St. Johannes

Die Kirchhellener wird der scheidende Pastor vermissen

Klaus Klein-Schmeink bei seiner letzten  Fronleichnamsprozession in St. Johannes am 20. Juni.

Klaus Klein-Schmeink bei seiner letzten Fronleichnamsprozession in St. Johannes am 20. Juni.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Pastor Klaus Klein-Schmeink verabschiedet sich Sonntag von seiner Gemeinde. Er macht kein Hehl daraus, dass er gern länger geblieben wäre.

Auch bei seinem Abschied wird Pastor Klaus Klein-Schmeink kein Hehl daraus machen, dass er sehr gern geblieben wäre in St. Johannes. Das Bistum hat anders entschieden und ihn zum 1. Oktober nach St. Antonius in Kevelaer. Natürlich freut er sich auf seine neue Aufgabe, sagt er. Aber er sagt auch: St. Johannes hätte eine personelle Kontinuität gut getan.

Als Klaus Klein-Schmeink „zum Kartoffelfest 2005“ (25. September) nach Kirchhellen kam, da wusste er, was er tun wollte. „Mir und meinem Mitbruder (Manfred Stücker) wird es um die würdevolle Gestaltung der Liturgie gehen. Die Schönheit einer Hl. Messe sagt oft mehr als eine Predigt und spricht nicht nur den Kopf, sondern den ganzen Menschen an. Ein weiterer Punkt wird sein, dass wir uns um handfeste Katechesen und lebensnahe Predigten bemühen wollen.“

Auftrag: Fusion durchsetzen

Schmücker und Klein-Schmeink wussten aber auch, was sie vor allem anderen tun mussten: die schmerzhafte Fusion der Gemeinden Feldhausen, Grafenwald und Kirchhellen-Mitte zur Großgemeinde St. Johannes umsetzen. Der Abschied von „use Pastor“ Bernhard Fögeling aus Grafenwald 2006 war der Startschuss, Klein-Schmeink wurde Pfarrverwalter und verhandelte die Fusion.

„Gut, dass Manfred Stücker und ich gut miteinander ausgekommen sind“, sagt er im Rückblick. Wobei Stücker als Chef des Kirchenvorstands öfter die undankbare Aufgabe gehabt habe, schmerzliche Schnitte zu verkünden und Klaus Klein-Schmeink zu versöhnen und zu trösten versuchte. Zusammenfassend sagt er im Rückblick: „Wir haben die Fusion einigermaßen gut hinbekommen. Mit dem, wie St. Johannes heute dasteht, können wir uns sehen lassen. Ich habe zum Beispiel den Eindruck, dass zum Beispiel wieder mehr Menschen als früher zur Fronleichnamsprozession kommen.“

Lob des Dörflichen

Das funktionierende Gemeindeleben hat eine wesentliche Ursache im großen ehrenamtlichen Engagement, das im Dorf noch selbstverständlicher ist als anderswo. „Das Dörfliche ist in St. Johannes noch intakt“, sagt er über die vielen Helfer und findet es immer noch „beeindruckend, wie wir das mit dem Kreuzweg hinbekommen haben“. Innerhalb eines Jahres waren die Stationen finanziert, gebaut - und werden bis heute liebevoll gepflegt.

Was er im Rückblick bedauert? „Dass wir Einschränkungen machen mussten bei der Jugendarbeit, weil eine Pastoralreferentenstelle unbesetzt geblieben ist.“ Über seine Versetzung sagt er heute nur noch: „Es wäre gut gewesen, ein wenig Ruhe und Kontinuität in die Gemeinde zu bringen. Immer das Neue ist nicht immer das Beste.“ Vier Jahres, bis zu seinem Silbernen Priesterjubiläum hätte er noch bleiben wollen. Der Bischof wollte es anders. Immerhin: Pater Perya wird wohl bleiben: „Er hat eine Zusage bekommen, dass er bleiben darf.“

„Die Kirche muss im Dorf bleiben“

Mit Ratschlägen an seinen Nachfolger hält sich der scheidende Pastor zurück. Das neue Team werde gut daran tun, Bewährtes zu erhalten und behutsam eigene Akzente zu setzen. Klar ist für ihn: „Die Kirche muss im Dorf bleiben und präsent sein, wenn das Dorf feiert.“ So, wie er es eingeführt hat mit der offenen Kirche und den Andachten beim wieder belebten Dorffest.

„Was ich vermissen werde, sind die Kirchhellener“, sagt er sehr entschieden. „Sie können gut feiern, aber auch gut anpacken und sind liebenswert.“ Mit vielen von ihnen könnte es nächstes Jahr ein Wiedersehen geben bei der Wallfahrt in Kevelaer. Und das erste Septemberwochenende 2020 wird er natürlich wieder im Dorf verbringen: „Beim Schützen- und Brezelfest werde ich dabei sein.“

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