Sturmschäden

Das Wäldchen am Sensenfeld fällt ab Oktober

Das war mal ein Wald: So sah es am Sensenfeld nach dem Durchzug der Windhose im Juni 2017 aus.

Das war mal ein Wald: So sah es am Sensenfeld nach dem Durchzug der Windhose im Juni 2017 aus.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Nach den Stürmen 2016 und 2017 hatte der Fachbereich Grün darauf gehofft, dass sich das Waldstück erholt. Das Gegenteil war der Fall.

Der Fachbereich Grün hat mit Bedauern den Daumen gesenkt: Das ein Hektar große städtische Wäldchen zwischen Sensenfeld und Schleitkamp ist nicht mehr zu retten. Ab Oktober beginnen die Rodungen, wenn die Bezirksvertretung Kirchhellen ihnen nächste Woche zustimmt.

Die Stürme 2016 und vor allem die Windhose im Juni 2017 hat den Waldflächen auf beiden Seiten des Sensenfeldes schwer zugesetzt. Von Hünxe aus zog sich eine Schneise der Zerstörung über den Heidesee und Grafenwald bis hin zur Hohen Heide, wo die Windhose an Kraft verlor. Am Sensenfeld fiel damals ein Baum auf ein Haus, auch eine Spielerbank im Waldstadion wurde unter einem Baum begraben. An einigen Stellen waren so viele Bäume umgestürzt, dass Anwohner freie Sicht nach Osten bis auf die Bottroper Straße hatten.

Im Herbst 2017 hatten Regionalverband Ruhr (RVR) und Stadt auf ihren Flächen mit den Aufräumarbeiten begonnen. Sowohl der Fachbereich Grünen als auch der RVR-Revierförster Werner Meemken wollten abwarten, ob sich nach der Fällung der Gefahrenbäume der restliche Bestand erholt. Über die RVR-Flächen hatte Meemken gesagt: „Ob wir auf die natürliche Verjüngung oder eine Aufforstung setzen, das hängt von dem Gebiet ab. Die Wiederbewaldung ist ein Prozess, der noch über mehrere Jahre andauern kann.“

Zumindest auf der städtischen Waldfläche zwischen der Sportanlage des VfL Grafenwald und der Straße Am Schleitkamp hat sich die Hoffnung der Experten zerschlagen, das Waldstück könne sich wieder erholen. Das Gegenteil sei leider der Fall gewesen, analysiert der Fachbereich Grün: „Die stark geschädigten Bäume beginnen abzusterben, was Probleme mit der Verkehrssicherungspflicht mit sich bringt.“ Soll heißen: Abgestorbene Äste können auf die Sportanlage oder auf die Straße fallen. Im Januar 2018 war schon einmal ein Baum auf den Sportplatz gestürzt.

Die ernüchterte Bilanz des Fachbereichs Grün: „Eine umfassende Sanierung des vorhandenen Gehölzbestandes scheidet aufgrund der irreparablen Schädigungen der meisten Bäume aus.“ Denn jetzt ist im Wortsinn auch noch der Wurm drin. Neben Schädlingen haben auch Pilze die Bäume befallen. Sie haben die Kiefernschütte zwischen Fußballplatz und Tennisanlage ausgelöst. Die Kiefernnadeln werden erst gelb, dann braun und werden schließlich abgeworfen.

Aus dem Waldrand zum Alten Postweg sollen nur Gefahrenbäume heraus geholt werden, um die Amphibien dort zu schützen. Auf dem Rest der Waldfläche will der Fachbereich Grün einige Eichen zu retten versuchen. Aber Stadt-Sprecher Thorsten Albrecht will die Sache nicht schön reden: „Weitgehend wird der Wald abgeräumt.“

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