Schmutzwäschekampf

Konkurrenz für Wäschereien: Bottrops Betriebe bleiben cool

Ob die Zukunft rosig ist, weiß niemand: Aber Inge Schmidt-Mayr, Inhaberin der gleichnamigen Wäscherei, sieht dem Einstieg von Rewe und dm ins Schmutzwäschegeschäft gelassen entgegen.

Ob die Zukunft rosig ist, weiß niemand: Aber Inge Schmidt-Mayr, Inhaberin der gleichnamigen Wäscherei, sieht dem Einstieg von Rewe und dm ins Schmutzwäschegeschäft gelassen entgegen.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Auch wenn Rewe und „dm“ künftig schmutzige Wäsche waschen: Hiesige Betriebe sehen dem Ganzen entspannt entgegen. Sie setzen weiter auf Qualität.

Veränderungen müssen nicht gleich das Aus für ganzen Branchen bedeuten. Das gilt auch für Wäschereien, die sich demnächst verstärkt der Konkurrenz durch einen Waschservice in Rewe-Supermärkten oder durch die Drogeriemarktkette dm ausgesetzt sehen. In den Bottroper Wäschereien und Reinigungen, die zum Teil auch mit Schneidereien zusammenarbeiten, sieht man der angekündigten Schmutzwäscheoffensive durch die beiden Ketten recht gelassen entgegen.

Martina Spieß, die 2013 den eingesessenen Betrieb „Fischer’s Kleiderpflege“ an der Horster Straße von ihrer Schwiegermutter übernahm, sieht den neuen Anbietern ganz entspannt entgegen. „Wir setzen auf Qualität, die sich vor allem auch in einer guten Fachberatung ausdrückt“, so die Inhaberin. Ein Problem sieht sie bei den neuen Angeboten eher in der Beratung. Genauer gesagt: In der wohl fehlenden Beratung. „Denn wie soll eine Verkäuferin bei Rewe oder dm den Kunden etwas über das richtige Pflege- oder Waschmittel, die Spezialbehandlung von hochwertiger Kleidung, Tischwäsche oder Oberhemden erzählen können, das ist doch gar nicht die Aufgabe von Personal in einem Supermarkt“, so Martina Spieß. An einen heißen Preiskampf glaubt sie nicht. Bei Oberhemden sei die Grenze der Wirtschaftlichkeit längst erreicht.

Fachbetriebe stehen für Qualität

Ähnlich sieht das auch Inge Schmidt-Mayr, seit 25 Inhaberin der gleichnamigen Wäscherei und Heißmangel an der Gildestraße in der Stadtmitte. „Ich schaue dem Vorstoß der beiden Ketten ganz gelassen entgegen, wir haben in den letzten Jahrzehnten schon so viele neue Modellansätze in unserer Branche kommen und gehen sehen.“ Und letztlich seien diejenigen, die waschen und bügeln lassen oder eine Spezialbehandlung für hochwertige Textilien oder Gardinen benötigen immer wieder zu den Fachbetrieben zurück gekehrt.

Qualität in Beratung und Pflege oder langjähriges Fachwissen könne man sich nicht einfach in einem Crash-Kurs erwerben. Und was den Service angeht: „Wir haben auch Annahmestellen in ganz Bottrop, zum Teil in Änderungsschneidereien, und holen und bringen die Wäsche so zu den Kundinnen und Kunden“, sagt Inge Schmidt-Mayr. Sogar sonntags sei sie oft im Einsatz. Dann fährt sie Tisch- oder Bettwäsche zu den Großkunden. Rund 40 Restaurants oder Hotels in Bottrop und der näheren Umgebung gehörten dazu. Das Rückgrat bildeten aber zu fast 90 Prozent die privaten Stammkunden. Denn von ein oder zwei Großkunden abhängig sein, das möchte die 53-Jährige keinesfalls.

Viele Hol- oder Bringdienste seien im Wäschereibereich unterwegs - viele davon schon Geschichte, sagt Inge Schmidt-Mayr. Es gab vor längerer Zeit einen Holländer, das das versucht habe, Miele sei eingestiegen, alles nicht von Dauer, so die Bottroperin. Auch „WaschMal“ in Köln, das, ebenfalls mit Miele im Hintergrund, anscheinend so etwas wie die Blaupause für Rewe und dm sein soll, habe schon Kritik einstecken müssen. Und das Logistikprojekt Louise in Bottrop habe beispielsweise im Bereich der Wäschereien bislang keinen durchschlagenden Erfolg verzeichnen können. Fazit: Zumindest eingesessene Bottroper Fachbetriebe der Branche sehen der möglichen Waschkonkurrenz äußerst gelassen entgegen.

Dienstleistungen am Ort nutzen

Die Zahl der Wäscherein und Reinigungen ist im Bundestrend, aber auch in Bottrop, rückläufig. Die eingesessenen Betriebe haben aber weiterhin ihre Stammkundschaft und setzen auf Qualität.

Fast alle bieten einen unterschiedlich organisierten Bring- und Holdienst für ihre Kunden an. Vor allem der Deutsche Textilreinigungsverband (DTV) plädiert dafür, allein schon aus Umweltschutzgründen Dienstleistungen am Ort zu nutzen.

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