Naturschutz

Waldjugend Kirchhellen frisiert Kopfweiden

Sebastian Schwing schneidet die Kopfweiden bei der Aktion der Waldjugend in Kirchhellen.

Sebastian Schwing schneidet die Kopfweiden bei der Aktion der Waldjugend in Kirchhellen.

Foto: W. Labus / FUNKE Foto Services

Bottrop-Kirchhellen.   Der beherzte Schnitt sichert das Überleben der Bäume. Aus den abgeschnittenen Ästen können Kinder später Indianerzelte oder Flechtzäune bauen.

Kräftig angepackt haben Mitglieder der deutschen Waldjugend Kirchhellen am Hof Rottmann. Alle zwei Jahre muss das Astwerk der schnell wachsenden Kopfweiden zwischen dem Hof und dem Golfclub Schwarze Heide zurückgeschnitten werden, damit die Bäume nicht brechen und absterben. „Das machen wir jedes Jahr mit jedem zweiten Baum, also insgesamt 14 Weiden“, sagt Stefan Bohne.

Als Horstleiter übernimmt Bohne die Organisation von Aktionen wie dieser und pflegt den Kontakt zu anderen Schutzgemeinschaften und Waldjugenden. Dass nur jeder zweite Baum geschnitten wird, dient dazu, Nisträume für die einheimischen Vögel für die kommenden Monate zu erhalten. Davon profitiert zum Beispiel das Steinkäuzchen. Deshalb wird jeweils in einem Jahr nur die eine Hälfte der insgesamt 28 Weiden geschnitten, im nächsten Jahr die andere.

Keine Nistzeit

Warum genau jetzt die Sägen ausgepackt wurden, liegt an der Jahreszeit. „Im Winter nisten keine Vögel in den Bäumen, deshalb können wir bedenkenlos an ihnen arbeiten“, erklärt Stefan Bohne. Die Nistzeit reiche von Anfang März bis Ende September.

Bei dem matschigen Boden rutscht der ein oder andere der zehn Helfer auch schon mal aus Versehen in den Bach hinein, der an den Weiden entlang fließt. Das lockert die eh schon gute Stimmung aber nur noch weiter auf. Die älteren Helfer der Waldjugend klettern auf die Bäume und sägen, was das Zeug hält. Die jüngeren Mitstreiter packen am Boden kräftig an und stapeln die abgeschnittenen Äste.

Diese dienen später aber keineswegs nur als Brennmaterial oder gar Abfall. Zu einem Großteil werden sie in das Waldpädagogische Zentrum Kirchhellen (WPZ) gebracht, wo sie dann an die Tiere verfüttert werden und vor allem von Kindergärten abgeholt werden. Jedes Jahr aufs Neue freuen sie sich über das viele weiche Holz, mit dem sie Tipis, also kleine und große Indianer-Zelte, oder Flechtzäune bauen können.

„Als Waldjugend machen wir viele Spiele rund um das Thema Wald und starten viele naturgebundene Aktionen. Für Pfingsten und den Sommer haben wir wieder Ferienlager geplant“, erzählt Waldjugend-Gruppenleiter Jonas Harkin. Alle zwei Wochen findet eine Gruppenstunde im Waldpädagogischen Zentrum statt, wo neue Gesichter immer willkommen sind.

Die nächste anstehende Aktion ist, die lückenhafte Buchenhecke am WPZ zusammen mit den Gruppenkindern wieder neu aufzubauen. „Wir sind stolz auf unsere Jugend, dass sie das alles macht“, freut sich Peter Pawliczek, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW). Bereits seit 1987 besteht die Waldjugend in Kirchhellen.

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