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Corona: Stadt schließt Gastro-Betriebe an der Grafenmühle

Für Motorrad- und Autofahrer geht hier nichts mehr: Absperrung an der Grafenmühle.

Für Motorrad- und Autofahrer geht hier nichts mehr: Absperrung an der Grafenmühle.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Von Karfreitag bis Ostermontag müssen die Betreibe schließen. Polizei, Ordnungsdienst und Sicherheitsfirmen werden die Abstandsregeln überwachen.

Die Stadt hat an der Grafenmühle die Notbremse gezogen: Die gastronomischen Betriebe dort müssen von Karfreitag bis einschließlich Ostermontag dichtmachen.

Weil der Stadt vermehrt Verstöße gegen das Kontaktverbot am Biker-Treff „Zur Grafenmühle“ gemeldet wurden, gibt es seit Dienstag Einschränkungen. Bis Dienstag, 14. April, werden sämtliche Zufahrtsstraßen sowie die Parkplätze gesperrt. Zusätzlich sind am Wochenende Kontrollen des Ordnungsdiensts mit der Polizei und privaten Sicherheitsunternehmen geplant. „Der Abschleppwagen wird an der Grafenmühle wenn nötig im Akkord arbeiten“, formuliert Stadt-Sprecher Andreas Pläsken die Warnung des Krisenstabes.

Schließungsverfügung

Die Stadt hatte schon am Montag betont, dass neben dem Kontaktverbot und dem Einhalten des Abstands von mindestens 1,5 Metern auch die Hygienevorschriften von den örtlichen Imbiss- und Gaststättenbetreibern eingehalten werden müssten. Zudem gilt unter anderem die Regelung, dass dort gekaufte Waren nur außerhalb eines Umkreises von 50 Metern verzehrt werden dürfen. Pläsken: „Vor Ort hat der Krisenstab den Eindruck gewonnen, dass diese Verhaltensregeln nicht wirkungsvoll durchzusetzen sind. Deshalb haben wir die Schließung verfügt. Gründonnerstag dürfen die Betriebe noch einmal öffnen, von Karfreitag bis Ostermontag bleiben sie geschlossen.

Für Gründonnerstag gilt: Bei Zuwiderhandlungen gegen die Abstandsregelungen drohen bei geringfügigeren Verstößen mindestens 200 und höchstens 25.000 Euro Bußgeld. Schwerwiegenderes wird nach Strafrecht mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet.

Großräumige Absperrung

Am Dienstag hatte der Krisenstab an der Grafenmühle noch einmal nachgelegt. Damit das Kontaktverbot am kommenden Wochenende eingehalten wird, werden an den großen Zufahrtsstraßen „Alter Postweg/ Zur Grafenmühle“, „Bottroper Straße/ Vossundern“ und „Schneiderstraße/ Vossundern“ große Hinweisschilder aufgestellt, die die Verkehrsteilnehmer vorab über die Sperrungen zum Naherholungsgebiet „Grafenmühle“ informieren. Am Mittwoch hat der Krisenstab angekündigt: „Wir machen die größtmögliche Absperrung rund um die Grafenmühle.“

Betreiber: Manche Gäste halten sich nicht an die Regeln

Für die Gastronomiebetriebe an diesem beliebten Ausflugsziel bedeutet die Schließung ab Karfreitag noch einmal eine Verschärfung der ohnehin angespannten Situation. „Wir spüren bereits seit Mittwoch die die Sperrung des Alten Postwegs, es kommen vor allem weniger Biker“, sagt Gordon Kremer. Er ist Assistent der Geschäftsführer Christian Biesgen und Yasin Erbay, die das „Woodpecker’s“ und das „Herzblut“ an der Grafenmühle betreiben. Es seien aber nicht die Gastronomen, die sich nicht an die Vorschriften in Zeiten der Corona-Epidemie hielten, Hinweise gebe es genügend. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, betont Kremer. Leider beachteten aber manche Gäste vor allem die Abstandsregelungen nicht oder bildeten zu große Gruppen.

Der Außerhausverkauf hätte auf jeden Fall einen Teil der ohnehin großen Verluste der Restaurantbetriebe auffangen können. Beide Läden beschäftigten immerhin gut 30 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die man unbedingt halten wolle. „Die Gäste haben aber zumeist Verständnis für die Maßnahmen, sind aber genauso enttäuscht, wie wir“, sagt Gorden Kremer. Das Wichtigste sei jedoch, dass alle gesund blieben und die Epidemie sich nicht weiter zuspitze.

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