Kunstprojekt

Bulgarin malt mit Bochums Goethe-Schülern ein 40-Meter-Bild

Die bulgarische Künstlerin Kunka Bakalova, hier mit den Schülerinnen Rania und Ceyda, malt mit Achtklässlern der Goethe-Schule ein 40 Meter langes Bild.

Die bulgarische Künstlerin Kunka Bakalova, hier mit den Schülerinnen Rania und Ceyda, malt mit Achtklässlern der Goethe-Schule ein 40 Meter langes Bild.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Grumme.  40 Meter lang ist das Bild, das Schüler mit einer bulgarischen Künstlerin gestaltet haben. Sie sollten ihre Träume malen, ohne kreative Vorgaben.

Ein weißer „Faden der Träume“ liegt vor der 8c der Goethe-Schule. Im Kreis sitzt sie um die helle, rund 40 Meter lange Leinwand, vor ihnen Wachsmalstifte, Acryl- und Wasserfarbe. Die Schüler sollen malen, wovon sie träumen, ganz uneingeschränkt und ohne Vorgabe. Tipps gibt ihnen die impressionistische Künstlerin Kunka Bakalova aus Bulgarien.

Seit Anfang der Woche ist die Bulgarin in Bochum, hat im St.-Josef-Hospital ihre Ausstellung eröffnet. Was ihr aber noch mehr am Herzen liegt: „Das große Malen der kleinen Künstler“, erklärt sie, während sie in der Aula der Goethe-Schule steht. Mit 15.000 jungen Menschen in ganz Europa habe sie schon gemalt, auf insgesamt 15 Kilometern Leinwand.

Ein Bild, mit vielen individuellen Motiven

Bakalova erklärt: „Die Idee ist, dass die Bilder keinen Anfang und kein Ende haben, wie der Kreislauf des Lebens.“ Das heißt, dass die Schüler an ihren Tischen im Kreis sitzen, gemeinsam malen sie auf der großen, elastischen Leinwand. Ein Bild, mit vielen individuellen Motiven.

Elisabeth und Judith (beide 13) haben ihre Wünsche und Träume für die Umwelt gemalt. „Wir haben heute gelernt, wie wir unsere Meinung und unsere Gedanken aufmalen können“, erklärt Elisabeth und zeigt auf ihr Bild, mit dem sie für den Klimaschutz wachrütteln will. Zu sehen ist die Erde, umgeben von blauer Farbe. In Judiths Bild geht es um das selbe Thema: „Ich wünsche mir, dass die Welt sauber ist. Deshalb habe ich einen sauberen Strand und einen Wald gemalt“, beschreibt die Schülerin.

Ein ganz anderer Kunstunterricht als sonst

„Die Bilder sind echt wunderschön“, beurteilt Künstlerin Bakalova kurz vor Ende der Doppelstunde, in der die Achtklässler einen ganz anderen Kunstunterricht als sonst erleben. „Ich habe den Schülern erklärt, mit welchen Techniken sie malen können und wie sie Details hervorheben können. Ich mische mich aber nicht in ihre Ideen ein.“ Die Bulgarin hofft, mit ihrer Aktion etwas zu erreichen: „Dass die Kinder nie aufhören, zu träumen. Das ist das wichtigste. Wenn sie träumen, werden die Träume auch wahr.“

Auf den Bildern von Ceyda und Rania (beide 13) geht es auch um ihre Träume, viel mehr aber um ihre Leidenschaft: die Musik. Beide Bilder sind geprägt von Noten und Notenschlüsseln. „Ich singe gerne, höre Musik, spiele Klavier und Theater“, erklärt Ceyda. All das hat sie auf dem Bild in Acrylfarbe verewigt. Mit einem Hintergrund in Regenbogenfarben. „Weil ich es bunt mag“, sagt sie.

Mit kleinen Künstlern etwas Großes malen

Das sieht auch Klassenlehrerin Merle Herzberg so. Die junge Pädagogin findet: „Das ist eine super Sache. Die Schüler können ihre kreative Ader zeigen und sich auf andere Art und Weise ausleben, als im normalen Kunstunterricht.“

Nach Ende der Doppelstunde werden die Bilder getrocknet und anschließend in der Schule aufgehängt. Künstlerin Kunka Bakalova bleibt noch bis Samstag in Bochum. „Mir gefällt es hier sehr. Ich könnte mir sogar vorstellen, hier ein Haus zu kaufen“, meint sie schmunzelnd. Obwohl dafür wohl gar keine Zeit ist. In Spanien, Italien, Österreich und auch der Türkei hat sie schon mit Schülern gemalt, bald geht es nach Fulda und Ende des Jahres nach Paris. Um in all den Ländern und Städten mit kleinen Künstlern etwas Großes zu malen.

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