Schönheits-Operationen

Lippen aufgespritzt: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Zwei Frauen in Bochum haben illegal Lippen für eine Schönheitskorrektur aufgespritzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen nun Körperverletzung, Betrug und Steuerhinterziehung vor (Symbolfoto).

Zwei Frauen in Bochum haben illegal Lippen für eine Schönheitskorrektur aufgespritzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen nun Körperverletzung, Betrug und Steuerhinterziehung vor (Symbolfoto).

Foto: Fairfax Media

Gefährliche Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft Bochum zwei Frauen vor, die Lippen illegal aufgespritzt haben. Beide sitzen in U-Haft.

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Bochum. Zwei Frauen aus Bochum sollen im großen Umfang mit sogenannten Schönheitskorrekturen illegal Kasse gemacht haben. Gegen eine 26 und eine 29 Jahre alte Frau erhob die Staatsanwaltschaft Bochum jetzt in zwei getrennten Verfahren Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung, Betrugs und Steuerhinterziehung.

Eine Beschuldigte sei in 35 Fällen, die andere in 33 Fällen angeklagt, sagte eine Sprecherin des Bochumer Landgerichts. Sie müssten aber angesichts der hohen Einnahmen deutlich mehr Frauen behandelt haben. Die Kriminalpolizei hat 275 Geschädigte vernommen, die Opfer der beiden geworden sein sollen. Viele Kundinnen klagten nach dem Aufspritzen von Lippen oder Nase über deutliche Schwellungen und Entzündungen.

Viele Geschädigte stellen Anzeige

Die Eingriffe sollen ohne die erforderliche Qualifikation erfolgt sein. Eine solche hätten die beiden Frauen aber nach dem Heilpraktikergesetz zwingend haben müssen. Die Geschädigten sollen Infektionen, Lähmungen und Gefäßverletzungen erlitten haben.

„Mehrere Kundinnen klagten nach dem Aufspritzen über erhebliche Schwellungen und Entzündungen im Gesicht. Sie erstatteten Anzeige“, berichtete ein Polizeisprecher im April nach der Festnahme. Die durchschnittlich 300 Euro teuren Behandlungen sollen in Privaträumen an der Dannenbaumstraße und am Alten Werner Hellweg stattgefunden haben.

Frauen sitzen seit April in U-Haft

Die beiden Frauen sitzen laut Gericht seit Anfang April in Untersuchungshaft. Sollten die Hauptverfahren eröffnet werden, müssten die Prozesse spätestens Anfang Oktober beginnen. Untersuchungshaft darf nicht länger als sechs Monate dauern.

Eine der Frauen soll 1,3 Millionen Euro eingenommen haben, bei der anderen sollen es 780 000 Euro gewesen sein.

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