Ausstellung

Künstlerbund setzt ganz auf Schwarz-Weiß

Paul Schulte ist mit klassischer Akt-Fotografie aber auch Skulpturen aus dem 3D-Drucker vertreten.

Paul Schulte ist mit klassischer Akt-Fotografie aber auch Skulpturen aus dem 3D-Drucker vertreten.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.  27 Kunstschafende zeigen ab 2. März im Kulturzentrum Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Fotografie und Skulptur. Gelungene Präsentation.

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Weniger ist manchmal mehr: Dieser Satz könnte fast als Motto über der neuen Ausstellung des Künstlerbundes Bottrop stehen, die heute Abend im Kulturzentrum eröffnet wird.

Das Thema: „Schwarz-Weiß“. Die Umsetzung: So vielgestaltig, wie die 27 beteiligten Künstlerpersönlichkeiten, von denen nicht wenige erstmals so ganz farblos daherkommen. „Für mich war es schon eine Umstellung, ganz auf Farbe zu verzichten“, sagt Agnes Fockenberg, die sonst in dieser Beziehung eher in die Vollen greift. Ihre zweiteilige Arbeit „Kohlenpott - war einmal“ lässt doch mit ihrer starken Linienführung und den Kontrasten die Erinnerung an andere arbeiten aus ihrem Atelier wach werden.

Auch Künstlerbund-Vorsitzende Irmelin Sansen geht teilweise neue Wege. Wo sie sonst auf Fresko-Technik setzt, kombiniert und häufig erdige Farben dominieren, sind jetzt Bilder - wie immer ohne Titel - nur in Acryl und Pigmenten zu sehen. Schwarz, Weiß, Grau: Auf den ersten Blick ruhig, doch voller Spannung.

Odile Meier-Dusol zeigt „5 Nuancen in Grau“, gegeneinander gesetzte kleinere Flächen, die doch in Beziehung zu treten scheinen. Irgendwann verrät sie doch ihre ironische Anspielung an den aktuellen Film Fifty Shades of Grey...

Wirkungsvolle Hängung

Wohltuend erweist sich die von Katrin Reck einfühlsam und wirkungsvoll gehängte Schau gleich beim Betreten des Kulturzentrums. Wo sonst oft künstlerische Arbeiten gegen den eigentlich für Ausstellungen schwierigen Raum „kämpfen“, scheinen sich diese Arbeiten teilweise sogar organisch in ihr temporäres Umfeld einzufügen.

Bemerkenswert wird dies im Obergeschoss. Dort liegen zwei Skulpturen von Gabi Wieschenkemper und Guido Berndsen wie glasierte, schwarz-weiße Findlinge auf dem stark gemusterten historischen Fliesenboden, der sonst für viele Künstler eine Angstzone darstellt. Aber selbst die reduzierten fotografischen Arbeiten von Petra Lamers und Thomas Eickholt erhalten in dieser Umgebung und dank reduzierter Hängung - fünf Werke haben die riesige Wand für sich allein - den Raum zum „atmen“.

Sieben der beteiligten Künstler arbeiten im Bereich Fotografie. Paul Schulte beispielsweise zeigt den ganz klassischen weiblichen Akt, überrascht aber auch durch zwei kleine Skulpturen - aus dem 3D-Drucker. Für ihn eine Premiere.

Die fünf Kojen im schmalen Flur bergen teilweise Überraschungen. Dazu gehört sicherlich Michael Kaprols eigenwilliger fotografischer Abgesang auf den Bergbau - mit umwölktem Fördergerüst, zwei Tauben auf den Todesanzeigen einer Zeitung oder Knappen in der Kirche. Neues zeigt Kulturpreisträger Werner Jelinek: Vier kleine Arbeiten aus lauter Punkten treiben diesen nuancenreich und filigran förmlich auf die Spitze. Über allem wacht gleich am Anfang ein großer schwarzer Elefant - von Reinhard Wieczorek.

Eröffnung am Freitagabend

Die Ausstellung „Schwarz-Weiß“ des Künstlerbundes ist ab Freitag bis einschließlich 7. April im Kulturzentrum, Blumenstraße 12-14 zu sehen. Die Eröffnung beginnt am Freitag, 2. März um 19 Uhr. Der Essener Galerist Dr. Johannes von Geymüller gibt eine Einführung in die Schau mit den Arbeiten von 27 Künstlerinnen und Künstlern.

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