Handwerk

Coronakrise: Gute Hälfte der Handwerksbetriebe optimistisch

Laut Handwerkskammer Münster ergeht es dem Bauhandwerk in der Corona-Krise am besten.

Laut Handwerkskammer Münster ergeht es dem Bauhandwerk in der Corona-Krise am besten.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Bottrop.  Verschiedene Branchen sind unterschiedlich stark betroffen. Corona-Effekt-Index der Handwerkskammer legt im Januar zu. Vor allem in Emscher-Lippe

739 Unternehmen haben sich an einer Corona-Blitzumfrage der - auch für Bottrop zuständigen - Handwerkskammer Münster beteiligt. Die Handwerksbetriebe im Kammerbezirk sollten ihre Geschäftsprognosen für das erste Quartal 2021 abgeben.

Deutlich wurde: der Optimismus überwiegt. 58 Prozent der Handwerksbetriebe blicken demnach mit optimistischen Erwartungen auf das erste Quartal des Jahres 2021. Pessimistisch sind dagegen 42 Prozent.

Auswirkungen von Corona werden wieder stärker, so der Kammerpräsident

Während zum Beispiel 4020 Friseur- und Kosmetikbetriebe im Kammerbezirk seit Wochen im Voll-Lockdown sind und teils hart um ihre Existenz ringen, merken 42 Prozent der Befragten laut HWK kein oder nur ein geringes Nachlassen der Kundennachfrage durch Corona. Gegenläufige Entwicklungen gebe es auch beim Umsatz: 29 Prozent verzeichnen keinerlei Effekte, was der höchste Anteil seit Krisenbeginn ist; genauso viele Betriebe sind allerdings stark bis sehr stark betroffen, was wiederum der Maximalanteil seit dem Sommer ist.

„Bei teils sehr unterschiedlicher Betroffenheit der Branchen von der Krise werden die Auswirkungen von Corona insgesamt wieder stärker“, fasst Handwerkskammerpräsident Hans Hund die Ergebnisse zusammen. Er drängt darauf, dass die finanziellen Hilfen kurzfristig und vollständig bei den schwer betroffenen Betrieben ankämen. Außerdem fielen zu viele durch das Förderraster. Mittelfristig setze er seine Hoffnung auf die Impfungen. „Wenn sich die Infektionslage verbessert, führt das zugleich zur Entspannung im Handwerk“, so Hund.

Überwiegend negative Bewertung der Geschäftslage 2020

Durchwachsen, aber im Saldo negativ ist die Bewertung der Geschäftslage im vergangenen Jahr gegenüber 2019 - dem Boomjahr vor der Pandemie: 41 Prozent der Betriebe sagen laut HWK, 2020 sei schlechter gewesen, aber immerhin 24 Prozent erging es trotz Corona sogar besser. Vergleichbar finden 35 Prozent die beiden Jahre.

Die Situation für Beschäftigte hat sich gegenüber Ende November verschlechtert. Das wird bei der Kurzarbeit am deutlichsten; jeder fünfte Betrieb (22 Prozent) nutzt dieses Instrument, um seine Mitarbeiter zu halten (plus sieben Prozent). Unveränderte 72 Prozent der Befragten schließen Personalabbau aus. Sechs Prozent mussten Mitarbeitern kündigen (plus 0,5 Prozent). 14 Prozent halten diesen Schritt in der Zukunft für wahrscheinlich (plus 1,5 Prozent).

"Corona-Effekt-Index" legt um 2,6 Punkte zu

Der „Corona-Effekt-Index“ der HWK nahm gegenüber November um 2,6 Punkte zu. Er lag am 10. Januar bei 20,6 Prozentpunkten. Der Index erfasst die starke bis sehr starke Beeinträchtigung des heimischen Handwerks durch das Virus bei Kundenaufträgen, Lieferfähigkeit, Leistungspreisen, Umsatz, Personalbestand, Liquiditätsengpässe, Kreditbedarf, Kurzarbeit und Personalabbau. Den Betrieben im Münsterland (Index: 19,5 Punkte) ergeht es besser als denen in der Emscher-Lippe-Region (23,3).

Am meisten haben die Soloselbstständigen mit Beeinträchtigungen zu kämpfen (Index: 24,8 Punkte). Schwer haben es auch Betriebe mit fünf bis neun Mitarbeitern (23,5). Am besten kommen kleine Betriebe mit zwei bis vier Mitarbeiterndurch die Krise (14,4). Größere Betriebe ab 50 Personen liegen im Mittelfeld.

Am schlechtesten geht es dem Gesundheitsgewerbe

Nach wie vor ergeht es dem Bauhandwerk am besten. Es folgen nach Ausmaß der Beeinträchtigung das Nahrungsmittelgewerbe, die Anbieter für den gewerblichen Bedarf (vor allem Zulieferer), das Kraftfahrzeuggewerbe und das personenbezogene Dienstleistungsgewerbe. Am schlechtesten ergeht es dem Gesundheitsgewerbe.

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