Innovation City

Bund fördert Bottroper Nahwärme-Netz

Die Modernisierung der Rheinbabensiedlung gilt als national bedeutsam. Anwohner können auch die denkmalgeschützten Häuser auf einen neueren energetischen Stadt bringen, hier die Häuser an der Velsenstraße.

Die Modernisierung der Rheinbabensiedlung gilt als national bedeutsam. Anwohner können auch die denkmalgeschützten Häuser auf einen neueren energetischen Stadt bringen, hier die Häuser an der Velsenstraße.

Foto: Michael Korte

Bottrop.   Umweltministerin stellt zwei Millionen Euro für das Klimaschutz-Vorhaben in Aussicht. Bürger können bald denkmalgeschützte Häuser modernisieren oder Strom und Wärme auch für Nachbarn produzieren .

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Bundesumweltministerium fördert den Aufbau des Nahwärme-Netzes im Rheinbaben-Quartier. Ministerin Barbara Hendricks hat dafür soeben zwei Millionen Euro in Aussicht gestellt. Den Zuschuss de Bundes wird die Stadt ab 2016 bekommen, weil eine Expertenjury des Umweltministeriums das Vorhaben auf dem Eigen als national bedeutsam ansieht. „Ich bin sehr froh, dass wir solche Premiumprojekte auf den Weg bringen können“, sagte die Bundesumweltministerin. Hier ist jeder Euro gut investiert“, betonte Barbara Hendricks.

Ins Netz einspeisen

Das Geld aus Berlin soll auch direkt an jene Eigentümer ausgeschüttet werden, die ihre Wohnungen und Häuser modernisieren wollen, teilt die Stadtverwaltung mit. Wie berichtet, will Bottrop als Innovation-City-Modellstadt den Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bei der dann klimaschonenderen Produktion von Strom und auch Wärme in diesem Stadtquartier erhöhen. Dazu sollen Eigentümer ihre Häuser mit modernen und KWK-Anlagen ausstatten. Stellen die Anwohner damit mehr Energie her, als sie selbst verbrauchen, können sie diese an ihre Nachbarn verkaufen oder ins Netz einspeisen. Mit dem Projekt können Anwohner vor allem auch die denkmalgeschützten Bauten in der Siedlung einfacher auf den neusten energetischen Stand bringen. Anhand der Erfahrungen auf dem Eigen wollen die Innovation-City-Manager außerdem ein Handbuch ausarbeiten, an dem sich Anwohner in anderen Quartieren bei ihren Modernisierungsvorhaben orientieren können. Das Rheinbaben-Netzwerk ist eines von nur zwei Projekten im Ruhrgebiet, das die Zuschüsse des Bundes bekommt. Ziel des Bundesprogrammes sei es, herausragende Projekte des Städtebaus zu unterstützen, freut sich NRW-Städtebauminister Michael Groschek über die Anerkennung für das Bottroper Vorhaben. Für Groschek macht das künftig geförderte Projekte auch deutlich, wie sehr sich die Bürger für attraktive Quartiere engagieren.

Strom erzeugende Heizungen

Der örtliche CDU-Bundestagsabgeordnete, Sven Volmering, hebt die Bereitsschaft der Anwohner, sich für den Klimaschutz zu engagieren, ebenfalls hervor. Er verweist darauf, dass sich auf dem Eigen um die 70 Haus- und Wohnungseigentümer grundsätzlich bereit erklärt hatten, sich neue stromerzeugenden Heizungen anzuschaffen. „Das Quartier Rheinbaben hat mit dem Nachbarschafts-Werk ein ausgezeichnetes Projekt. Durch das kooperativ betriebene Nahwärme-Netz werden sowohl das Stadtbild als auch das Klima geschützt“, sagte er.

Innovation City bringt Pluspunkte

Das Städtebauprogramm des Bundesumweltministeriums war mehrfach überzeichnet. 168 Projekte bewarben sich um die Zuschüsse. 630 Millionen Euro wären fällig geworden, um sie alle zu fördern. Die Expertenjury wählte daher bundesweit 49 Vorhaben aus, die der Bund künftig mit rund 150 Millionen Euro unterstützen wird. „Bottrop ist dabei“, freut sich SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Gerdes. „Der Zuschlag ist eine Bestätigung dafür, dass Bottrop in Sachen Stadtumbau den richtigen Weg geht“, betont er. Zu verdanken sei dies auch dem Fakt, dass Bottrop zur Klimaschutz-Modellstadt des Initiativkreises Ruhr ernannt wurde.

„Innovation City bringt uns als Kommune voran und sorgt für überregionale Aufmerksamkeit“, hält der SPD-Vorsitzende fest. Das sieht auch CDU-Abgeordneter Volmering so. „Das ist der nächste erfolgreiche Schritt Bottrops, den Titel ,Innovation City’ mit Leben zu füllen“, sagt er. Oberbürgermeister Bernd Tischler meldet sich dazu sogar aus dem Urlaub zu Wort. „Das Projekt dient dem Innovation-City-Projekt und ergänzt sinnvoll die gerade anlaufenden Zukunftsstadt-Aktivitäten“, sagt er. Wie berichtet, gehört Bottrop ja auch zu den vom Bundeswissenschaftsministerium ausgewählten Städten, in denen Visionen über das städtische Leben ab 2030 entworfen werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben