Sommerfest

Historische Wasserburg Kemnade lädt zum Museumsfest ein

Das Haus Kemnade, eines der bekanntesten Gebäude Bochums, liegt im Hattinger Stadtteil Blankenstein.

Das Haus Kemnade, eines der bekanntesten Gebäude Bochums, liegt im Hattinger Stadtteil Blankenstein.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Hattingen/Bochum.  Die Wasserburg Kemnade zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen im Revier. Beim Familienfest kann man die Anlage in Hattingen entdecken.

Zum großen Familienfest wird am Sonntag, 15. September, in die Wasserburg Kemnade im grünen Bochumer Süden eingeladen. Das Museumsfest steigt von 12 bis 18 Uhr. Aber es steht nicht nur die Geschichte des mittelalterlichen Herrenhauses im Fokus, sondern auch die des „Fördervereins Haus Kemnade“. Er wurde vor 20 Jahren von engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet - aus gegebenem Anlass.

Privatisierung verhindert

Damals, ältere Leser erinnern sich, war das Wasserschloss an der Ruhr über lange Zeit Gegenstand der Berichterstattung auch in der WAZ. Bekannt geworden war, dass die Stadt Bochum ihre auf Hattinger Terrain stehende Burg verkaufen wollte - der Bochumer Wurstfabrikant Zimmermann (Zimbo) hatte ein Angebot auf den Tisch gelegt. Die Privatisierung der geschichtsträchtigen Anlage, die für die Entwicklung der Region im Mittelalter und während der Reformationszeit steht, stieß nicht überall auf Gegenliebe.

Zumal nicht in Stiepel, wo sich im Zuge der Debatten bald ein „Förderverein“ formierte, der die Interessen der Burg gegenüber den Absichten der Stadt verteidigen wollte. „Wir wollen am Sonntag mit dem Museumsfest auch daran erinnern, dass es Bürgerinnen und Bürgern damals gelungen war, den schon vom Rat beschlossenen Verkauf von Haus Kemnade zu verhindern“, sagte Rita Jobs, die Vereinsvorsitzende.

Vielfältiges Engagement

2004 schloss sich der Verein mit dem Förderverein Musikinstrumentensammlung Grumbt zusammen, dessen Exponate - Musikinstrumente aus aller Welt - seit langem im Haus Kemnade ausgestellt werden. Seither rückte die Wasserburg als kultureller Begegnungsort („Kemnade International“) und als kunsthistorisches Museum zunehmend ins öffentliche Bewusstsein. Allerdings sollen am Sonntag aus Anlass des 20. Gründungsjubiläums des Fördervereins eine Reden/Festreden geschwungen werden, dafür ist ein Programm versprochen, „das auch ein wenig unser vielfältige Engagement widerspiegelt“, so Jobs.

„Schatzkammer“ kam dazu

Heute zählt die Wasserburg an der Ruhr zu den beliebtesten Ausflugszielen nicht nur in Bochum, sondern im gesamten Ruhrgebiet. Die Musikinstrumentensammlung ist die größte ihrer Art in NRW, das Bochumer Spardosen-Museum „Schatzkammer“ kam als neue Attraktion dazu. Der Kunstverein unterhält seinen Ausstellungsraum in der Burg, und auch das städtische Kulturbüro sorgt regelmäßig für kreative Belebung, aktuell mit einer Ausstellung des Bochumer Künstlerbundes. In einem originalen Kotten hinter der Burg wurde ein Bauernhausmuseum eingerichtet, das einen Blick in die Geschichte der Region vor der Industrialisierung ermöglicht.

Für Jung und Alt wird zwischen 12 und 18 Uhr ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Jazz mit Milli Häuser

Ein Jazzfrühschoppen mit dem Milli-Häuser-Quintett („Tatort Jazz“) eröffnet den Tag in der Scheune. „Watt’n Zirkus“ präsentiert akrobatische Kunststücke im Dreieckshof. Kinder, die schon immer Instrumente spielerisch kennenlernen wollten, können dies unter Anleitung ausprobieren.

Alles bei freiem Eintritt

Mitglieder des Fördervereins führen halbstündlich von 14 bis 15 Uhr und dann erneut von 16 bis 17.30 Uhr durch das Museum zu ausgewählten Orten im Haus. Nachmittags konzertiert das Talis-Ensemble mit Bläserklängen aus Renaissance und Barock zunächst im großen Ausstellungsraum in der oberen Etage und wandelt dann mit den Gästen in den Hof.

Der Festtag endet am Abend um 19 Uhr mit einem Konzert, das noch einmal auf die Geschichte des Ortes eingehen wird. Adresse: An der Kemnade 10, Hattingen. Der Eintritt ist frei.

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