Ermittlungen

Früherer „Party-König“ des Ruhrgebiets sitzt wieder in Haft

Der bekannte Ex-Gastronom (51) aus Essen-Rüttenscheid landete schon 2014 in U-Haft wegen Steuerhinterziehung.

Der bekannte Ex-Gastronom (51) aus Essen-Rüttenscheid landete schon 2014 in U-Haft wegen Steuerhinterziehung.

Foto: Kerstin Kokoska

Bochum/Essen.   Ein ehemaliger Gastronom (51) ist schon zum zweiten Mal verhaftet worden. Er sitzt in der JVA Bochum – wegen des Verdachts auf Vermögensdelikte.

Noch im Februar zeigte sich der bekannte Ex- Gastronom (51) auf seiner Facebook-Seite mit Champagner im Kreise schöner Frauen. Jetzt sitzt der wegen Betruges, Steuerhinterziehung und Körperverletzung vorbestrafte Unternehmer, auch als „Party-König“ des Ruhrgebiets tituliert, in Bochum in U-Haft, wie das Landgericht auf WAZ-Anfrage bestätigt. Am Dienstag wurde er auf Antrag der Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität verhaftet. Verdacht: wieder Betrug und Steuerhinterziehung.

24 Tage in U-Haft

Der Mann aus Essen-Rüttenscheid stand hinter bekannten Restaurants, Discos und Veranstaltungen: „Frida“ und „Beate“ in Essen sowie „Apartment 45“ und „Fabbrica-Italiana“ am Kemnader See in Bochum, wo er auch das Festival „Kemnade in Flammen“ organisierte.

Doch dann kam ein Absturz: Im Mai 2014 landete er für 24 Tage in U-Haft wegen Steuerhinterziehung. Die Zeit dort hatte ihn schwer beeindruckt. „Ich will nicht wieder in den Knast. Mein Leben ist jetzt geordnet und aufgeräumt“, sagte er nachher.

Bundesgerichtshof kippt Urteil

Das Landgericht Bochum verurteilte ihn Ende 2016 wegen Steuerhinterziehung (ca. 200 000 Euro Schaden) und Versicherungsbetruges mit fingierten Autounfällen zu 2,5 Jahren Haft. Trotzdem blieb der umtriebige Ex-Gastronom, der die Tricksereien zugab, frei: Auf seine Revision hin kippte der Bundesgerichtshof das Urteil, weil er die Feststellungen zur Höhe des Steuerschadens rügte, obwohl es dazu im Prozess eine Einigung unter allen Parteien gegeben hatte. Nächste Woche (13.) wird die 12. Strafkammer also erneut gegen den Mann verhandeln. Dann kommt er aber nicht mehr als freier Mann in den Gerichtssaal.

Worum es sich bei den neuen Vorwürfen handelt, sagt Oberstaatsanwältin Cornelia Kötter nicht. Nur dies, dass am Dienstag „mehrere Geschäftsräume und Privatwohnungen im Ruhrgebiet durchsucht“ worden seien. „Ein Geschäftsmann aus Essen ist festgenommen worden.“ Dies geschah auch in Essen.

Mehrere Jahre Haft drohen

Ihm drohen nun mehrere Jahre Haft, zumal zusätzlich zu den aktuellen Vorwürfen noch eine alte Bewährungsstrafe über 15 Monate vollstreckt werden könnte. 2014 war er auch zu 10 000 Euro verurteilt worden, weil er auf Freunde seiner Tochter eingeschlagen hatte.

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