Coronavirus

Bottrop: Nachwuchs nutzt in Coronazeiten stärker neue Medien

Gehören für viele inzwischen zu den völlig normalen Unterrichtshilfsmitteln: Handy und Tablet.

Gehören für viele inzwischen zu den völlig normalen Unterrichtshilfsmitteln: Handy und Tablet.

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Laut Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse zeigen viele Eltern jetzt Verständnis für längere Zeit vor dem Computer. Tipp: Regeln vereinbaren.

In der Zeit der Corona-Krise mit ihren Einschränkungen für den Alltag üben Medien auf Kinder noch mehr als sonst magische Anziehungskräfte aus. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse berichten nahezu alle Eltern (95 Prozent), dass ihr Kind zwischen sechs und 18 Jahren PC, Smartphone und Co. aktuell stärker nutzt als bisher. Bemerkenswert laut KKH: Fast alle Mütter und Väter haben Verständnis dafür (93 Prozent).

Drei Viertel der Jugendlichen sitzen länger vor dem Computer

Laut der Umfrage sitzen drei Viertel (74 Prozent) der Kinder und Jugendlichen häufiger oder länger vor Computer, Laptop oder Tablet, um für die Schule zu arbeiten oder Videos anzuschauen. Noch stärker als ohnehin schon wird auch das Smartphone von der Mehrheit der Heranwachsenden für Chats, Telefonie und Surfen genutzt (54 Prozent). An dritter Stelle verstärkt verwendeter Medien stehen Streamingdienste (39 Prozent), gefolgt vom Klassiker Fernsehen inklusive Mediatheken (33 Prozent).

Rund zwei Drittel der Eltern (64 Prozent) finden es dabei okay, wenn ihr Kind in der aktuellen Ausnahmesituation verstärkt vor dem PC sitzt oder fernsieht. Die Hälfte der Eltern schätzt am Smartphone oder PC, dass ihr Kind darüber mit Freunden in Kontakt bleibt. Und mehr als ein Drittel der Eltern (36 Prozent) betrachtet Medien zurzeit als echten Glücksfall, da sie sich wegen beruflicher Verpflichtungen oder Haushalt nicht rund um die Uhr mit ihren Kindern beschäftigen können.

Gemeinsame Medienzeit

Die KKH rät Eltern in dieser Situation: „Verwandeln Sie einen Teil der freien Zeit in gemeinsame Medienzeit. Zeigen Sie ihren Kindern, was außer daddeln und posten mit Medien alles möglich ist.“ Eltern könnten die Zeit auch nutzen, um sich über Medieninhalte zu informieren, mit denen sich ihre Kinder beschäftigen. „Sprechen Sie über Wirkungen von Inhalten, über Gefühle und stellen Sie Realitätsbezüge her. Das bietet Orientierung und fördert einen gesunden, reflektierten Medienumgang“, so die Krankenkasse, die zudem fürs Aufstellen von Regeln zur Mediennutzung plädiert, etwa durch einen gemeinsam verfassten Medienvertrag über erlaubte Inhalte und Nutzungszeiten. Nach der Corona-Krise sollten die Regeln allerdings aktualisiert werden.

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