Klassik

Saxofon steht im Mittelpunkt beim Bochumer Bosy pur-Konzert

Asya Fateyeva zählt zu den wichtigsten Saxofonisten im Bereich der Klassik.

Asya Fateyeva zählt zu den wichtigsten Saxofonisten im Bereich der Klassik.

Foto: IKZ

Bochum.  Viel Applaus fürs „Bosy All in“-Konzert im Bochumer Musikforum. Das Orchester stellte sich mit Kompositionen von Larsson und Sibelius vor.

Seit dem letzten Jahr präsentieren sich die Bochumer Symphoniker mit ihrem Konzertformat „Bosy all in“. Es richtet sich an Klassik-Interessierte, die über das reine Musikerlebnis hinaus einen Zugang zu ungewöhnlichen Kompositionen bekommen möchten. Am Anfang der Konzerte steht eine unterhaltsam-kenntnisreiche Einführung mit dem Orchester, dann folgt das Konzert, abschließend gibt’s einen Drink mit dem Publikum und den Akteuren im Foyer. Der „All in“-Saisonauftakt 2019/20 erfolgte am Samstag mit Kompositionen von Lars-Erik Larsson und Jean Sibelius.

Nur selten zu hören

Instrumente aus Holz sind nicht besonders wetterfest. Deshalb baute Adolphe Sax 1840 das Saxophon aus Messing, um auch an der frischen Luft musizieren zu können. Es zählt es zu den Holzblasinstrumenten, wegen eines kleinen Hölzchens im Mundstück, dem Rohrblatt. Nur selten ist es im klassischen Konzert zu hören. Am Samstagabend jedoch war Asya Fateyeva, eine der aktuell besten klassischen Saxofonistinnen, zu Gast bei den Symphonikern im Musikforum. Auf dem Programm standen das „Saxophon-Konzert op. 14“ des schwedischen Komponisten Lars-Erik Larsson und die „Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 43“ des finnischen Nationalkomponisten Jean Sibelius.

Der Musikjournalist Johannes Zink führte das Publikum gemeinsam mit den Bochumer Symphonikern in diese beiden so unterschiedlichen Stücke ein.

Formen der Klassik

So spielte das Orchester zuvor Ausschnitte an, in denen zu hören ist, wie Larsson in dem 1934 entstandenen Konzert auf Formen der Klassik zurückgriffen hat. Witzig und virtuos ist das hübsche Konzert dem Saxophon „auf den Leib“ geschrieben. Der Dirigent Conrad van Alphen arbeitete die kleinen Pointen liebevoll heraus.

Ebenso detailliert gelang ihm das Dirigat der Sibelius-Symphonie. Ausgehend von einer Klangidylle tönen düstere Klangflächen im Widerstreit mit lyrischen Themen und rasante Tempi münden im Finalsatz in schier in die Unendlichkeit steigende Klangmassen. Ein überbordendes Klangerlebnis. Viel Applaus dafür.

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