseum eröffnet Haus für die eigene Sammlung

Neujahrsempfang im Kunstmuseum Bochum: Museumsdirektor Hans Günter Golinski bei seiner Begrüßungsansprache im voll besetzten Museumsforum.

Neujahrsempfang im Kunstmuseum Bochum: Museumsdirektor Hans Günter Golinski bei seiner Begrüßungsansprache im voll besetzten Museumsforum.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum.  Das Museum Bochum hat 2020 viel vor. Am 3. April wird die Ausstellung der eigenen Sammlung in der renovierten Villa Marckhoff-Rosenstein eröffnet.

2020 wird für das Kunstmuseum Bochum ein wichtiges Jahr: Am 3. April eröffnet in der benachbarten Villa Marckhoff-Rosenstein der Ausstellungsbereich für die eigene Sammlung, gleichzeitig wird der 60. Geburtstag des Bochumer Kunsthauses gefeiert. Beim Neujahrsempfang gab sich Direktor Hans Günter Golinski entsprechend optimistisch.

Über 200 Gäste beim Neujahrsempfang in Bochum

Der Empfang im Museumsforum war ausnehmend gut besucht, die beinahe komplette Kulturszene machte dem Kunstmuseum ihre Aufwarten, von Kulturdezernent Dieckmann über die Museumsgesellschaft bis zu frei arbeitenden Künstlern waren über 200 Gäste erschienen. Die erste unter Gleichen kam allerdings von außerhalb: Karola Geiß-Netthöfel, Direktorin des Regionalverbandes Ruhr RVR, überbrachte die „Grüße des Ruhrgebiets“.

Regionaldirektorin Geiß-Netthöfe lobt Bochum

Sie sei dem Bochumer Haus seit langem verbunden, sagte Geiß-Netthöfel. Besonders hob sie die bevorzugte Rolle hervor, die das Kunstmuseum beim Aufbau des Netzwerks „Ruhr Kunst Museen“ zur Kulturhauptstadt 2010 gespielt hatte – und heute noch spielt. „Dieser Netzwerk-Gedanke wurde von anderen Institutionen des Ruhrgebiets später aufgenommen, etwa im Verbund der Ruhr-Bühnen oder des Literaturzentrums Ruhr“, spendete die Regionaldirektorin Lob an das Museums-Team um Direktor Golinski.

Der Museumsleiter, der Ende des Jahres in den Ruhestand treten wird, gab einen kurzen Ausblick auf die bevorstehenden Ereignisse. Zentral, wie gesagt, ist die Neueröffnung der komplett sanierten und umgebauten Villa Marckhoff-Rosenstein zu einem Ort für die Ständige Sammlung des Museums, die Schätze von der klassischen Moderne über Kasimir Malewitsch und Francis Bacon bis zu Andy Warhol und Joseph Beuys umfasst – und die in großen Teilen ein Keller-Dasein fristet.

In drei Monaten kommt der große Tag

Denn der 1980 erstellte Museums-Neubau war auf Wechselausstellungen und den Aspekt der Begegnung ausgelegt; die hochwertige Eigenkollektion konnte so immer nur in Teilen präsentiert werden. Nun hofft das Museum auf weitere überregionale Ausstrahlung, die die Ständige Sammlung bringen soll. „Die Ausbauarbeiten in der Villa Marckhoff-Rosenstein laufen im Zeitplan“, sagte Golinski. In drei Monaten komme der große Tag der Eröffnung, an dem nicht nur die Stadt Bochum, sondern auch die Kunst- und Museumsgesellschaft ihren Anteil habe. Zumal durch deren private finanzielle Unterstützung konnte das Großvorhaben gestemmt werden.

Künstlerisch geht es im Museum Anfang Februar mit der Fotoausstellung zum Vonovia-Award zum Thema „Zuhause“ weiter, im Herbst folgt eine weitere Foto-Ausstellung, die Stefan Hunstein gestaltet. Der arrivierte Schauspieler, aktuell Ensemblemitglied am Schauspielhaus, setzt als Fotokünstler seit Jahrzehnten auch außerhalb seines Bühnenlebens Akzente; er ist Träger des Deutschen Photopreises (1991) und gestaltete zahlreiche Einzelausstellungen in mehreren Ländern Europas.

In Aussicht gestellt ist dem Museum eine Schenkung aus dem Nachlass des Künstlers Heinz Breloh (1940-2001), dessen Skulptur „Lebensgröße Dresden“ 2018 auf dem Platz vor dem Museum aufgestellt worden war. Nun wird die Plastik um ein großes zeichnerisches Konvolut des Künstlers bereichert, das 2020 öffentlich präsentiert werden wird. „Wir werden damit erneut einen großen Heinz Breloh-Schwerpunkt setzen“, so Hans Günter Golinski.

Zu Lebzeiten Brelohs hatte bereits dessen größte Einzelausstellung 1998 im Kunstmuseum Bochum stattgefunden.

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