Fußball

„Schulz, du Sau“: Würdiger Empfang für Ex-Profi in Bochum

Zum Start seines Bochumer „Hattricks 2019“ hielt Ben Redelings den Saison-Rückblick im Riff. Fortsetzung folgt an gleicher Stelle im Herbst.

Zum Start seines Bochumer „Hattricks 2019“ hielt Ben Redelings den Saison-Rückblick im Riff. Fortsetzung folgt an gleicher Stelle im Herbst.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  „Schulz, du Sau!“: So empfingen Fußballfans in Bochum den Ex-Profi Michael Schulz beim Scudetto-Abend. Der bedankte sich mit manchen Anekdoten.

Es gab Jahre, da habe er ernsthaft überlegt, eine Zweitwohnung in Frankfurt anzumieten, erzählt Michael Schulz. Zu oft hatte er auf dem Rasen kräftig ausgeteilt. Zu oft hatte er Rote Karten kassiert. Zu oft musste er vor dem DFB-Schiedsgericht antreten. Da hätte sich ein Apartment in der Main-Metropole fast rentiert. „Dabei“, grinst der 1,94-Meter-Hüne, „bin ich ein ganz Lieber.“ Und ein toller Geschichtenerzähler zudem, wie beim „Scudetto“-Abend am Donnerstag zu erleben war.

Wenn Ben Redelings zum Heimspiel bläst, ist die Hütte voll. So auch die Bermudahalle Riff, in der der Bochumer Fußballautor seinen traditionellen Saison-Rückblick hielt. Wobei das aktuelle Liga-Geschehen diesmal in den Hintergrund trat, von Oli Hilbrings gewohnt spitzfindigen Kick-Cartoons abgesehen („Das Baby von Harry und Meghan bekommt keinen Titel.“ – „Hurra, es wird ein Schalker!“). Zu zahlreich waren die Anekdoten, mit denen die beiden Scudetto-Gäste aufwarteten: Sportjournalist Pit Gottschalk und Ex-Profi Michael Schulz.

Auf eine Kippe mit Mario Basler

Erstaunlich, dass sich die beiden während der aktiven Zeit von Schulz nie über den Weg gelaufen sind. Aber eigentlich auch nicht. „Ich hab’ ja über Fußball geschrieben“, lästert Gottschalk und hebt ab auf das Klopper-Image, das dem beinharten Verteidiger anhaftete. Die Sprechchöre „Schulz, du Sau!“ in den Fankurven (mit denen er auch im Riff begrüßt und verabschiedet wird) habe er dabei stets als Ritterschlag empfunden, erzählt er. Gern spielt der Ex-Borusse und -Werderaner bis heute mit dem Ruf des „Voll-Asis“, der in Bremen mit Mario Basler im Mannschaftsbus gequalmt und auch mal einen über den Durst getrunken hat („Wodka, das geht schneller als Bier“), ohne dass es gleich auf Facebook oder Twitter gepostet wurde.

Ein Typ mit Ecken und Kanten. Einer, den es in der medial glattgebügelten Liga-Welt von heute kaum noch gibt, wie nicht nur Pit Gottschalk bedauert. Die jüngste Meister-„Party“ des FC Bayern gilt da als Inbegriff von längst langweiliger Routine. Gut für die Kritiker, dass der Rekordmeister mit Lucas Hernandez kürzlich einen 80-Millionen-Einkauf getätigt hat. „Uli Hoeneß weiß ja: Gute Verteidiger sind nicht günstig...“

Weitere „Legenden“ folgen im November

Mehr davon? Am 7. November präsentiert Ben Redelings gleichfalls im Riff mit Manni Breuckmann und Uli Borowka zwei „Legenden des Fußballs“. Am 19. Dezember folgt der Winterball. Alle Infos auf www.scudetto.de.

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