Musik

Queen-Revival in Bochum ist ganz nah dran am Original

Gary Mullen (rechts) überzeugt als Freddie Mercury.

Gary Mullen (rechts) überzeugt als Freddie Mercury.

Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Bochum.  Tribute-Bands streben nach Perfektion. Ganz nah dran am Original ist Gary Mullen. Im Ruhrcongress begeisterte er 1050 Fans als Freddie Mercury.

Tribute-Bands sind auf dem Vormarsch. Je mehr Rock- und Pop-Heroen aus den 60er und 70er Jahren versterben oder für immer von der Bühne verschwinden, desto intensiver wird der Ersatzbefriedigung gefrönt, die Künstler und Bands als musikalische Nachlassverwalter verheißen. Die internationalen Größen der Double-Branche füllen inzwischen Arenen. Die Zeche in Bochum hat daraus ein komplettes Veranstaltungsformat gebastelt.

1050 Besucher waren es am Samstagabend im Bochumer Ruhrcongress. Allesamt brettharte Queen-Fans, die den viel zu frühen Tod von Freddie Mercure 1991 bis heute betrauern. Gary Mullen hat daraus ein Geschäftsmodell entwickelt. Im Jahr 2000 gewann er eine Doppelgänger-Show im britischen Fernsehen. Seither ist Gary Freddie. Auf Bühnen weltweit. Bis zu 200 Mal im Jahr. Als einzige Produktion mit dem Ritterschlag der Queen-Urmitglieder Brian May und Roger Taylor, wie stets betont wird.

Toupet, Schnauzbart und freier Oberkörper

In der Tat kommt der 45-Jährige dem Original bemerkenswert nahe. Stimmt bei vielen Queen-Coverbands entweder die Akustik oder die Optik, vereint Mullen beide Qualitäten. Mit Toupet und angeklebtem Schnauzbart, in hautengen Kostümen, immer wieder mit freiem Oberkörper, gleicht er einer 1:1-Kopie. Die typisch divenhafte Freddie-Attitüde hat er souverän drauf. Und auch mit seinem Stimmvolumen hält er Mercury stand, von wenigen Schwächen in den Falsett-Passagen abgesehen.

Zwei Stunden währt die Zeitreise, die ganz auf Mullen zugeschnitten ist. Seine Band „The Work“ legt den soliden Sound-Teppich inklusive unverkennbarer Queen-Gitarre aus, auf dem Freddie, sorry: Gary geradezu lustvoll wandelt. Das Repertoire der Kultband reicht für einen kompletten Konzertabend allemal: vom stampfenden „We will rock you“ bis zur ewigen Hymne „We are the Champions“. Bei „Bohemian Rhapsody“ unternehmen die Briten gar nicht erst den Versuch, den opernhaften Mittelteil („Galileo, Galileo, Galileo, Figaro“) zu intonieren. Musik und Gesang kommen vom Band. Das Ding gilt halt als unspielbar. Das wussten schon Queen.

Perfekter Abend für Queen-Fans

Mit Standing Ovation tritt Mullen ab. Ein Fest für Queen-Fans. Viel perfekter kann eine Tribute-Show kaum sein.

WAZ-Wertung: 4 Sterne

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben