Coronavirus

Coronavirus: So sehen die Vorbereitungen in Bottrop aus

Ärzte raten, sich regelmäßig die Hände zu waschen oder zwischendurch Handgel zur Desinfektion zu benutzen. In Bottrop gibt es noch keinen Verdachtsfall zum Coronavirus.

Ärzte raten, sich regelmäßig die Hände zu waschen oder zwischendurch Handgel zur Desinfektion zu benutzen. In Bottrop gibt es noch keinen Verdachtsfall zum Coronavirus.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Bottrop sieht sich für mögliche Coronavirus-Patienten gut vorbereitet. Das sagt Ärztesprecher Christoph Giepen zur Entwicklung der Krankheit.

Das Coronavirus hat Nordrhein-Westfalen erreicht. Stand Mittwochnachmittag waren zwei Erkrankungsfälle bestätigt. In Bottrop gibt es aktuell auf Nachfrage unserer Redaktion keinen Verdachtsfall.

„Es wird nicht erst überlegt, was zu tun ist, wenn der Fall eingetroffen ist. Wir sind vorbereitet“, sagt Stadtsprecher Andreas Pläsken. Aber es sei jetzt nicht der Zeitpunkt, etwas zu dramatisieren. Das Knappschaftskrankenhaus, Marienhospital, Feuerwehr, Gesundheitsamt und Ärzteverein tauschen sich eng untereinander aus und haben für den Fall der Fälle entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen.

Marienhospital in Bottrop hat acht Isolierbetten für Coronavirus-Patienten

„Wir wissen, was zu tun ist“, sagt Dr. Michael Nosch, Chefarzt der Notfallmedizin am Marienhospital. Er meint damit stellvertretend auch seine Ärztekollegen sowie die Pflegekräfte. Wenn jemand am Marienhospital die entsprechenden Symptome aufweist, würde er umgehend von einem Behandlungs- in einen Isolationsraum mit Schleuse gebracht werden.

Bei der Anamnese wird der Gesundheitszustand abgefragt. Mit einem Rachenabstrich wird überprüft, ob es sich um Influenza- oder um Corona-Viren handelt. Für den schlimmsten Fall ist vorgesorgt. „Wir haben acht Isolierbetten auf der normalen Station und fünf auf der Intensivstation“, sagt Dr. Michael Nosch.

Überprüfung des Verdachtsfalls nach einer vorgegebenen Definition

Das Robert-Koch-Institut ist für das Marienhospital und für das Knappschaftskrankenhaus hierbei die wichtigste Bezugsquelle. Anhand der vorgegebenen Definition wird überprüft, ob ein Verdachtsfall vorliegt. Dr. Reinhard Welp, Oberarzt und zugleich hygienebeauftragter Arzt, erläutert die zugrundeliegenden Kriterien.

„Zunächst muss jemand die Symptome aufweisen.“ Dazu würden Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber zählen. Außerdem muss der Betroffene in den Risikogebieten gewesen sein, zu denen jetzt auch die Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien in Norditalien zählen. Oder er muss Kontakt zu einer Person gehabt haben, bei der im Labor das neuartige Virus nachgewiesen werden konnte.

Mitarbeiter im Knappschaftskrankenhaus und Marienhospital sind geschult

Im Knappschaftskrankenhaus sind inzwischen Vorkehrungen getroffen worden. „Die Mitarbeiter sind geschult“, sagt Reinhard Welp. Dasselbe gilt für das Personal im Marienhospital. Zum Schutz vor einer Ansteckung sind genügend Hygieneprodukte wie Mundschutz, Einwegkittel oder Handschuhe vorhanden.

Welp empfiehlt vor Schutz gegen eine Erkrankung „das regelmäßige Händewaschen und Abstand halten“. Am besten bis zu zwei Meter. Das Virus kann durch Tröpfcheninfektion wie beim Husten oder Niesen übertragen werden. Jeden Tag werden die Aktualisierungen zu Verdachtsfällen, Risikogebieten und Definitionen auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts verfolgt.

Ärztesprecher Giepen: Unruhe wegen Coronavirus wird größer

Der Bottroper Ärztesprecher Dr. Christoph Giepen glaubt, dass die Unruhe unter den Menschen jetzt größer werde. „Aus meiner Praxis kann ich sagen, dass bisher sehr wenig von den Patienten dazu zu hören war. Seit der erste Fall in NRW - ein Ehepaar aus dem Kreis Heinsberg hatte sich infiziert - bestätigt worden ist, gab es prompt am Mittwoch mehrere Patienten, die dann auch danach gefragt haben.“ Für Bottrop bestätigt der Ärztesprecher: „Wir sind gut vorbereitet.“ Basis des Handelns auch für die niedergelassenen Ärzte seien die Informationen des Robert-Koch-Instituts. Sollte ein Verdachtsfall auftauchen, sei die weitere Vorgehensweise festgelegt. „Das ist digital an die Praxen verteilt worden.“

Der Ärztesprecher möchte noch auf Folgendes hinweisen: „Die Sterblichkeit bei dieser Krankheit ist vermutlich – genau wissen wir es noch nicht – geringer als bei der Influenza-Grippe. Man müsste eigentlich vor der Grippe mehr Angst haben.“ Mit der Meinung steht er nicht alleine da. „Die Grippe ist viel schlimmer“, sagt Dr. Michael Nosch.

Infos gibt es auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts www.rki.de/ncov und des Bundesgesundheitsministeriums https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

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