Plakatausstellung

Bottrop: Plakatkunst im Dienst der Stadtwerbung

Katrin Reck von der Städtischen Galerie und Archivarin Heike Biskup (v.l.) Stadtarchivs der Stadt Bottrop, Heike Biskup vor dem Plakaten für die Ferienspiele der Stadt. Markenzeichen waren damals die beiden Bären „Bot“ und „Trop“.

Katrin Reck von der Städtischen Galerie und Archivarin Heike Biskup (v.l.) Stadtarchivs der Stadt Bottrop, Heike Biskup vor dem Plakaten für die Ferienspiele der Stadt. Markenzeichen waren damals die beiden Bären „Bot“ und „Trop“.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  In der Städtischen Galerie sind ab Freitag Plakate von Heinz Voss zu sehen. Der Maler und Grafiker prägte 20 Jahre das Werbeantlitz der Stadt.

Das Plakat ist die schnelle Botschaft in Wort und Bild - und das auf den ersten Blick. Gut ist ein Plakat dann, wenn beide Elemente eine Einheit bilden. Noch besser, wenn es auch künstlerischen Ansprüchen genügt. Von beidem können sich die Besucher ab Freitag in der Städtischen Galerie im Kulturzentrum überzeugen. Dann eröffnet eine Ausstellung mit Plakaten, die der Bottroper Maler und Grafiker Heinz Voss zwischen den 1960er bis 1980er Jahren schuf.

Gezeigt werden ausnahmslos Plakate, die Voss, damals als Grafiker der Stadt, für die Stadtwerbung schuf. Ganz egal, ob es sich um internationale Veranstaltungen wie die Weltmeisterschaften im Billard handelte oder mehr oder weniger interne Hinweise auf Feste der städtischen Mitarbeiter, geschlossenen Veranstaltungen im Lichthof oder Saalbau, bei denen immerhin Show- und Schlagergrößen wie Heino, Bata Ilic, Rex Gildo oder Iwan Rebroff zu Gast waren.

Exponate aus dem Bestand des Stadtarchivs

Sämtliche Exponate stammen aus dem Bestand des Stadtarchivs, aus dem Kuratorin Katrin Reck jetzt eine kleine nach Themen geordnete Auswahl getroffen hat. „Wir hätten noch viel mehr aus dem Depot holen können“, sagt Archivarin Heike Biskup. „Aber dafür zeigen wir besonders schöne und typische Exemplare aus dem Schaffen von Heinz Voss, die fast alle noch im Siebdruckverfahren hergestellt wurden“, so Katrin Reck.

Voss ist in Bottrop kein Unbekannter. Neben seinen grafischen Arbeiten ist der 1999 im Alter von 80 Jahren verstorbene Künstler, vor allem durch seine Bilder und Zeichnungen bekannt. Bottroper Stadtansichten, darunter die Knippenburg, der alte Pferdemarkt oder Zechenszenen, geben Zeugnis von seiner Heimatverbundenheit. Die Plakate atmen einen anderen, modernen Geist. Da arbeitet Voss mit verschiedenen Schrifttypen, Linien, Schwarzweiß und Farbe. Exemplarisch springt dem Betrachter dabei ein Plakat für den Bottroper Fassadenwettbewerb von 1978 ins Auge. Aber auch bei der Werbung für die 1980 in Bottrop ausgetragene Billard-Weltmeisterschaft verbindet Voss geschickt Inhalt und Bild, spielt mit Linie, Farbe und Schrift.

Wichtig: der Wiedererkennungswert

Bei Sportplakaten setzt er das in den 70er Jahren populäre Trimm-dich-Männchen in Szene. Bei der Werbung für den Bottroper Volkslauf setzt er auf Fotoelemente, die er collagenartig einarbeitet. Für das Plakat zum ersten Bottroper Herbstwaldlauf steuert die Familie von Heinz Voss für die Ausstellung noch zwei Medaillen bei, die die Stadt 1973 verliehen hat. Sie liegen dann in gesonderten Vitrinen.

Heinz Voss, der bis 1984 für zwei Jahrzehnte Öffentlichkeitsarbeit und Stadtwerbung geprägt hat, war in der Szene kein Unbekannter. Er studierte an der Essener Folkwangschule unter anderem bei Jo Pieper und beteiligte sich bereits unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg an der ersten Gemeinschaftsausstellung der Bildenden Künstler NRW in Düsseldorf. In Bottrop war er Zeichenlehrer nicht nur am Mädchengymnasium, dem heutigen JAG, sondern auch der späteren Kulturpreisträgerin Bernhardine Lützenburg.

Der Bottroper ist mit einigen Plakaten auch in der Sammlung des Deutschen Plakatmuseums im Essener Folkwangmuseum vertreten.

Eröffnung und Dauer der Ausstellung

Die Ausstellung wird am Freitag, 24. Januar, um 19 Uhr von Bürgermeisterin Monika Budke eröffnet. Katrin Reck gibt danach in der Städtischen Galerie, Blumenstraße 12-14, 46236 Bottrop,eine Einführung in die Arbeit von Heinz Voss. Zu sehen ist die Schau bis 15. Februar, mo bis fr, 9 bis 20, sa 9 bis 12 Uhr.

Die Plakate aus dem Stadtarchiv, übrigens alle digitalisiert und archiviert, sind für Interessierte über die Archivdatenbank „Augias“ zugänglich.

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