Ruhrtalradweg

Ruhrauen-Fußweg: Stiepeler kämpft weiter um den Erhalt

Anwohner Hans-Jürgen kritisiert, dass Fußgänger und Radfahrer an der Kreuzung Brockhauser Straße / Brüggeneystraße aufeinanderstoßen.

Anwohner Hans-Jürgen kritisiert, dass Fußgänger und Radfahrer an der Kreuzung Brockhauser Straße / Brüggeneystraße aufeinanderstoßen.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Stiepel.  Ein Teil des Ruhrauen-Fuß- und Radweges soll im November verschwinden. Eine Stiepeler Initiative kämpft weiter um den Erhalt der Strecke.

Er gibt immer noch nicht auf, obwohl im November schon die Bagger rollen werden. Hans-Jürgen Klingelhöfer kämpft weiter um den Erhalt des „alten“ Ruhrtalradweges zwischen Alter Fähre und Brockhauser Straße in Stiepel. Er gibt an, dass er mittlerweile über 1000 Unterschriften gesammelt hat.

Die beliebte Strecke soll zurückgebaut werden, weil der Ruhrtalradweg eine neue Streckenführung erhält. In einem offenen Brief an die Stadt Bochum fordert Klingelhöfer, der auch Mitglied im Heimatverein ist, eine Informationsveranstaltung für Bürger, bei der die endgültigen Pläne vorgestellt werden.

Verein wurde immer wieder informiert

Informationsveranstaltungen und Akteneinsichten habe es laut Regionalverband Ruhr (RVR) und der Stadt Bochum immer wieder gegeben. „Wir haben alle Anfragen beantwortet. Wir waren auch in der Heimatverein und haben das Projekt vorgestellt“, sagt Melanie Gronewald von der Unteren Naturschutzbehörde.

Die Pläne von Stadt und RVR werfen laut Hans-Jürgen Klingelhöfer, der die Initiative „Pro Erhalt des Ruhrauen-Fußweges“ gegründet, weitere Fragen auf. „Dort sind Details zu sehen, die die Bürger bisher nicht kannten“, betont er. Klingelhöfer kritisiert auch, dass die Trasse ein Stück über den Leinpfad geführt wird. Laut der Stadt Bochum solle der geschützte Weg allerdings nicht baulich verändert werden.

Die Kritik an den verschiedenen Plänen kann Heinrich Jolk vom RVR nicht nachvollziehen. „Bei uns gibt es eine klare Planung, die wir verfolgen. Wir haben Kommunikation betrieben“, sagt er.

Alter Ruhrtalradweg kann nicht erhalten werden

Der „alte“ Ruhrtalradweg werde nicht weiter genutzt, da die Verlagerung des Fuß- und Radweges laut Stadt zu geringeren Eingriffen in die Natur führe. Die Betriebswege des früheren Wasserwerkes seien bereits ausreichend breit für Fahrradfahrer und Fußgänger, so Melanie Gronewald. Der alte Ruhrtalradweg sei hingegen zu eng und kurvenreich.

Klingelhöfer kritisiert ebenfalls, dass es keinen gesonderten Fußgängerweg geben wird, sondern eine gemeinsame Trasse. Gronewald entgegnet, dass auch der „alte“ Ruhrtalradweg bereits von Radfahrern und Spaziergänger genutzt werde. Trotz des Rückbaus bestehe weiterhin die Möglichkeit, über die schmale Straße „An der Alten Fähre“ zum Ruhrufer zu spazieren.

Auch die Keuzung Brockhauser Straße / Brüggeneystraße sieht er kritisch. An dieser Stelle soll der Fußweg enden und der Ruhrauenradweg kreuzen. Die Brockhauser Straße wird bis zur Brüggeneystraße als Fahrradstraße ausgewiesen. Klingelhöfer bemängelt, dass hier Fußgänger und Radfahrer aufeinanderstoßen. Melanie Gronewald erklärt: „Der Fuß- und Radweg ist an dieser Stelle nur noch ein Fußweg. Auf dem letzten Stück müssen die Fußgänger weiterhin auf der Straßen laufen, da die Stadt Bochum kein Eigentum hat, um einen Fußweg anzulegen.“

Naturschutzgebiet für die Naherholung

Ein weiterer Grund, warum der alte Weg nicht erhalten werden kann, ist der Naturschutz. Das Gebiet soll als Naturschutzgebiet ausgezeichnet werden. „Die Vögel vertragen es nicht, wenn sie von beiden Seiten eingekesselt werden“, erklärt Melanie Gronewald.

Hans-Jürgen Klingelhöfer und die Bürgerinitiative „Pro Erhalt des Ruhrauen-Fußweges“ können die Umlegung nicht mehr stoppen. Das Vorhaben läuft bereits am Kemnader See und im November soll auch der Streckenabschnitt in Bochum-Stiepel angegangen werden.

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