Bauprojekt

Bochumer Studenten-Wohnturm Basecamp wird nicht gebaut

So sollte das Basecamp unweit des Bochumer Hauptbahnhofs (links) aussehen. Nun wird es wohl nicht gebaut.

So sollte das Basecamp unweit des Bochumer Hauptbahnhofs (links) aussehen. Nun wird es wohl nicht gebaut.

Foto: WEG

Bochum.   Eigentlich sollte in zwei Jahren gegenüber dem Bochumer Hauptbahnhof ein Wohnturm mit Studentenwohnungen entstehen. Daraus wird nun nichts.

Das geplante Studentenwohnheim Basecamp am Hauptbahnhof wird nicht gebaut. Zumindest bis auf weiteres wird der Investor, die Basecamp Student GmbH, das 67 Meter hohe Appartement-Hochhaus nicht errichten. Das gaben Basecamp-Geschäftsführer Andreas Junius und Ralf Meyer, Geschäftsführer der Bochumer Wirtschaftsentwicklung (WEG), am Montag bekannt.

„Aufgrund der momentanen Baupreisentwicklung können wir das ambitionierte Projekt zurzeit nicht umsetzen“, so Junius. Er bedauere die Entscheidung sehr und könne sich eine Umsetzung des Projektes weiterhin vorstellen, wenn sich die Situation am Markt wieder entspanne. WEG-Geschäftsführer Ralf Meyer ist derweil zuversichtlich, für das Grundstück in bester Innenstadtlage auch einen alternativen Investor zu finden.

Herbe Enttäuschung für die WEG

Für den Geschäftsführer der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG), Ralf Meyer, ist der Rückzieher des Investors Basecamp eine herbe Enttäuschung. Nachdem es bislang lediglich eine Absichtserklärung von Unternehmen und WEG gegeben hatte, sollte demnächst eigentlich der Vertrag zwischen beiden Seiten geschlossen werden. Und das dies geschehen würde, schien aus Sicht der WEG außer Zweifel.

Schließlich hatte Basecamp bereits viel Geld in die Entwicklung des 21-geschossigen Gebäudes gesteckt: für Gutachten, einen Architektenauftrag und die Baugenehmigung. Umso überraschender kam aus Bochumer Sicht das Aus des Projekts.

In unmittelbarer Nähe zum Bochumer Hauptbahnhof sollte eigentlich der Grundstein für das Basecamp gelegt werden. Das Gebäude sollte Platz für mehr als 400 Studierende bieten. Auf insgesamt 18.400 Quadratmetern sollten unter anderem mehr als 400 Zimmer und 38 Küchen entstehen.

460 Pkw-Abstellplätze

Nun kommt es anders. Jedenfalls zum Teil. „Wir halten an unseren Plänen fest, das Grundstück zügig baureif zu machen“, betont WEG-Chef Meyer. „Auch unsere Parkhausentwicklung wird wie geplant vorangetrieben.“ Im Sommer soll das derzeit an der Ecke Universitätsstraße/Südring stehende Parkhaus P7 abgerissen werden. Die Suche nach einer ausführenden Firma hat bereits begonnen. „Ich habe schon gestern, als die Nachricht von dem Aus des Projekts verbreitet wurde, die ersten Anrufe von Interessenten erhalten“, sagt der WEG-Chef.

Parkhaus mit 460 Plätzen für Pkw

Etwa zehn Millionen Euro wird die WEG gegenüber dem Hauptbahnhof investieren, um das alte Parkhaus P7 abzureißen, ein neues mit einer Kapazität von 460 Pkw- und 175 Fahrrad-Stellplätzen zu errichten und zudem die Fläche vor dem Parkhaus baureif für den nächsten Investor zu machen. „Damit dort so schnell wie möglich begonnen werden kann“, so Meyer. Die Kosten für die Vorbereitung hole die WEG über den Kaufpreis für das Grundstück wieder herein.

Welche Funktion ein künftiges Hochhaus an der Universitätsstraße 1 haben wird, ist derweil noch völlig unklar. „Ich halte es nach wie vor auch für möglich, dass dort Studentenwohnungen entstehen“, sagt Meyer. Auch Büros, ein Hotel oder eine Mischnutzung seien möglich; nicht allerdings der Bau von Wohnungen.

Basecamp-Geschäftsführer Andreas Junius erklärt derweil, dass sich das geplante Projekt durch die Entwicklung der Baukosten nicht mehr rechnen würde. „Seitdem wir den Letter of Intent (Anm. d. Red.: Absichtserklärung) unterzeichnet haben, sind die Baupreise um 20 Prozent angestiegen. Sollten sie wieder fallen, wäre es gut möglich, dass wir doch in Bochum bauen.“ Sollte das Grundstück dann noch zu haben sein.

Basecamp entsteht in Dortmund

Der Bedarf nach Studentenwohnungen, so Junius, sei weiterhin hoch. In Dortmund beginne demnächst der Bau eines Basecamps, in Berlin sei er bereits im Gange, auch in Göttingen soll gebaut werden. Der Unterschied zu Bochum: „In den anderen Städten waren bereits Verträge unterschrieben und wir hatten Generalunternehmer gefunden, die Preise waren fix.“ In Bochum nicht.

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