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Ferienkinder lösen am HRW-Campus Bottrop Kettenreaktion aus

Crazy Machine: Nadine, Laura, Sirin, Jana und Lisa (v. li.) arbeiten im Feriencamp an der HRW in Bottrop an einer Kettenreaktion.

Crazy Machine: Nadine, Laura, Sirin, Jana und Lisa (v. li.) arbeiten im Feriencamp an der HRW in Bottrop an einer Kettenreaktion.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  45 Kinder und Jugendliche besuchen das Feriencamp an der Hochschule Ruhr West in Bottrop. Sie erfahren, was es heißt, ein Mint-Fach zu studieren.

Das ist mal ein Armband: Schließt man den Druckknopf des schwarzen Schmuckbandes, leuchtet ein integriertes rotes LED-Lämpchen auf. Denn unauffällig eingenäht sind leitfähiges Garn und eine Batterietasche. „Das war gar nicht so einfach“, sagt Helene (10) aus Ratingen und zeigt stolz ihr Werk, das sie im Feriencamp an der Hochschule Ruhr West (HRW) gefertigt hat.

Und zwar im Workshop „Do it yourself Wearables”, in dem kreative Textilteile wie kleine Monster mit leuchtenden Augen oder blinkende T-Shirt-Applikationen entworfen und gleichzeitig auf der technischen Seite den Gesetzmäßigkeiten eines Stromkreislaufes auf die Spur gekommen wird.

Mini-Computer lässt Lämpchen blinken

Jana (11) hat unter dem Mond ihrer Fledermaus-Szene aus Stoff noch einen Mini-Computer versteckt, der die Augen der Nachtjäger funkeln lassen kann. „Dieser Mikrocontroller ist schon vorprogrammiert, aber die Schülerinnen hätten die Mini-Computer auch selbst programmieren können“, sagt Workshopleiterin Helga Westerhuis.

Geduld ist hier gefragt, um ohne Wackelkontakte ans Ziel zu kommen, weiß die Mint4U-Mitarbeiterin. Und gute Nerven brauchen auch die Jugendlichen im Workshop nebenan: In drei Gruppen bauen sie eine „Crazy Machine“ aus Alltagsgegenständen.

Physikalische Mechanismen kunstvoll verbinden

„Es geht darum verschiedene physikalische Mechanismen kunstvoll miteinander zu verbinden, so dass hinterher eine Kettenreaktion entsteht“, erklärt Workshopleiterin und Mint4U-Mitarbeiterin Daniela Hockmann. Am Ende soll der Flug einer kleinen Drohne ausgelöst werden. Jana (13) aus Oberhausen und ihre Mitstreiterinnen sind aber für den Mittelteil der „Verrückten Maschine“ zuständig.

Ideen wurden gesammelt, eine Skizze gefertigt, und schließlich auch ganz handwerklich gebohrt und geschraubt. So viel sei verraten: Die fünf Mädchen arbeiten mit Dominosteinen, Sand und einer kleinen Rutsche, um die Kettenreaktion der Maschine in Gang zu halten.

Weitere Angebote für die über 45 Kinder und Jugendliche aus Bottrop, Oberhausen, Ratingen, Wuppertal und Dortmund waren in der für sie kostenlosen Ferienwoche an der HRW Smart-Home-Programmierung oder App-Design. Noah (11) aus Bottrop tüftelte zum Beispiel mit an einer nutzerfreundlichen App zur Ansteuerung von Lampen. Ein guter Workshop? „Mega“, meint der Junge und strahlt.

Exkursion an den Kirchschemmsbach

Nach dem Mittagessen konnten die jungen Teilnehmer jeweils weitere Erlebnisstationen entdecken. Übrigens auch abseits des Campus: Als Kooperationspartner bot das RWW-Haus Ruhrnatur eine Wasserexkursion an den Kirchschemmsbach an. „Wir machen hier Berufsorientierung“, fasst zdi-Koordinatorin Tanja Lübbers das Angebot Ferien4U zusammen, das schnell ausgebucht war. Es sollte Schülern einen Eindruck davon vermitteln, was es heißt, ein Mint-Fach zu studieren. Mint steht für Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Jana (13) aus Oberhausen fühlte sich hier genau richtig: „Ich mag Mint generell gerne.“ Bis zur Studienentscheidung bleibt ihr noch viel Zeit – und die Möglichkeit, ähnliche Angebote auszuprobieren.

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