Schreibwerkstatt

Bochumer Nachwuchsautorinnen meistern erste Lesung

Sieben Autorinnen konnten sich an zehn Workshoptagen kreativ ausleben. Das Ergebnis finden sie jetzt in einem Buch. Mit Tipps versorgt hat sie der Autor Sascha Pranschke.

Foto: Klaus Pollkläsener

Sieben Autorinnen konnten sich an zehn Workshoptagen kreativ ausleben. Das Ergebnis finden sie jetzt in einem Buch. Mit Tipps versorgt hat sie der Autor Sascha Pranschke. Foto: Klaus Pollkläsener

Langendreer.   Die Schreibwerkstatt „Geschichten aus dem Blätterwald“ feiert ihr Finale. Die Texte der sieben jungen Autorinnen sind grundverschieden.

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Sieben junge Autorinnen saßen am Montag gespannt in der Bücherei Langendreer. Die Nervosität war ihnen allen anzumerken. In den letzten Monaten waren sie immer wieder hier zusammengekommen, um gemeinsam an der Schreibwerkstatt „Geschichten aus dem Blätterwald“ teilzunehmen. Nun war der große Moment endlich da: Die 10- bis 13-Jährigen durften ihre erste öffentliche Lesung abhalten.

In zehn Sitzungen hatten sie zusammen mit dem Dortmunder Autor Sascha Pranschke gelernt, wie man einen guten Text schreibt. „Wir durften uns entscheiden, ob wir eine Geschichte oder mehrere schreiben wollen“, sagt die zehnjährige Maja. Nur einen Anfang, einen Mittelteil oder ein Ende zu verfassen, war ebenfalls möglich.

In jeder Stunde gab es Tipps

In jeder Sitzung gab Pranschke ein paar Inspirationen und Tipps. Eine Methode, die den jungen Autorinnen vermittelt wurde, war beispielsweise die Möglichkeit, aus Altbekanntem Neues zu kreieren: „Sascha hat uns gezeigt, wie wir aus zwei Wörtern ein neues Tier schaffen, zum Beispiel den Flugwolf“, sagt Sophie (10). Der Flugwolf kam dann tatsächlich auch in einer Geschichte der Teilnehmerin Pari vor.

Was vielen der Kinder positiv in Erinnerung blieb, war das Redigieren. Denn der Autor konnte den Nachwuchskünstlerinnen gekonnt vermitteln, dass ein Text meist besser wird, wenn man ihn nach dem Schreiben noch einmal überarbeitet.

Dass sich überhaupt so viele Schreiberinnen gefunden haben, ist keine Selbstverständlichkeit: „Das ist ein schwieriges Alter. Viele Leser verlieren wir in der Pubertät“, so Büchereileiterin Susanne Grimberg.

Teilnehmerinnen hatten viele Ideen

Doch der Versuch in Langendreer klappte, schnell waren die Teilnehmer gefunden. Und die waren mit Feuer und Flamme dabei: „Die Mädels sind besonders lebhaft“, resümiert Sascha Pranschke. Bei der Lesung klappte dann alles wie am Schnürchen – trotz Nervosität. Die Geschichten, die beim Workshop entstanden sind, hätten verschiedener nicht sein können. Da gab es die Geschichte von Maja, die davon handelt, dass sich ein Kind an Weihnachten Schnee wünscht, Lillis Geschichtenanfang von einem blinden Mann, der im Traum sehen kann oder die Kurzgeschichte von Jule, die von einer verfluchten Puppe handelt.

Das Publikum war begeistert: „Ich war von allen beeindruckt“, erzählt Gerald Sartisson. Er habe die Geschichte seiner Tochter Lilli zuvor nicht gekannt und sich überraschen lassen. Was für eine Kreativität in den Köpfen der jungen Künstlerinnen schlummert, davon war er besonders überrascht. Zum Abschluss des Projekts bekamen alle Teilnehmerinnen noch ihre Geschichten zu einem kleinen Heft zusammengebunden überreicht.

>>> Workshop wurde vom Land gefördert


Der Workshop war Teil der Initiative „Schreibland NRW“.

Gefördert wurde das Projekt vom Verband der Bibliotheken des Landes NRW e.V., dem Literaturbüro NRW und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW.

Eine Wiederholung des Projektes im nächsten Jahr ist nicht ausgeschlossen.

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