Botopia

Leihladen bietet viele Werkzeuge, Spiele und Küchengeräte

Sascha Dupre, Sabine Lehmann, Christoph Bast und Alexandra Jaik (v. l.) gehören zum Leihladen-Team. Er ist zweimal die Woche geöffnet.

Sascha Dupre, Sabine Lehmann, Christoph Bast und Alexandra Jaik (v. l.) gehören zum Leihladen-Team. Er ist zweimal die Woche geöffnet.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Mitte.  Ausleihen statt kaufen: Zweimal pro Woche können im Bochumer „Botopia“ Gegenstände geliehen werden. Das spart Geld und Ressourcen.

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Vollgestopfte Keller, Dachböden und Gartenhäuschen sind nicht nur unübersichtlich, sondern belasten auch. Das weiß Christoph Bast vom Bochumer Leihladen nur zu gut: „Ich selber habe mir zum Beispiel einen Entsafter gekauft. Die ersten Wochen habe ich ihn täglich benutzt, danach nicht mehr.“ Für den, der Werkzeug nur hin und wieder braucht oder ausprobieren möchte, ob Einradfahren wirklich das neue Hobby werden soll, lohnt sich ein Besuch im Raum 9 der Initiative Botopia, der dienstags und donnerstags zum Leihladen wird.

Leihfristen werden individuell besprochen

Hier gilt: Leihen statt kaufen. Die Leihfrist wird je nach Bedarf mit den Kunden besprochen. Werkzeuge können häufig zum nächsten oder übernächsten Termin schon wieder zurückgebracht werden, wohingegen etwa ein Kindersitz fürs Fahrrad auch über einen längeren Zeitraum ausgeliehen werden kann. „Unser Mitgliedsprinzip funktioniert wie das einer Bücherei. Eine Mitgliedschaft kostet nichts“, sagt Alexandra Jaik. Sie hat zusammen mit Sabine Lehmann den Grundstein für den Laden gelegt, der bereits im Mai 2018 eröffnet hat. „Die Idee ist schon älter. Wir haben etwa zwei Jahre lang einen Raum gesucht“, sagt sie.

Viele kommen vorbei, um Gegenstände zur Verfügung zu stellen

Die Idee kennt Alexandra Jaik aus Berlin. In der Vorbereitung hat sie sich einige Leihläden und ihr Prinzip angeschaut. Tatsächlich gibt es in ganz Deutschland nur ein gutes Dutzend, so dass das Konzept noch eher unbekannt ist und seine Zeit braucht, um sich zu etablieren. Diverse Initiativen befänden sich allerdings in Gründung: „Viele Menschen denken erst hinterher daran, dass sie bestimmte Gegenstände auch bei uns hätten leihen können“, sagt Christoph Bast. 61 Personen zählt das Mitgliedsregister zur Zeit – es kämen jedoch häufiger Menschen vorbei, um nicht benutzte Dinge zur Verfügung zu stellen.

Die Gegenstände werden hier nicht nur von mehreren Menschen genutzt, sondern auch repariert, wenn es irgend möglich ist. Dafür hat sich das Team, dessen Mitglieder auch an anderen Ecken im Botopia aktiv sind, einen 3D-Drucker zugelegt. Die Anschaffung wurde ermöglicht durch Fördermittel des Stadtumbaubüros. „Aus dem Kunststoffmaterial können wir Ersatzteile drucken, mit denen wir unterschiedlichste Dinge reparieren können“, sagt Christoph Bast. Der Drucker steht auch allen anderen Interessenten frei zur Verfügung.

Botopia wird donnerstags als Coworking-Space genutzt

Der Raum 9 hat sich mittlerweile zu einem gemütlichen Ort zum Verweilen entwickelt – wer etwas mit dem 3D-Drucker druckt, muss teilweise zwangsläufig mehrere Stunden bleiben. Deshalb hat der Leihladen neuerdings donnerstags ganztägig von 10 bis 19 Uhr geöffnet. „Der Raum soll in der Zeit als eine Art Coworking-Space dienen.“ Sofa und Sessel, angenehme Beleuchtung, eine Kaffeemaschine – zum Arbeiten bietet sich das Botopia gut an. Auch das Lesecafé und das Archiv sind zugänglich. Der nächste Schritt soll die Entwicklung einer Software sein, damit online ersichtlich ist, welche Gegenstände es gibt und ob sie ausgeliehen sind oder nicht. Sascha Dupre beschäftigt sich zur Zeit mit ihrem Aufbau – bis dahin kann auf der Website zumindest nachgeschaut werden, was alles im Sortiment ist.

Unter www.leihladen-bochum.de gibt es Informationen zum Laden und zum Sortiment. Bei Nachfragen ist das Team während der Öffnungszeiten unter 0162/8359188 erreichbar.

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