Strafprozess

Prozess um Attacke gegen Gerichtsvollzieherin in Bochum

Mit solchen Pfandsiegeln arbeiten Gerichtsvollzieher. Damit werden in den Wohnungen der Schuldner Gegenstände markiert. Im Volksmund werden die Siegel auch Kuckuck genannt.

Mit solchen Pfandsiegeln arbeiten Gerichtsvollzieher. Damit werden in den Wohnungen der Schuldner Gegenstände markiert. Im Volksmund werden die Siegel auch Kuckuck genannt.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Eine 34-jährige Bochumerin muss sich vor dem Landgericht verantworten. Sie soll eine Gerichtsvollzieherin attackiert und verletzt haben.

Wegen gefährlicher Körperverletzung muss sich seit Dienstag, 13. August, eine 34-jährige Bochumerin vor der 16. Strafkammer des Bochumer Landgerichts verantworten. Die Schuldnerin soll im November letzten Jahres eine Gerichtsvollzieherin heftig attackiert und verletzt haben. Dabei sei die Gerichtsvollzieherin mehr als zweieinhalb Monate lang arbeitsunfähig gewesen. Zu dem Vorfall soll es an der Wohnungstür der Bochumerin im Stadtteil Werne gekommen sein.

Anklageschrift wurde verlesen

Im Gerichtssaal wurde am Dienstag die Anklageschrift verlesen. Die Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Im Anschluss begann die Kammer mit der Vernehmung der ersten Zeugen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Der Fall hatte Anfang des Jahres landesweit für Aufsehen gesorgt, weil NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) erklärt hatte, von der Problematik der Schuldnerin sei zuvor nichts bekannt gewesen. Am 21. November 2018 sagte er im Rechtsausschuss des Landtags, es habe vor dem Übergriff in Bochum „keine Anzeichen für eine mögliche Gefährdung“ der Gerichtsvollzieherin gegeben. Dabei soll sie nach WAZ-Informationen eine Waffennärrin sein, die zudem im Jahr 2017 in Dortmund eine andere Gerichtsvollzieherin erheblich verletzt haben soll.

Schusswaffe und Machete in der Wohnung

Bei der Festnahme der Frau damals hatte die Polizei in der Dortmunder Wohnung unter anderem eine Schusswaffe, eine Machete, ein Tomahawk-Beil, eine Harpune und einen Elektroschocker sichergestellt.

Der Bochumer Obergerichtsvollzieher Ulrich Veit hatte den Bochumer Fall in der WAZ zwar als Ausnahme dargestellt, verbale Attacken oder Drohungen kämen jedoch alle paar Wochen einmal vor. Sprüche wie: „Ich mach dich Krankenhaus“ oder „Ich weiß, wo du wohnst und wo deine Kinder zur Schule gehen“ gebe es häufig. Insgesamt arbeiten im Bereich Bochum 17 Gerichtsvollzieher und -vollzieherinnen.

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