Umwelt

Brunnenwassertest: Lange Schlangen vor dem Labormobil

Am Labormobil auf dem Johann-Breuker-Platz gibt Maria Torres  eine Wasserprobe an Dipl.-Phys. Harald Gülzow.

Am Labormobil auf dem Johann-Breuker-Platz gibt Maria Torres eine Wasserprobe an Dipl.-Phys. Harald Gülzow.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Viele Brunnenbesitzer kommen jedes Jahr zum Testlabor auf den Johann-Breuker-Platz. Oft finden die Experten in den Proben bedenkliche Werte.

Wasser wurde in besonders in den letzten trockenen Monaten und Jahren zum viel diskutierten Thema. Kinder wollen planschen und die Blumen und die Pflanzen im Garten müssen täglich gegossen werden. Dazu braucht man keine Trinkwasser-Qualität, also wohl dem, der als Alternative zum kostbaren Leitungswasser einen eigenen Brunnen gebohrt hat und Pflanzen, Gartenteich und Planschbecken damit kostengünstig füllen kann.

Aber: Nicht jedes Brunnenwasser ist für jeden Zweck nutzbar und muss auf seine Eignung untersucht werden. Besonders Nitrate aus der Felderdüngung belasten häufig das Wasser ebenso wie hoher Salz,- Säure- oder Eisengehalt. Deshalb stellte die Umweltorganisation VSR – Gewässerschutz am Donnerstag einen Laborwagen auf den Johann-Breuker-Platz.

Kleine Untersuchung geht schnell

Dort konnten Brunnenbesitzer ihr Wasser analysieren lassen. Brunnenwasser sei durch hohe Nitratwerte oft nur eingeschränkt nutzbar und vielfach nicht als Trink- oder Tränkwasser geeignet. Die Untersuchungsinhalte seien abhängig von der Nutzung des Wassers und nur für private Brunnen, stellt Diplom-Physiker Harald Gülzow klar, denn diese Brunnen werden sonst nicht kontrolliert: „Die Leute kommen freiwillig.“ Die eventuellen Konsequenzen aus den Untersuchungsergebnissen können nur freiwilliger Art sein, betont Gülzow: „Wenn Belastungen da sind, machen wir Vorschläge, was man verändern kann.“

Das Interesse an der Wasseruntersuchung ist hoch. In langen Schlangen stehen die Menschen vor dem Labormobil, an dem die beiden Mitarbeiter vom Bundesfreiwilligendienst bereits in der ersten Stunde 60 kleine Wasserflaschen angenommen und geduldig das Prozedere erklärt haben.

Wer nur die kleine Untersuchung auf Nitrat, Säure- und Salzgehalt in Anspruch nimmt, weil er nur Gießwasser benötigt, bekommt sein Ergebnis bereits am gleichen Vormittag an Ort und Stelle präsentiert. Im fahrbaren Labor stehen Fotometer für die Nitratbestimmung und Elektrodenmessgeräte für die Messung von Säuregehalt und Salz bereit.

Gutachten brauchen Zeit

Untersuchungen mit umfassenden Gutachten dauern zwei bis drei Wochen. Die Kosten liegen je nach Umfang. zwischen zwölf und 99 Euro. Ulrike Heintze nutzt das Brunnenwasser auch als Trinkwasser: „Sonst lassen wir das Wasser vom Hygieneinstitut untersuchen, aber wenn die Gelegenheit einmal da ist, wollen wir sie auch nutzen.“ Die Menschen kommen aus allen Stadtteilen, von Feldhausen bis zum Bottroper Süden.

Christine Sleboda will wissen, ob ihre Wasserqualität gut ist. Jörg Fischer – betont nicht aus Kirchhellen, sondern aus Feldhausen - nutzt seinen Brunnen für den Garten und den Fischteich und will erfahren, ob das Wasser dafür geeignet ist. Aus Batenbrock ist Willi Dirkhoff gekommen.

„Wir haben Bauern nebenan“

Als Besonderheit zieht er das Wasser aus einer Mergelschicht und dort könnten besondere Stoffe beinhaltet sein. Reinhold Steinwasser hat einen 19 Meter tiefen Brunnen und weiß: „In Kirchhellen braucht man viel Wasser.“ Er will ein Planschbecken für seine Enkel befüllen und sorgt sich um die Wasserqualität. Bei Gisela Heyers aus Feldhausen geht es vor allem um den Nitratgehalt. „Wir haben Bauern nebenan.“

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