Sprachkurse

Ruhr-Uni Bochum und Studenten wollen bei Integration helfen

Geflüchtete sollen Zugang zu deutschen Hochschulen erhalten.

Geflüchtete sollen Zugang zu deutschen Hochschulen erhalten.

Foto: Ingo Otto

Bochum.  Die Ruhr-Universität bietet Geflüchteten Sprachkurse. In Zukunft sollen sie hier studieren. Der AStA will ihnen den Uni-Alltag erleichtern.

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Studierende der Ruhr-Universität Bochum bemühen sich um einen Beitrag zur Integration von Geflüchteten. Der AStA der Universität ruft unter dem Titel „Gemeinsam – Studies für Flüchtlinge“ Studierende dazu auf, „Flüchtlingspaten“ zu werden. Sie sollen Geflüchteten, die an Sprachkursen der Uni teilnehmen, ehrenamtlich behilflich sein. Denn jeder Ersti weiß: den Durchblick im Wirrwarr des Unialltags zu behalten ist keine leichte Aufgabe.

„Mit der Initiative wollen wir Studis und Flüchtlinge zusammenbringen“, sagt Steffen Letmathe, Projekt-Verantwortlicher. Das Programm ermögliche motivierten Geflüchteten den Zugang zum Hochschulstudium. Die sogenannten „Buddies“ sollen Orientierung bieten: sie unterstützen die Betreuten bei der Auswahl des Studienfaches und helfen, die bürokratischen Hürden der Anmeldung zu meistern.

AStA-Programm richtet sich an Flüchtlinge

Das Programm des AStA richtet sich an Teilnehmer des Integrations-Programms, das im April dieses Jahres gestartet ist. Studieninteressierte mit Fluchthintergrund, die über einen Schulabschluss ähnlich dem Abitur verfügen, nehmen daran teil. In Einsteiger- und Fortgeschrittenenkursen erhalten sie Sprachunterricht.

„Unsere Sprachkurse haben ein akademisches Niveau. Sie sind anders, als an der Volkshochschule“, sagt Michaela Wurm, Sprecherin der Ruhr-Universität. Aus diesem Grund haben auch nicht alle der 261 Angemeldeten die Klausur am Ende bestanden. Über 100 Menschen brachen den Kurs ab. „Das liegt dann nicht nur am Niveau, sondern hat auch andere Ursachen. Wenn die Frau krank wird oder ein Umzug bevorsteht, kann man den Kurs nicht beenden“, sagt Wurm.

Sieben Flüchtlinge beginnen in Bochum ein Studium

Deutsch ist nicht das Einzige, das den Geflüchteten vermittelt werden soll. Neben den achtstündigen Sprachkursen nahmen die Flüchtlinge an Workshops, Infoveranstaltungen und an einer Exkursion zum Haus der Geschichte in Bonn teil. Finanziert wird das Projekt mit dem Maximalförderbetrag von 180 600 Euro vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

Erste Erfolge sind bereits zu verzeichnen: Sieben Teilnehmende beginnen zum Wintersemester 2016 ein Studium. „Im Normalfall braucht es ein bis anderthalb Jahre Vorlauf, bis unsere Teilnehmer an Universitäten studieren können. Denn sie müssen ja von Null auf Muttersprachlerniveau geschult werden“, sagt Wurm. Die Berufe, die Geflüchtete anstreben, sind anspruchsvoll: „Viele wollen Maschinenbau oder Naturwissenschaften studieren. Medizin ist auch begehrt, doch da sind die Anforderungen selbst für deutsche Muttersprachler oft sehr hoch“, sagt sie.

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