Kultur

Bottrop war und ist ein Ort des Vergnügens

Elsbeth Müller von der Historischen Gesellschaft ist begeistert von den vielen Kunstwerken und Ideen der Schüler für die Ausstellung „Öffentliche Lustbarkeiten“. Florian Lison (rechts) malt zum Beispiel den Stadtgarten auf einer großen Leinwand mit Ölfarben.

Elsbeth Müller von der Historischen Gesellschaft ist begeistert von den vielen Kunstwerken und Ideen der Schüler für die Ausstellung „Öffentliche Lustbarkeiten“. Florian Lison (rechts) malt zum Beispiel den Stadtgarten auf einer großen Leinwand mit Ölfarben.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Kunstkurs des Josef-Albers-Gymnasiums und Historische Gesellschaft zeigen im März die Ausstellung „Öffentliche Lustbarkeiten“ im Malakoffturm.

Die Damen und Herren im reiferen Alter werden sich erinnern. In Bottrop ging früher die Post ab. Tanzlokale, Kneipen ohne Ende, Modenschauen, Kinos und Musikkonzerte im Stadtgarten. Von den Vergnügungsangeboten in der Gegenwart haben sich nun 21 künftige Abiturientin der Q2 des Josef-Albers-Gymnasiums inspirieren lassen. „Öffentliche Lustbarkeiten - Vergnügen in Bottrop“ heißt der Titel des diesjährigen Projektkurses. Herausgekommen sind zahlreiche kunstvolle Objekte, die ab dem 26. März im Malakoffturm auf Prosper II zu sehen sind.

Nur so viel sei verraten. Dann wird auch die Skulptur von Dilara Ülbegi und Mounia Ouerdani ausgestellt. Beide Schülerinnen gestalten einen Hocker aus künstlichen Körperteilen, in Anlehnung an das Halloween Horror Festival im Movie Park. Mit Drahtgestellen haben sie die innere Form geschaffen. Anschließend wurde überlegt, wo welche Körperteile hinkommen sollen. Die Außenhaut besteht aus zusammengeklebten Zeitungsartikeln. Danach wird der Hocker noch blutig, ganz im Sinne des Festivals, angemalt.

Schüler opfern ihre Freistunden

Die Schüler dürfen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. „Es musste nur zum Thema „Vergnügen“ passen“, erklärt Katharina Hüttermann, Kunstlehrerin am Gymnasium und zuständige Projektleiterin. Auch das Material und die Technik dürfen die Schüler frei wählen. Zwei Schülerinnen gestalten einen Comic, in dem zwei fiktive Hauptdarsteller verschiedene Vergnügungsorte wie das Extrablatt oder den Feierabendmarkt auf dem Rathausplatz besuchen. Katharina Hüttermann ist fasziniert von der Comic-Umsetzung. „Beide Schülerinnen arbeiten am Tabletcomputer, haben aber keinen Zeichenstift. Sie machen alles mit den Fingern“, erklärt die Lehrerin. Außerdem wird in der Ausstellung ein Gesellschaftsspiel zu bestaunen sein, dass nicht „Mensch ärgere dich nicht“, sondern „Bottrop ärgere dich nicht“ heißen wird. Örtlichkeiten wie der Tetraeder oder das Grusellabyrinth wurden ausgesucht und fotografisch auf dem Spielbrett verewigt. „Mit Modelliermasse werden zudem die Figuren selber gebaut und die Würfel gestaltet“, so die Kunstlehrerin.

In wenigen Tagen stehen die Abitur-Prüfungen an. Und die Ausstellung rückt immer näher. Die letzten Handgriffe müssen in den kommenden Tagen noch erledigt werden. Normalerweise malen, schneiden und modellieren die Schüler montags in der sechsten und siebten Stunde an ihren Projekten. Mittlerweile opfern sie sogar die eine oder andere freie Schulstunde für ihr künstlerische Arbeit. „Bei dem Projekt haben kunstaffine Schüler die Chance, ihr Potenzial zu zeigen“, sagt Katharina Hüttermann. Gemeint ist unter anderem Florian Lison. Der Schüler malt mit Ölfarben ein schönes Porträt des Stadtgartens auf einer Leinwand mit einer Größe von 160 Zentimeter mal 120 Zentimeter.

Das dritte Kunstprojekt im Malakoffturm

Es ist der dritte Projektkurs zwischen der Historischen Gesellschaft und dem Gymnasium. Nach der Premiere „Schicht im Schacht“ folgte das zweite Projekt „Geschichte(n) der kleinen Leute“. Elsbeth Müller, Geschäftsführerin der Historischen Gesellschaft, schaut sich im Kunstraum vorab alles an und ist begeistert. „Ein tolles Projekt und viele schöne Ideen“, sagt sie. Die Historische Gesellschaft unterstützt den Kurs mit Informationen und Fotos.

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