Tops & Flops im Stadtrat

Bottrop: ÖDP kämpft gegen Umweltverschmutzung im Süden

Erst ging es um zu viel Schmutz auf Terassen und in Gärten im Bottroper, längst aber um Schadstoffe in Gemüse und Luft.

Erst ging es um zu viel Schmutz auf Terassen und in Gärten im Bottroper, längst aber um Schadstoffe in Gemüse und Luft.

Foto: Fabian Strauch / Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Welche Bilanz ihrer Arbeit im Stadtrat ziehen die Ratsmitglieder? Was sehen sie als Erfolg an? Gab es auch Misserfolge? Das sagt die ÖDP.

Die schärferen Kontrollen wegen der Umweltbelastung im Bottroper Süden sieht die ÖDP als ihren Erfolg an. „Wir haben uns sehr früh damit beschäftigt und waren die ersten, die die Anwohner zu einem Bürgerstammtisch eingeladen haben“, hält Sprecherin Marianne Dominas fest. Heute sei es unumstritten, dass es im Süden eine starke Staubbelastung gebe. Durch Untersuchungen sei schließlich klar geworden, dass Blattgemüse im Süden zu sehr mit Schadstoffen belastet sei. Verantwortlich machen die Behörden dafür die Kokerei Prosper. „Jetzt endlich wird das auch ernst genommen“, sagte die Ratsfrau.

Ohnehin setzte sich die ÖDP seit zwei Jahrzehnten im Rat für Ökologie und Klimaschutz ein. „Wir haben es so weit gebracht, dass an diesen Themen niemand mehr vorbei kann, auch die großen Fraktionen nicht“, sagt Marianne Dominas. Lange hätten sich die Öko-Demokraten für Tempo 30 auf Wohnstraßen eingesetzt. Mittlerweile sei das Ziel fast erreicht. Das Fahrradstraßen-Konzept, das in Teilen verwirklicht werde, habe auf der ÖDP-Agenda gestanden. Auch die Ausrufung des Klimanotstandes verbucht die ÖDP als Erfolg für sich mit. „Wir haben dafür gesorgt, dass Vertreter der Fridays-for-Future-Bewegung im Rat reden dürfen“, betont die ÖDP-Sprecherin.

ÖDP ergreift Initiative zur Förderung ehrenamtlicher Arbeit

Die finanzielle Förderung ehrenamtlicher Stadtteilarbeit mit Geldern aus dem städtischen Verfügungsfonds findet die ÖDP besonders gut. „Es gibt da so tolle ehrenamtliche Initiativen“, lobt Marianne Dominas, die sich ebenso darüber freut, dass der Tierschutzverein auf ÖDP-Initiative hin für seine Arbeit nun mehr Geld von der Stadt bekomme.

Mehr Mut des Rates hätte sich die ÖDP bei der Förderung des Nahverkehrs gewünscht. „Wir wollten eine Million Euro einsetzen, um die Menschen zum Umsteigen zu bewegen“, sagt Marianne Dominas. Das vom Rat beschlossene Angebot, an den verkaufsoffenen Sonntagen kostenlos mit dem Bus durch die Stadt zu fahren, sei Wirtschaftsförderung für den Handel, aber kein Einstieg in die Verkehrswende. Die Ratsfrau bedauert, dass der Rat auch dem ÖDP-Kompromiss nicht zustimmte. Rund 300.000 Euro hätte die Stadt ausgeben müssen, hat die ÖDP ausgerechnet. „Dann hätte man in Bottrop das ganze Jahr an jedem Samstag kostenlos den ÖPNV nutzen können.“

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