Einbruch

Bochumer Papageienpark glaubt an Diebstahl auf Bestellung

Heike Mundt hofft, dass es den gestohlenen Papageien gut geht. An eine Rückkehr der Tiere glaubt sie nicht.

Heike Mundt hofft, dass es den gestohlenen Papageien gut geht. An eine Rückkehr der Tiere glaubt sie nicht.

Foto: Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services

Bochum.  Nach dem Einbruch in den Bochumer Papageienpark gibt es keine Spur von den zehn Tieren. Die Besitzer glauben an einen Diebstahl auf Bestellung.

„Ich kann nur hoffen, dass meine Lieblinge auch beim unrechtmäßigen Besitzer ein gutes Leben führen“: Zwei Wochen nach dem Einbruch in ihren Bochumer Papageienpark hat Heike Mundt kaum noch Hoffnung, die zehn gestohlenen Tiere wiederzubekommen. „Wir gehen von einem Auftragsdiebstahl aus. Vermutlich sind die Tiere längst außer Landes“, heißt es am Gersteinring. Die Polizei hat noch keine Hinweise auf die Täter.

Zwischen dem 28. und 29. Juli (Sonntag auf Montag) waren Diebe gewaltsam in den Papageienpark eingedrungen, den Heike Mundt (57) seit 14 Jahren unweit des Stadions an der Castroper Straße führt, nachdem sie zuvor ein Zoogeschäft in Herten leitete. Vermisst werden zwei hellrote Aras, zwei Doppelgelbkopfamazonen, ein Edelpapagei und fünf Weißbauchpapageien. „Es sind alles Tiere aus meinem persönlichen Bestand“, sagt Heike Mundt und empfindet einen „tiefen Schmerz“ über den Verlust.

Vögel wurden offenbar ausgekundschaftet

Sicher erscheint: Es waren Profis am Werk. Die zehn Ziervögel sind zuvor offenbar ausgekundschaftet und dann gezielt gestohlen worden. Für das Aufkneifen des Edelstahlgitters der Volieren benötigt man Spezialwerkzeug.

In der Szene ist bekannt, dass insbesondere im Nahen Osten hohe Beträge für Papageien gezahlt werden. Von vierstelligen Summen ist die Rede. Für eine „Großbestellung“ spricht auch, dass an dem Wochenende nahezu zeitgleich ähnlich hochwertige Papageien aus einem Vogelpark am Timmendorfer Strand an der Ostsee entwendet wurden.

Letzter Einbruch ist zehn Jahre her

Zwar warnt die Polizei davor, wildfremde Tiere auf der Straße zu kaufen. „Man sollte stets prüfen, woher die Ziervögel kommen“, sagt Sprecher Marco Bischoff. Dass die zehn Tiere aus dem Papageienpark in Deutschland angeboten werden, halten die Besitzer aber für unwahrscheinlich. Entsprechend gering sei die Chance, auf diesem Weg auf die Spur der Diebe zu kommen.

In dem Papageienpark werden rund 500 Tiere gezüchtet, gehegt, gepflegt und verkauft. Zuletzt war vor zehn Jahren eingebrochen worden. Damals wurde ein Kakadu gestohlen, der aber alsbald wieder auftauchte.

Dankeschön per Video-Botschaft

In einer aktuellen Video-Botschaft bedankt sich Heike Mundt für die „unglaubliche Anteilnahme“, die ihr und ihrem Team seit dem Einbruch entgegengebracht werde. Auch der Polizei gebühre großes Lob für ihre Arbeit. „Ich hoffe inständig, dass unsere Papageien zusammenbleiben“, sagt die Park-Chefin in ihrer Online-Botschaft und kämpft mit den Tränen.

Ein kleiner Trost bleibt den Tierfreunden am Gersteinring. In und rund um die aufgebrochenen Volieren gab es massive Blutspuren, mutmaßlich von den Tätern. „Ich hoffe“, sagt Heike Mundt, „dass meine Aras kraftvoll zugebissen haben.“

„Superstar“ Jacko blieb verschont

Schadlos überstanden hat den Einbruch der wohl populärste Bewohner des Papageienparks: Jacko. 2012 trällerte sich die singende Blaustirnamazone mit „Hänschen klein“ bis ins Finale der RTL-Show „Supertalent“. „Bochum zeigt Deutschland den Vogel“, lautete damals eine Schlagzeile. Jacko hatten die Diebe nicht auf der Liste. Ihm und allen anderen Papageien und Sittichen gehe es nach dem ersten Schrecken wieder prima, versichert Heike Mundt.

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