Gesundheit

Bottroper Kliniken sind fit für neue Pflege-Quoten

340 Pflegekräfte arbeiten im Marienhospital in Voll- und Teilzeit auf zwölf Stationen. Im Bild: Bereichsleiter Frank Krüger hilft Patient Hans-Dieter Ellerbrok wieder mobil zu werden.

340 Pflegekräfte arbeiten im Marienhospital in Voll- und Teilzeit auf zwölf Stationen. Im Bild: Bereichsleiter Frank Krüger hilft Patient Hans-Dieter Ellerbrok wieder mobil zu werden.

Foto: Morris Willner

Bottrop.   Ab Januar müssen bestimmte Stationen ein Minimum an Pflegekräften haben. Kein Problem für MHB und Knappschaftskrankenhaus. Kritik gibt es auch.

Ab Januar müssen Krankenhäuser in bestimmten pflegeintensiven Abteilungen eine Mindestzahl an Pflegekräften vorhalten. So sieht es eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor. Die Untergrenzen für Pflegepersonal gelten für die Bereiche Intensivstation, Kardiologie, Geriatrie und Unfallchirurgie.

Trotz weit verbreitetem Mangel an Pflegekräften sehen sich die Bottroper Kliniken Marienhospital und Knappschaftskrankenhaus wenige Wochen vor Umsetzung der Verordnung gut aufgestellt.

Gute Entwicklung im Pflegebereich

„Die gesetzlichen Vorgaben sind eine gute Entwicklung im Pflegebereich“, sind sich Beate Schönhaus, Pflegedirektorin im Marienhospital, und Christa Hermes, Pflegedirektorin im Knappschaftskrankenhaus Bottrop, einig. Denn, so erläutert Hermes weiter, Krankenhäuser sind Budgetvorgaben unterworfen. „Und die Verordnung legt nun definitiv fest, was ein Krankenhaus vorhalten muss.“

Beide Pflegedirektorinnen hoffen, dass die Finanzierung gesichert ist. Denn auch wenn die Pläne zur Verordnung schon lange in der Luft hängen und die Kliniken sich schon seit Monaten entsprechend wappnen, so ist doch noch Manches im Unklaren.

Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums

Sind pflegesensitive Abteilungen im Krankenhaus unterbesetzt, leiden letztlich die Patienten.Drum reagiert das Bundesgesundheitsministerium mit der Verordnung, die am 11. Oktober in Kraft getreten ist, auf das Scheitern der Verhandlungen zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen zu dem Thema.

Demnach soll ab 1. Januar beispielsweise auf Intensivstationen eine Pflegekraft im Tagdienst 2,5 Patienten betreuen, im Nachtdienst maximal 3,5 Patienten. In Unfallchirurgie und Geriatrie soll tagsüber eine Pflegekraft für zehn Patienten zuständig sein, nachts für 20. In der Kardiologie soll sich tagsüber eine Pflegekraft um zwölf Patienten kümmern, nachts um 24.

Kliniken bilden eigenen Nachwuchs aus

Beide Pflegedirektorinnen sehen ihre Kliniken gut aufgestellt für die neuen Vorgaben. So hat das Marienhospital in diesem Monat noch 18 neue Gesundheits- und Krankenpfleger eingestellt. „Elf davon sogar aus eigenen Reihen, also Auszubildende, die wir nach ihrem Abschluss übernommen haben“, freut sich Beate Schönhaus.

Drei weitere Pflegekräfte starten zum 1. Januar und eine weitere zum 1. April. „Insofern sehe ich dem Januar gelassen entgegen, wir werden die Vorgaben erfüllen.“ Auch Christa Hermes sieht momentan keine gravierenden Defizite für das Knappschaftskrankenhaus.

Pflegeberuf hat viele Facetten

Dennoch sei die Einhaltung der Vorgaben natürlich auch eine tägliche Herausforderung, so Schönhaus. Denn je nach Belegung der Betten variiere natürlich der Bedarf an Pflegekräften. „Aber wir haben sehr flexible Kollegen, die schon jetzt je nach Bedarf in anderen Stationen aushelfen“, so Schönhaus.

Eine große Aufgabe ist natürlich, den Bedarf an Pflegekräften auch in Zukunft zu sichern. Beide Kliniken werben für die Attraktivität des Pflegeberufs, der so viele Facetten und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet, und setzen auf die Ausbildung ihres eigenen Nachwuchses. Im Marienhospital erlernen derzeit 60 Auszubildende und im Knappschaftskrankenhaus über 70 junge Leute den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers.

Patienten mit multimorbiden Erkrankungen

So sehr Christa Hermes die neue Verordnung begrüßt, so kritisch sieht sie diese jedoch auch. „Man muss den Pflegebedarf im Krankenhaus im Ganzen betrachten. denn auch andere Stationen sind sehr pflegeintensiv, aber für sie gelten momentan keinerlei Untergrenzen“, so Hermes und nennt Innere Medizin und Nephrologie als Beispiele: „Wir haben hier heutzutage viele Patienten mit multimorbiden Erkrankungen. Ist das etwa nicht pflegeintensiv.“

Auch Beate Schönhaus hält mit der Gynäkologie ein Beispiel parat: „Die Wöchnerinnen brauchen sehr viel Aufmerksamkeit, haben viele Fragen und Unsicherheiten. Das ist zwar nicht pflege- , aber doch zeitintensiv.“

Jugendliche können sich für Ausbildung bewerben

Sowohl Knappschaftskrankenhaus, als auch Marienhospital suchen Auszubildende für den Beruf des/r Gesundheits- und Krankenpflegers/in. Die Kurse starten im Frühjahr. Interessierte können sich jetzt bewerben.

Informationengibt es im Knappschaftskrankenhaus unter Tel: 15-1901, im Marienhospital unter Tel. 106-2501 und beate.schoenhaus@mhb.de.

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