Technik

Laternen werden auch in Bottrop zu Ladesäulen für E-Autos

Foto: Ubitricity

Bottrop.   Der örtliche Stromversorger Emscher Lippe Energie denkt an einen ersten Test. Im Herbst oder Winter könnte der Versuch starten. Doch längst nicht jede Leuchte vor der Haustür kann zu so einer Stromtankstelle werden.

Laternen als Ladesäulen für Elektroautos gibt es womöglich bald auch in Bottrop. „Es kann durchaus sein, dass wir in den nächsten Monaten einen ersten Musterpunkt einrichten werden“, sagte Peter Efing, Sprecher des Energieversorgers Emscher Lippe Energie (ELE). Im Herbst oder Winter könne es soweit sein, sagte er.

Die ELE und die Stadt seien in Kontakt mit dem Berliner Energiedienstleister Ubitricitiy, der Straßenlaternen mit seinen Ladegeräten zu Stromtankstellen aufrüsten will. „Wir haben mit Ubitricity schon darüber gesprochen und wollen diese Technik auf ihre Nutzbarkeit im Alltag testen“, sagte Efing.

Wie die WAZ berichtete, will das Start-Up-Unternehmen Ubitricity in Berlin gut 100 Straßenleuchten und bald überall im Land Laternen zu Ladesäulen machen. Auch in Leipzig entwickeln Wissenschaftler der Hochschule für Technik ein neues Ladesystem für Laternen. Sie wollen noch dieses Jahr zunächst eine Straße damit ausrüsten und irgendwann die ganze Stadt.

Steckdose im Leuchtenmast

Das Berliner Start-Up-Unternehmen baut in die Laternen im Prinzip Steckdosen ein, an denen Elektro-Autofahrer ihre Wagen aufladen können. Abgerechnet wird die Tankladung mit einer Mischung aus Stromzähler und Smartphone per Mobilfunk. „De facto ist nicht jede Straßenlaterne dafür geeignet. Ob genug Strom fürs Aufladen ankommt, muss man an jeder Laterne erst einzeln prüfen“, erklärt ELE-Sprecher Efing. „Man kann also nicht versprechen: Leute sucht Euch eine Laterne aus, an der ihr euer Fahrzeug laden wollt. So wird das nicht gehen“, sagte Efing.

Gerade weil das Vorhaben in Berlin aber so einfach klingt, weckte es auch in Bottrop längst Neugierde. So kam im Stadtrat die Frage auf, ob die vielen Straßenlaternen in der Stadt nicht auch zu Ladesäulen für Elektrofahrzeuge werden können, und Innovation City-Sprecher Rüdiger Schumann sagte: „Für uns ist das Projekt sehr spannend.“ Denn bisher gibt es in Bottrop gerade einmal acht öffentlich zugängliche Ladestationen -allerdings auch erst acht zugelassene Elektro-Autos.

Eine Option für Laternenparker

„Das ist sicher nicht der große Wurf, mit dem Elektromobilität zum Durchbruch gelangen könnte“, ordnet ELE-Sprecher Efing das Ubitricity-Projekt ein, doch er betont: „Es ist eine Option“. Denn es spricht die vielen Laternenparker an, die sonst erst eine der wenigen Ladestationen ansteuern müssten. An einer Laterne in der Nähe ihrer Wohnung könnten sie aber bald womöglich ihre E-Autos so einfach aufladen wie es sonst nur Garagenbesitzer an der Steckdose in ihrer Garage können. Allerdings: Anders als an modernen Schnellladestation können Laternenparker ihre Fahrzeuge an den dafür geeigneten Leuchten nur in sechs bis acht Stunden über Nacht aufladen.

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