Feuerwehr

Container als Übergangslösung für die Feuerwache Bottrop

So sieht’s aus im Keller der Hauptfeuerwache: Eine Saugpumpe kämpft gegen eindringendes Grundwasser, Lüftungskästen hängen in Kopfhöhe.

So sieht’s aus im Keller der Hauptfeuerwache: Eine Saugpumpe kämpft gegen eindringendes Grundwasser, Lüftungskästen hängen in Kopfhöhe.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Beim Löschen ist Wasser ein Verbündeter der Feuerwehr. Im Keller der Hauptfeuerwache dagegen ist Wasser ein unangenehmer Gegner der Retter.

Was die Feuerwehr dringend braucht, ist eine neue Hauptwache. Was sie bekommt, ist eine Übergangslösung aus zusammen geschraubten Leichtbaucontainern auf dem Parkplatz an der Hans-Sachs-Straße. Dort sollen Büros, Lager und Werkstätten ausgelagert werden, bis ein Neubau der Hauptwache dort oder anderswo bezugsfertig ist. Das wird fünf bis sieben Jahre dauern, schätzt der Fachbereich Immobilienwirtschaft.

Selten war eine Diskussion über eine städtische Investition so kurz wie im Bauausschuss über die Containerlösung für die Feuerwehr: „Muss sein. Fertig.“ Ausschussvorsitzender Rüdiger Lehr (SPD) schob immerhin noch einen Erklärsatz nach: „Das ist eine Lösung für die Übergangszeit, damit die nicht so lange im Wasser stehen müssen, bis der Neubau fertig ist.“ Klingt übertrieben? Kommen Sie mal mit.

„Durchfeuchteter“ Keller

Auf dem Weg in den Keller der Hauptfeuerwache riecht die Luft dumpf und modrig. Ein Schild lässt den Grund erahnen: „Bitte Bunkertür wegen Luftfeuchtigkeit geschlossen halten!“ Das Grundwasser drückt gegen die Fundamente, der Keller ist, wie die Fachleute vorsichtig formulieren, „durchfeuchtet“. „Länger als eine halbe Stunde sollte man sich hier nicht aufhalten“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Duckheim.

Dumm nur, dass hier unten aus Platzmangel das Kleiderlager untergebracht ist, das Aktenarchiv und ein Lager für Rettungsmittel. Zum Beispiel für Einweghandschuhe, ein Mengenverbrauchsgut für den Rettungsdienst. Deshalb werden sie palettenweise geliefert. So sollten sie praktischerweise auch gelagert werden. Stattdessen schleppen die Mitarbeiter die einzelnen Kartons in den Keller, stapeln sie dort auf provisorischen Paletten, damit sie nicht nass werden, und schleppen sie später wieder hoch, um die Rettungswagen damit zu bestücken. Dabei müssen sie noch achten auf Stolperschwellen aus Beton und Lüftungskästen in Kopfhöhe. „Man lernt hier als erstes, den Kopf rechtzeitig einzuziehen“, sagt Duckheim aus Erfahrung.

Saugpumpe im Dauereinsatz

Ein Stück weiter steht mitten im Flur eine Saugpumpe. Eine Zeituhr steuert das Abpumpen eindringenden Wassers. Und einige Meter weiter lagert Material zur Menschenrettung. Keine schöne Vorstellung.

Zu ebener Erde in der Fahrzeughalle, wo die Rettungsfahrzeuge ein- und ausfahren, liegt ein Hauch von Abgas in der Luft. Und auch hier fehlt Platz. Die Umkleide für die Retter platzt längt aus allen Nähten. Also sind Spinde für die Ausrüstung überall in der Halle verteilt. Bevor die Besatzung eines Rettungswagens aussteigt, sollte sie besser einen Blick aus dem Seitenfenster werfen, ob sie die Autotür nicht einem Kameraden ins Kreuz schlagen: „Wenn die Türen vom Auto geöffnet werden, wird es eng“, sagt Duckheim.

Container auf dem Hof

Wegen der Probleme mit Feuchtigkeit und fehlenden Flächen soll der Hauptausschuss am Dienstag die Notbremse ziehen und knapp eine Million Euro freigeben für den Kauf und den Aufbau von Containern auf dem Hof der Hauptfeuerwache. Archiv, Rettungsdienstlager, Bekleidungslager und Schneiderei sollen dort einziehen, außerdem entstehen dort Büros.

Der feuchte Keller soll künftig ungenutzt bleiben. Büros, die durch den Umzug freigezogen werden, „kompensieren die Defizite im Bestand“, formuliert die Verwaltung. Und die Tankstelle neben den neuen Containerbau bekommt zehn Quadratmeter mehr Dachfläche. Damit der Sprit, wenn schon nicht im Lager, so doch geschützt vor Regen steht.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben