Finanzen

Bottrops Grüne wollen kein Freiparken mehr im City-Kern

Radfahrer parkten ihre Räder im Sommer auf dem Parkstreifen an der Osterfelder Straße, um gegen den Platzverbrauch durch Autos zu demonstrieren.

Radfahrer parkten ihre Räder im Sommer auf dem Parkstreifen an der Osterfelder Straße, um gegen den Platzverbrauch durch Autos zu demonstrieren.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Verdorrende Bäume und Hochwasser in Kellern - Bottrops Grüne fordern mehr Engagement gegen den Klimanotstand und die Autovormacht in der City.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Haushalt der Stadt für die Jahre 2020 und 2021 muss aus Sicht der Grünen ein Klima-Haushalt sein. „Wir haben Sorgen und Ideen bei den Bürger abgefragt, die wie wir die Dürreperioden im Bottroper Stadtgebiet, den desolaten Zustand der Bäume und Begrünung, aber auch das Hochwasser in den Kellern und den zunehmenden motorisierten Individualverkehr mit großer Sorge beobachten“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzende Andrea Swoboda.

Die Grünen wollen Straßen und Plätze künftig anders nutzen. „Auch in Bottrop scheint es selbstverständlich, dass wertvoller öffentlicher Raum von Massen privater Fahrzeuge zugestellt wird. Das ist nicht zukunftsfähig“, meint Andrea Swoboda. Die Grünen wollen dagegen, dass ab 2020 alle Parkplätze im Kern der Innenstadt gebührenpflichtig werden. Auch sie befürworten ein Busticket für 365 Euro im Jahr.

Innovation City wird in Sachen Verkehr zur Lachnummer

Außerdem müsse mehr für den Fahrradverkehr getan und der Parkraum anders bewirtschaftet werden. Hinzu kommen sollen Begegnungszonen, in denen Fußgänger Vorrang haben: zum Beispiel am Rathausplatz. Neben mehr Bäumen und mehr begrünte Fassaden und Dächer fordern die Grünen auch „Shared Spaces“, also Straßenräume, im dem sich die Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt begegnen: etwa an der Poststraße.

Das Modellprojekt Innovation City habe seine Ziele im Bereich der Mobilität verfehlt, stellen die Grünen fest. „Das liegt nicht an der Innovation City, sondern an der Politik vor allem der SPD und CDU im Verkehrsausschuss“, bemängelt Andrea Swoboda. „Wenigstens die kurzfristigen und mittelfristigen Maßnahmen müssen schleunigst umgesetzt werden, will sich Innovation City nicht zur Lachnummer im Bereich Mobilität machen“, betonte die Grünen-Ratsfrau.

Vorstöße der Verwaltung werden von SPD und CDU ausgebremst

„Wir müssen endlich auch in Bottrop handeln. Doch hier werden die meisten Ansätze ausgebremst. Es ist lachhaft, wenn nun in der SPD Ideen gesponnen werden, die natürlich noch nicht beschlussfähig sind“, kritisiert die Grüne etwa die Idee für eine Umweltspur auf der Osterfelder Straße zwischen ZOB und Gleiwitzer Platz: „500 Meter Umweltspur?“

Es gebe längst gute Lösungen: eine Entschleunigung auf 30 km/h, längere Querungszeiten für Fußgänger an Ampeln, rotmarkierte Radstreifen, die Umwidmung der Parkplätze in Grünflächen. „Das können wir morgen schon umsetzen“, meint Andrea Swoboda. So manche Vorstöße der Verwaltung liefen jedoch ins Leere, spielen die Grünen auf das vorerst gestoppte Parkraumbewirtschaftungskonzept und das nur teils verwirklichte Fahrradstraßennetz an. Auch die städtischen Pläne für den Radschnellweg für Gladbeck, Bottrop und Essen lägen auf Eis. Andrea Swoboda: „Es kann nicht sein, dass Bottrop trotz klammer Kassen auf Millionen Zuwendungen zur Stadtgestaltung und Radinfrastruktur verzichtet.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben