Stadtplanung

SPD fordert: Die Feuerwehr gehört in die Ortsmitte

Sanieren oder anderswo neu bauen? Das Gerätehaus der Ortswehr Kirchhellen (vorn links) mit der Feuer- und Rettungswache 2 an der Schulstraße.

Sanieren oder anderswo neu bauen? Das Gerätehaus der Ortswehr Kirchhellen (vorn links) mit der Feuer- und Rettungswache 2 an der Schulstraße.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Kirchhellen.  Sitzt die Feuerwehr bald nicht mehr an der Schulstraße? Die Stadt prüft drei andere Standorte. Nicht der beste Plan, sagt die SPD Kirchhellen.

Der Feuerwehrstandort an der Schulstraße ist ein Sanierungsfall. Seit Jahren schon prüft die Verwaltung Lösungen, auch aufgefordert von der Bezirksvertretung. Die SPD Kirchhellen will diese Diskussion jetzt öffentlich führen und spricht sich gegen die derzeit laufende Suche nach anderen Standorten aus: „Die Feuerwehr gehört in die Dorfmitte“, sagt SPD-Ratsmitglied Oliver Altenhoff.

Dezernent Paul Ketzer hatte das Thema Feuerwache 2016 schon als „höchste Priorität“ eingestuft und den Fahrplan der Verwaltung in der Bezirksvertretung vorgestellt. Sie werde prüfen, wie aufwändig eine Sanierung an der Schulstraße wäre, und anschließend Alternativen berechnen lassen. Gutachter kamen nach WAZ-Informationen schon früh zu der Einschätzung, dass eine Sanierung an der Schulstraße im laufenden Betrieb unverhältnismäßig teuer sei.

Verhandlungen über drei Standorte

Deshalb hat die Verwaltung eine Reihe von neuen Standorten für die Feuer- und Rettungswache 2 und das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhellen geprüft. Zwei aus Feuerwehrsicht gut geeignete Standorte sind aus finanziellen und technischen Gründen verworfen worden. „Wir verhandeln derzeit über drei Standorte“, sagt Stadtsprecher Andreas Pläsken.

Die SPD Kirchhellen sieht dagegen viele gute Gründe, am Standort Schulstraße festzuhalten, sagen Oliver Altenhoff und SPD-Bezirksfraktionschef Willi Stratmann: „Es gibt keinen besseren Standort.“ Dabei berufen sie sich auf den Dezernenten, der den Standort selbst als „feuerwehrtechnisch optimal“ bezeichnet habe.

Das stimmt so nicht ganz, sagt Feuerwehrsprecher Michael Duckheim: Der Standort liege zwar zentral und sei auch für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sehr gut erreichbar, sei aber beengt. Zu den möglichen anderen Standorten hält sich die Feuerwehr mit Hinblick auf die laufenden Verhandlungen ebenso bedeckt wie die Verwaltung. Duckheim formuliert es so: „Es ist derzeit kein Standort in der Diskussion, bei dem wir im Vergleich zum Standort Schulstraße große taktische Nachteile sehen.“

„Sanierung könnte in jedem Fall Sinn machen“

Die SPD sagt dazu: Selbst wenn eine Sanierung an der Schulstraße aufwändiger wäre als ein Neubau, könnte sie Sinn machen. An jedem neuen Standort, gibt Altenhoff zu bedenken, stellt sich die Frage des Lärmschutzes: „Wenn die Feuerwehr ausrückt, tut sie das nun mal mit Sireneneinsatz. Rund um die Schulstraße sind die Menschen an die Feuerwehr gewöhnt.“

Die CDU hatte den Gedanken ins Spiel gebracht: Wenn die Feuerwehr umzöge, sei Platz für eine Erweiterung des Schulzentrums. Diese Erweiterung wird nicht gebraucht, sagt Stratmann: „Bislang kommen Schüler aus Alt-Bottrop und den Nachbarstädten in der Größe einer Klasse an Sekundarschule und Vestisches Gymnasium. In Dorsten, bald auch in Gladbeck und womöglich auch in Alt-Bottrop, wird es Konkurrenzangebote geben, so dass an der Schulstraße nur fünf Züge pro Jahrgang übrig bleiben werden.“

Kritik am Vorgehen der Verwaltung

Scharfe Kritik übt die Kirchhellener SPD, dass sich die Verwaltung ohne öffentliche Diskussion offenkundig vom Standort Schulstraße verabschiedet habe. Altenhoff: „Im Grund ist es eine Frechheit, dass die erste Grundsatzentscheidung nicht kommuniziert wurde.“ Stratmann ergänzt: „Ich wünsche mir, dass wir darüber eine öffentliche Diskussion führen. Sonst wird uns womöglich eine Entscheidung in kürzester Frist aufgezwungen. Dann kommt eine Woche vor der Sitzung der Bezirksvertretung die Beschlussvorlage der Verwaltung: Wir bauen neu.“

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