Blick in den Spielplan

Schauspielhaus Bochum: Buntes Programm bis zum Jahresende

Spielfreudiges Ensemble: Szenenfoto aus „O, Augenblick“ mit (v.li.) Ann Göbel, Volker Kamp, Romy Vreden, Jing Xiang, Mercy Dorcas Otieno, Torsten Kindermann, Margarida Neto und Jan-Sebastian Weichsel.

Spielfreudiges Ensemble: Szenenfoto aus „O, Augenblick“ mit (v.li.) Ann Göbel, Volker Kamp, Romy Vreden, Jing Xiang, Mercy Dorcas Otieno, Torsten Kindermann, Margarida Neto und Jan-Sebastian Weichsel.

Foto: Julian Roder

Bochum.  Neben dem „Roboterjungen“ gibt’s letztmals das Jubiläumsstück „O, Augenblick“. An Silvester werden „Geschichten aus dem Wiener Wald“ serviert.

Blick auf das Programm im Schauspielhaus Bochum zu Weihnachten und am Jahreswechsel. Neben dem „Kleinen Roboterjungen“ gibt’s letztmals das Jubiläumsstück „O, Augenblick“ zu sehen.

Weihnachten rückt näher, und Viele freuen sich auf ein paar freie Tage im Kreis der Lieben. Das Schauspielhaus kennt allerdings keine Weihnachtspause. Bis zum Jahresende wird durchgespielt, erst in der ersten Januar-Woche gibt’s ein bisschen Zeit zum Durchatmen.

Ticketverkauf besser als 2018

Zunächst und weiterhin richtet sich die Aufmerksamkeit auf Sue Buckmasters „Die unglaubliche Geschichte vom kleinen Roboterjungen“. Das Familienstück hatte am 16. November Premiere und läuft regelmäßig vor vollem Haus in den vormittäglichen Schulvorstellungen. Aber auch die regulären Familienaufführungen am Nachmittag sind gut besucht. „Die Ticketverkäufe liegen über denen des letzten Jahres“, informiert Schauspielhaus-Sprecher Alexander Kruse. Für das Haus ist das eine gute Nachricht, nachdem die 2018er Weihnachts-Produktion „Alle Jahre wieder“ glatt durchgefallen war.

Das theaterwirksam aufgemachte Stück vom „Roboterjungen“ handelt von Wissenschaftlern, die ein synthetisches Gehirn erschaffen und es im Laborversuch einem Roboter einsetzen. Der Maschinenmensch kommt als niedliche Puppe daher und ist gleichberechtigter Partner der Schauspieler.

Großer Schauwert für Kinder ab 6

Als der Kleine menschliche Regungen zeigt, bricht ein Konflikt auf: Darf Künstliche Intelligenz Gefühle haben, darf der Roboter träumen und schmusen? Ein unterhaltsames Forschungsprojekt mit großem Schauwert für Kinder ab 6 Jahren. Verschiedene Spieltermine, auch am 1. Weihnachtstag (25.12.) um 16 Uhr.

Heiligabend ist spielfrei

An Heiligabend finden im Schauspielhaus keine Aufführungen statt, am 2. Weihnachtstag (26.12.) läuft um 19 Uhr die „Iphigenie“-Collage des tschechischen Regisseurs Dušan David Pařízek, der darin Euripides‘ antike Tragödie „Iphigenie in Aulis“ mit dem „Sportstück“ von Elfriede Jelinek verbindet. Ihn interessiert die Frage, auf welcher Basis Männer über das Leben von Frauen entscheiden beziehungsweise wie weiblich das Gesicht des Krieges auch sein kann.

Das Schauspielhaus wurde in diesem Jahr 100 Jahre alt, aus diesem schönen Anlass wurde die Jubiläumsproduktion „O, Augenblick“ in Szene gesetzt, Premiere war am 22. Februar. In Form einer schauspielerisch stark besetzten Tour de Force geht es in diesem flotten „Singspiel“ drei Stunde lang mit Karacho durch die Bochumer Theaterhistorie, von der Gründer-Ära Saladin Schmitt bis zur rockigen Haußmann-Zeit. Tobias Staabs Inszenierung ist verspielt, verrückt und doppelbödig.

Und was wird zu Silvester an der Königsallee geboten?

Zum Beispiel zwei Vorstellungen von „Don’t worry, Be Yoncé“. Mit ihrer Praxisanleitung, der Pop-Sängerin Beyoncé Knowles näher zu kommen, gelingt Jungregisseurin Stephanie van Batum etwas ganz Eigenes. Als musikalisch-tänzerisches Tutorial aufgezogen, erfahren die Zuschauer/innen, was nötig ist, um Beyoncé zu sein – Diva, Queen, Sexbombe, Mutter, Geschäftsfrau, Ehefrau und Feministin in einem. Vorstellungen um 17 und 21 Uhr in den Kammerspielen.

Im Großen Haus läuft am 31. Dezember um 19.30 Uhr „Geschichten aus dem Wiener Wald“. Die beeindruckende Horváth-Aneignung von Karin Henkel entfaltet sich als ein makaberer Totentanz, Marina Galic als Hauptfigur „Marianne“ ist unglaublich. Der Vorstellungsbesuch ist gekoppelt mit Karten für die anschließende Silvesterparty, mit DJane und Live-Mucke der Schauspielhaus-Band um Torsten Kindermann.

Simons inszeniert Tschechows „Iwanow“

Im neuen Jahr darf man sich auf die nächste große Premiere freuen. Intendant Johan Simons inszeniert „Iwanow“ von Anton Tschechow, ein Drama, das mit einem zeitlosen Thema auftrumpft: das Leben der Menschen in seiner ganzen Absurdität und Lächerlichkeit. In dem Schauspiel stoßen Tragödie und Komödie zusammen, der vielfach ausgezeichneten Jens Harzer übernimmt die Titelrolle. Premiere am 18. Januar 2020 im Großen Haus.

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