Wirtschaft

Corona: Werbegemeinschaft blickt optimistisch nach vorn

Brezelbruder mit Mund-Nasen-Schutz: Die Werbegemeinschaft Kirchhellen appelliert an die Kunden, den Einzelhandel im Dorf zu unterstützen.

Brezelbruder mit Mund-Nasen-Schutz: Die Werbegemeinschaft Kirchhellen appelliert an die Kunden, den Einzelhandel im Dorf zu unterstützen.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Kirchhellen .  Die Werbegemeinschaft sieht das Dorfleben auf dem Weg zurück zur Normalität, sagt der Vorsitzende Stephan Kückelmann. Ausnahme: die Gastronomie.

Die Corona-Krise hat das Dorf schwer getroffen. Nun kehrt nach und nach die Normalität zurück. „Ich freue mich, dass das Schlimmste nun hinter uns liegt und wir gemeinsam nach vorne blicken können“, sagt Stephan Kückelmann, Vorsitzender der Kirchhellener Werbegemeinschaft. Nach seiner Einschätzung haben Handel und Dienstleister im Dorf jetzt gute Chancen, die Umsatzverluste durch die Coronakrise wettzumachen. „Im Dorf können sich die Leute frei bewegen, anders als in den großen Centern.“

Als Mitte April die Nachricht kam, dass zunächst wieder kleinere Geschäfte öffnen dürfen, ging ein Raunen der Erleichterung durch das Dorf. Unter strengen Corona-Vorschriften konnten endlich wieder Kunden begrüßt werden. Die Hygienemaßnahmen haben sich mittlerweile überall eingespielt. „Die Kunden halten sich an diese Regeln. Ich habe das Gefühl, dass sich viele dadurch sicherer fühlen“, sagt Marita Müller vom Bekleidungsgeschäft Andy‘s Young Fashion.

Gewöhnt an Maskenpflicht und Mindestabstand

An Maskenpflicht, Mindestabstand und Desinfektionsmittel haben sich die meisten Kunden mittlerweile gewöhnt. Auch Branchen, in denen zunächst noch strengere Beschränkungen herrschten, dürfen nun unter gewissen Voraussetzungen neu starten. Seit dem 11. Mai darf zum Beispiel im EMS-Studio „Twobfit“ wieder trainiert werden. „Nach einer achtwöchigen Schließung waren unsere Mitglieder sehr glücklich darüber, wieder etwas Gesundes für ihren Körper zu tun. Auch wenn es nur 20 Minuten pro Woche sind, hat ihnen das Training mit uns sehr gefehlt“, freut sich Inhaber Sebastian Bednarski.

Auch Paolo Fini von der Eiscafé Pisa darf endlich wieder Gäste bewirten. „Wir haben draußen nur die Hälfte an Tischen stehen. Das ist aber besser als gar nichts“, so Paolo Fini. Besonders an warmen Tagen kommen die Menschen. Da muss aufgrund der geringen Kapazität auch mal gewartet werden. Aber der Eisdielen-Besitzer ist zufrieden. „Die Gesundheit geht vor“, sagt er.

Reisebüro: Endlich bewegt sich was

Erleichtert ist auch Ellen Homann vom Reisestudio & Rosee Reisen. „Endlich gibt es Signale aus der Politik, wann Urlaub möglich ist“, so Ellen Hohmann. Bei Fragen und Unsicherheiten rund um das Thema ist sie mit ihrem Team Ansprechpartner vor Ort. „Wir sind immer auf dem neuesten Stand der Dinge“, sagt sie.

Nun, da alle Kaufleute wieder zurück sind, schaut Stephan Kückelmann mit Zuversicht in die Zukunft. „Ich hoffe, dass wir als Werbegemeinschaft bald auch spannende Aktionen und Veranstaltungen stattfinden lassen können“, so der Vorsitzende. Außerdem hofft er, dass die Kirchhellener weiterhin ihren Händlern im Ort die Treue halten. „Gerade in der jetzigen Zeit ist es umso wichtiger, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen und nicht alles online zu kaufen. Die Kaufleute freuen sich über Ihren Besuch.“

Plus auf dem Wochenmarkt

Die Auswirkungen der Krise seien in den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich gewesen. So hätten Lebensmittelhandel und Wochenmarkt durchaus profitiert von der Schließung der Gastronomie, sagt etwa Janet Gahlen von Fisch Piotrowski. „Bei uns lief es während des Lockdown sogar besser als vorher, weil die Leute selbst kochen mussten. Jetzt sind die Umsätze wieder normal.“

Eindeutiger Verlierer der Coronakrise ist die Gastronomie, sagt Kückelmann. Unter den Vorgaben von Mindestabstand und Kontaktverbot, die das Platzangebot in den Gaststätten drastisch einschränken, „können Wirte auf Dauer nicht überleben“. Er hofft für die Gastronomen, „dass die Lockerungen sich fortsetzen, wenn sich das Infektionsrisiko weiter verringert. Wir hatten in Bottrop am Dienstag noch zehn erkrankte Menschen. Das ist sehr überschaubar.

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