Reaktion

Bottroper VdK hält höhere Mietzuschüsse für überfällig

VdK-Kreisvorsitzender Josef Weiner zur anstehenden Zuschusserhöhung der kalten Nebenkosten: „Dieses Geld hat die Stadt durch Gebührenerhöhungen vorher kassiert.“

VdK-Kreisvorsitzender Josef Weiner zur anstehenden Zuschusserhöhung der kalten Nebenkosten: „Dieses Geld hat die Stadt durch Gebührenerhöhungen vorher kassiert.“

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Der Bottroper Sozialverband sieht in der beabsichtigten Anhebung allenfalls eine Anpassung. Jüngste Verteuerungen blieben sogar unberücksichtigt.

Für den örtlichen Sozialverband VdK ist die beabsichtigte Erhöhung städtischer Wohnungszuschüsse für ärmere Menschen überfällig. Der Verband weist zudem darauf hin, dass Mieter, die von sozialer Unterstützung abhängig sind, auch in frei finanzierten Wohnungen oder in Wohnungen leben, die nicht mehr der sozialen Bindung unterliegen.

Der VdK Bottrop reagiert auf das Ziel des Sozialausschusses, dass die Stadt auch höhere Kaltmieten für Menschen mit geringem Einkommen bezahlt. Abgestimmt wird darüber in der Ratssitzung am Dienstag, 18. Februar (WAZ vom 15. Februar).

VdK-Vorsitzender Josef Weiner: „Viele Mieten in Bottrop sind durch die Aktionen von Innovation City erhöht worden, da die Kosten der Sanierung prozentual auf die Mieten umgelegt werden. Daher ist auch eine Erhöhung der Kaltmiete von 5,52 Euro auf 5,67 Euro pro Quadratmeter geboten.“

Dass die Übernahme der kalten Nebenkosten von 1,64 Euro auf 1,95 Euro pro Quadratmeter erhöht werden sollen, hält Weiner nicht für eine „soziale Tat“, die Geld kosten werde, wie es in dem Artikel hieß. Weiner: „Dieses Geld hat die Stadt durch die städtischen Gebührenerhöhungen vorher kassiert. Wie das Sozialamt richtigerweise festgestellt hat, ist der Betrag von 1,64 Euro pro Quadratmeter viel zu niedrig angesetzt.“

Aus den Unterlagen des Verbandes gehe zudem hervor, dass die Erhöhungen nur bis 2019 berücksichtigt wurden. Mit den Ende Januar/Anfang Februar 2020 versandten Bescheiden über die Grundbesitzabgaben für das Jahr 2020 seien erneut städtische Gebühren erhöht worden, „die in der Anpassung der Mietnebenkosten noch nicht berücksichtigt sind“.

Die kalten Nebenkosten seien zu großen Teilen städtische Gebühren. „Durch die Erhöhung dieser Gebühren werden zurzeit diese Kosten von den finanzschwachen Bürgern vom Existenzminimum zugezahlt“, sagt Weiner.

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