Wassersport

400 Kinder warten auf Kurse in der Bottroper Schwimmschule

„Blubber- Blitz“ nennt die Schwimmschule ihren Grundkurs für Kinder.

„Blubber- Blitz“ nennt die Schwimmschule ihren Grundkurs für Kinder.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Die Schwimm-Vereinigung 1924 verzeichnet mehr Anfragen als Plätze zur Verfügung stehen. Teilnahme kann bis zu fünfzehn Monate dauern.

Die Schwimmschule der Schwimm-Vereinigung Bottrop 1924 erlebt eine Flut an Anmeldungen. Der Trainingsbetrieb erfolgt in einem zweistufigen System. Sehr beliebt sind der Grund- und der Aufbaukurs für Kinder. Mehr als 360 Plätze stehen zur Verfügung. Allesamt sind sie besetzt. Dazu kommen weitere rund 400 Voranmeldungen. Um dem Ansturm ein wenig Einhalt zu gebieten, sind Wartelisten eingeführt worden.

Eltern, die ihre Kinder in der Schwimmschule anmelden möchten, müssen sich in Geduld üben. Je nach Kurs sind Wartezeiten zwischen sechs und fünfzehn Monate angesetzt. Wer einen Platz ergattern kann, erlernt das Schwimmen von der Pike auf. Darauf legen die Verantwortlichen allergrößten Wert. Dem Kind soll spielerisch die Angst vor dem Wasser genommen werden.

„Blubber-Blitz“ heißt der Kindergrundkurs

Zu den Übungen zählen etwa das Untertauchen und dabei die Augen öffnen, das eigenständige Gleiten ins Wasser oder das Erlernen der Körperspannung mit dem Seestern. Die jungen Nichtschwimmer erhalten die ganze Aufmerksamkeit der Übungsleiter. Deshalb ist die Teilnehmergröße zum Beispiel im Grundkurs, der auf den charmanten Namen „Blubber-Blitz“ getauft wurde, begrenzt.

Ein Übungsleiter kümmert sich um sechs Kinder. Im Schnitt befinden sich maximal 18 Kinder und drei Leiter in einem Kurs. Mehr Teilnehmer sind nicht empfehlenswert. „Die Qualität der Ausbildung darf nicht leiden“, meint Pressesprecherin Rebecca Grimm. „Sechs Tage in der Woche wird der Kurs mehrfach angeboten“, erklärt sie. Immer ausgebucht. Die Altersspanne reicht von drei bis 15 Jahren. „Wir schauen immer, dass die Teilnehmer nach ihrem Alter in den Gruppen aufgeteilt werden“, so Grimm weiter.

Rettungsschwimmer als Übungsleiter

Alle Übungsleiter sind ausgebildete Rettungsschwimmer, die zudem regelmäßig in Erste Hilfe geschult werden. Insgesamt verfügt die Schwimmschule über 56 Übungsleiter. Alle opfern ehrenamtlich ihre Freizeit, um den Kindern und Jugendlichen das Element Wasser näher zu bringen und für die Schwimmabzeichen zu trainieren.

Ein Anliegen ist Grimm besonders wichtig: „Das Seepferdchen ist kein Freifahrtschein.“ Für den Schwimmverein gilt erst der Freischwimmer (Bronze) als sicheres Zeichen für einen geübten Schwimmer. „Ein Seepferdchen ist kein Garant dafür, dass das Kind gut und sicher schwimmt.“ Denn wenn die Jungen und Mädchen nicht regelmäßig üben, würden sie diese Fähigkeit wieder verlieren.

Wunsch: noch mehr Wasserzeiten

Trotz der vielen Kurse möchte sich der Verein noch mehr engagieren. Vorstellbar sind zum Beispiel Kooperationen mit Schulen. Man wünscht sich mehr Zeit im Wasser, um noch mehr Menschen, vor allem (Klein-)Kindern und Schülern, das Schwimmen beizubringen.

Doch das ist leichter gesagt als getan. „Der Sport- und Bäderbetrieb blockt die Wasserzeiten für den Schwimmunterricht“, sagt Marc Lewandowsky, Sportlicher Leiter beim Verein. Wenn der Schwimmunterricht aus welchen Gründen auch immer ausfällt, bleibt das Becken leer. „Vielleicht können Absprachen getroffen werden, dass diese ungenutzten Bäder zu den Zeiten besser genutzt werden“, schlägt er vor. Rebecca Grimm dazu: „Wir würden dann versuchen, Übungsleiter abzustellen.“

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