Baugebiet

Bochumer Initiative übergibt Bauministerin Protestschreiben

Die Initative Gerthe West protestierte am Montagmorgen vor dem Amtshaus Gerthe, wo die Bauministerin Ina Scharrenbach eine Fördervereinbarung für das geplante Neubaugebiet unterzeichnete.

Die Initative Gerthe West protestierte am Montagmorgen vor dem Amtshaus Gerthe, wo die Bauministerin Ina Scharrenbach eine Fördervereinbarung für das geplante Neubaugebiet unterzeichnete.

Foto: Sebastian Sternemann

Bochum-Gerthe.   Die Bürgerinitiative Gerthe-West demonstriert gegen ein geplantes Neubaugebiet. Ministerin Scharrenbach unterzeichnet eine Fördervereinbarung.

Mehrere Dutzend Baugegner scharrten sich am Montagmorgen trotz eisiger Kälte am Eingang des Amtshauses Gerthe zusammen. Bei der Ankunft von Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) reckten sie ihre Protestschilder in die Höhe. Die Initiative „Gerthe-West – so nicht!“ nutzte den Besuch aus Düsseldorf, um ihre Argumente gegen das Neubaugebiet zu untermauern.

Die Teilnehmer überreichten ihr ein Protestschreiben. Sprecher Carsten Krinke: „Inzwischen haben wir 2038 Unterschriften gesammelt.“ Bis zu 800 neue Wohnungen sollen in Gerthe und Hiltrop neu gebaut werden; zu viel, findet die Initiative, die stattdessen auf Sanierung von Altbauten setzt.

Die Ministerin war nach Gerthe gekommen, um gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) die Fördervereinbarung zu unterzeichnen. Die Proteste haben sie nach eigenem Bekunden überrascht: „Es irritiert mich, dass Bürger versuchen, hier eine neue Entwicklung zu verhindern. Aber klar ist, mit jeder Veränderung sind Sorgen verbunden.“

17,4 Millionen Euro an Landesbürgschaft

17,4 Millionen Euro sind über eine Landesbürgschaft abgesichert. So sollen der Ankauf der Flächen – nicht alle sind in städtischem Besitz –, Planungsleistungen, Erschließung und Vermarktung finanziert werden. Damit ist Bochum ins Landesprogramm „Kooperative Baulandentwicklung“ aufgenommen. „NRW. Urban“ wird die 13 Hektar große Fläche entwickeln. Geschäftsführer Ludger Kloidt: „Wer später bauen wird, steht noch längst nicht fest.“

Sicher ist, dass das neue Wohngebiet viel Grün erhalten soll, auch ein Teich könnte das Wohngebiet bereichern. Es erstreckt sich vom ehemaligen Kirmesplatz am Castroper Hellweg auf Höhe der Heinrichstraße über weitgehend unbebaute Flächen bis zur „Hiltroper Landwehr“ und von dort östlich der Straße „Am Hillerberg“ weiter bis über die Sodinger Straße hinaus.

Im Südwesten grenzt an das Plangebiet der Volkspark Hiltrop, der bereits durch einen schmalen Fußweg entlang des ehemaligen Kirmesplatzes mit dem Castroper Hellweg im Bereich der Heinrichstraße verknüpft ist. Im Planungsgebiet befinden sich das Krankenhaus, die Kitschbude, die katholische Kirche und die Wildnis für Kinder.

An einem Dialog interessiert

Hochwasserschutz und Verkehrsführung werden in den ca. zwei Jahre dauernden Planungsprozess eingespeist. Neu ist, dass die Bewohner mehrfach eingebunden werden. Oberbürgermeister Eiskirch: „Vor Beginn des Prozesses wollen wir eine Bürgerbeteiligung und Workshops, und während der Planung erneut. Das werden wir künftig bei allen großen Baumaßnahmen machen.“

Nach der Unterzeichnung der Dokumente nahm sich Thomas Eiskirch Zeit für die Initiative. Carsten Krinke: „Wir sind an einem konstruktiven Dialog interessiert. Das Angebot weiterer Gespräche nehmen wir gerne an und begrüßen die neue Form der Bürgerbeteiligung. Schade ist nur, dass hier bereits Fakten geschaffen wurden.“

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