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Bottrop: Förderverein wünscht sich Gespräche zur Beachparty

Die Auftritte von Mickie Krause zählen immer zu den Höhepunkten bei den  Beachpartys im Stenkhoffbad. Auch für dieses Jahr hat sich der Sänger angekündigt.

Die Auftritte von Mickie Krause zählen immer zu den Höhepunkten bei den Beachpartys im Stenkhoffbad. Auch für dieses Jahr hat sich der Sänger angekündigt.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Das Aus für das beliebte Festival würde für das Stenkhoffbad finanzielle Einbußen bedeuten. Die Grünen üben Kritik an der Verwaltung.

Die Diskussion über das mögliche Aus der Open-Air-Beachparty im Stenkhoffbad hat Wellen geschlagen. Jessica und Daniel Dettke vom Veranstalter „Jero Gastro & Events“ haben angekündigt, das Schlagerfest im kommenden Jahr nicht mehr fortzuführen. Der Rat wünscht sich in Zukunft eine Umstellung von Plastik- auf Mehrwegbecher. Tausende achtlos weggeworfene Einwegbecher aus Plastik, wie nach der Party im Vorjahr, sollen damit vermieden werden. Die Entscheidung hätte Auswirkungen.

Laut Jürgen Heidtmann, Geschäftsführer des Sport- und Bäderbetriebs, lässt sich aufgrund eines bestehenden Vertrages mit dem Veranstalter eine Änderung für dieses Jahr nicht umsetzen. Der Einsatz von Plastikbechern sei aus Sicherheitsgründen vorgeschrieben. Dieses Jahr läuft der Vertrag allerdings aus. Wie es 2021 mit dem Fest weitergeht, ist unklar. Heidtmann gibt sich auf Nachfrage unserer Redaktion zurückhaltend und verweist auf den 29. April. Dann wird das Thema beim nächsten Betriebsausschuss des Sport- und Bäderbetriebs auf der Tagesordnung stehen.

22.000 Euro würden fehlen

Sollte die Beachparty keine Zukunft haben, fehlen bis zu 22.000 Euro in der städtischen Kasse. Das wären keine guten Nachrichten für das Stenkhoffbad, das aufgrund von finanziellen Defiziten ohnehin schon bezuschusst wird. Gabriele Schmeer vom Förderverein zur aktuellen Lage: „Ich finde es traurig und schade, dass diese Diskussion jetzt aufpoppt. Die Diskussion hätte man viel früher führen können.“ Die aktuelle Situation sieht sie nicht als verfahren an. Vielmehr wünscht sich die Vorsitzende des Fördervereins einen runden Tisch, um eine gemeinsame Lösung zu finden.

Das Ende des Festivals im Stenkhoffbad mag sie sich gar nicht vorstellen. „Die Beachparty ist eine Bereicherung für Bottrop. Eine von wenigen Veranstaltungen, die wir haben“, sagt Schmeer. Die Zahlen sprechen für sich. In diesem Jahr findet die 13. Auflage statt. In schöner Regelmäßigkeit ist die Veranstaltung bereits Wochen im Voraus ausverkauft. Bis zu 5000 Besucher feiern bis in die Nacht mit Mickie Krause, Olaf Henning und Ina Colada auf der Bühne. Die Strahlkraft reicht über die Stadtgrenzen hinaus. Gabriele Schmeer: „Es kommen Gäste aus den Nachbarstädten ins Freibad, die ohne die Beachparty womöglich nicht den Weg dorthin gefunden hätten.“

Grüne kritisieren die Verwaltung

Die Bottroper Grünen zeigen sich verwundert, welche Reaktionen dieser Beschluss öffentlich auslöste. Nachvollziehbar werde dieses Echo allerdings durch die Vorgeschichte, für die die Grünen die Verwaltung kritisieren. Denn der Antrag zu dem Thema habe der Stadt seit dem 10. Dezember vorgelegen, ohne dass er an die Leitung des Sport- und Bäderbetriebes weitergeleitet wurde. „Weder Herr Heidtmann noch anscheinend die Veranstalter Dettke haben den Beschluss des Rates gekannt“, so die Grünen.

Wenn der Leiter des Sport- und Bäderbetriebs nicht in laufende und ihn betreffende Anträge eingebunden wird, entstünden am Ende Missverständnisse in der Öffentlichkeit. Die Grünen weiter: „Erfolgreiche Veranstaltungsreihen wie die Beachparty werden wir gerne optimieren mit Blick auf die Müllvermeidung. Aber wir werden nicht dabei mithelfen, die Party unmöglich zu machen.“

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