Sternentheater

Bochumer Planetarium verzeichnet 2017 Rekordbesuch

Das Planetarium wurde 1964 eröffnet. Einst allein der „Volksbildung“ verpflichtet, wurde die Satzung mit dem neuen Jahr um die Vereins-Schwerpunkte „Kultur“ sowie „Forschung und Wissenschaft“ erweitert

Foto: Ingo Otto

Das Planetarium wurde 1964 eröffnet. Einst allein der „Volksbildung“ verpflichtet, wurde die Satzung mit dem neuen Jahr um die Vereins-Schwerpunkte „Kultur“ sowie „Forschung und Wissenschaft“ erweitert Foto: Ingo Otto

Bochum.   2017 war das erfolgreichste Jahr in der über 50-jährigen Geschichte des Planetariums Bochum. Ein Gespräch mit Leiterin Dr. Susanne Hüttemeister.

Planetariums-Chefin Dr. Susanne Hüttemeister hat Grund zur Freude. Um 18.18 Uhr am 31. Dezember 2017 stand fest: Mit 268 872 Gästen hatte das Planetarium erstmals die Schallgrenze von einer Viertelmillion Besuchern in einem Jahr durchbrochen.

Hat Sie der Rekord überrascht?

Die Besucherzahl steigen ja schon länger kontinuierlich, aber das letzte Jahr war einzigartig. Selbst im schwächsten Monat, dem Mai, kamen noch 12 578 Besucher. Und dann das Jahresende! Zwischen Weihnachten und Neujahr war so gut wie jede Veranstaltung ausverkauft.

Was sind die Gründe für den Erfolg?

Zum Einen liegt es an dem super Einsatz, den das gesamte Planetariums-Team leistet. Immerhin 2323 Veranstaltungen wurden im letzten Jahr durchgeführt. Und dann ist es sicher die Vielfalt unserer Angebote, die die Besucher nach Bochum lockt.

Woher kommen die Gäste?

Wir sind Anlaufstelle für die gesamte Region, aber auch von großer überregionaler Bedeutung. Mehr als 85 Prozent der Besucher kommen nicht aus Bochum. Das Ruhrgebiet, aber auch das Rheinland und das Sauerland, sind stark vertreten.

Dabei hat sich das Angebot immer weiter von der klassischen astronomischen „Volksbildung“ weg entwickelt.

Der Vermittlung von Wissen über den Kosmos und seine Geheimnisse ist nach wie vor unser „Brot-und-Butter-Geschäft“. Diese Vorstellungen werden ja sehr regelmäßig angeboten, auch tagsüber. Aber es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass man im Planetarium auch am späten Abend kulturell ‘was erleben kann. Das Angebot reicht von musikalische Reisen in die Welt der Fantasie über Live-Hörspiele bis zu Live-DJ-Sets in unserer Reihe DJ & Space.

Das lockt vermutlich eine ganz andere Klientel?

Ja, und diese Abwechslung ist auch sehr wichtig. Denn wir müssen uns weiter entwickeln, um auch in Zukunft interessant zu bleiben. Inzwischen hat sich die Kuppel als Spielort für ganz unterschiedliche Veranstaltungen etabliert. Das soll noch ausgebaut werden.

Worum denken Sie dabei?

Es wird Abende von eher experimentellem Zuschnitt geben, das sind dann sicher keine Publikumsrenner, aber es stärkt unseren Anspruch, als Kultur-Institution Beachtung zu finden. Auch die Kooperation mit der Folkwang Hochschule wird ausgebaut. Hier erhalten die Studierenden Gelegenheit, audiovisuelle Soundscapes im Planetarium zu entwickeln. Der gemeinsame Nenner ist die Faszination, die mit dem Eintauchen in fremde Welten verbunden ist.

>>> INFO: Dezember war bestbesuchter Monat

  • Seit zehn Jahren steigert sich die Besucherzahl, 2017 übertraf das Rekordergebnis von 2016 noch einmal erheblich: mit 268 872 Gästen kamen 20 781 Besucher mehr als im Vorjahr.

  • Rekordmonat war der Dezember mit 32 417 Besuchern: Es war der publikumsstärkste Monat in der Geschichte des Planetariums, und der erste überhaupt mit mehr als 30 000 Zuschauern.

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