Soziales Engagement

Wanderer Michael Zolna verlängert Spendenaktion fürs Hospiz

Ankunft am Ziel: Nach 150 Kilometern und 200.000 Schritten auf der Via Regia hat Michael Zolna Mitte August Leipzig erreicht. Die Spendenaktion fürs Hospiz läuft aber noch bis Ende September.

Ankunft am Ziel: Nach 150 Kilometern und 200.000 Schritten auf der Via Regia hat Michael Zolna Mitte August Leipzig erreicht. Die Spendenaktion fürs Hospiz läuft aber noch bis Ende September.

Foto: Michael Zolna

Bottrop.  Mit 200.000 Schritten auf der Via Regia hat Michael Zolna nicht nur Unterstützung fürs Bottroper Hospiz eingeworben. Er lernte auch Gelassenheit.

Micha lief – für ein Lächeln: Von seiner einwöchigen Tour auf dem ökumenischen Pilgerweg Via Regia ist Michael Zolna längst zurückgekehrt. Seine damit verbundene Spendensammlung für das Bottroper Hospiz aber hat der Grafenwälder in die Verlängerung geschickt: Noch bis Ende September kann jeder die Aktion „Micha läuft. Für ein Lächeln“ finanziell unterstützen. „Ich hoffe am Ende auf eine vierstellige Summe“, sagt er.

Durch die Aufmerksamkeit, die der 39-Jährige mit seiner Aktion auch über die sozialen Netzwerke erreichte, sind bislang 850 Euro für das Hospiz zusammen gekommen. „Wenn man schon so nah an den 1000 Euro ist, dann hätte man die auch gerne“, hofft Michael Zolna nun auf weitere Gaben.

Er selbst hat seinen Teil zur Spendensumme beigetragen. Und während seines Fußmarsches von Königsbrück in der Oberlausitz nach Leipzig zum Beispiel in Gästebüchern auf die Spendenaktion hingewiesen und seine Karten hinterlegt.

Gelassenheit gelernt

So dienten die insgesamt 150 gelaufenen Kilometer, die 200.000 gemachten Schritte seinem sozialen Engagement für eine Einrichtung, deren Arbeit er als wichtig und wertvoll lobt. Die Tour bereicherte Michael Zolna aber auch persönlich. Von Tag zu Tag lernte er, gelassener an die kommenden Herausforderungen, ja ans Leben heranzugehen. „Das ist die wichtigste Erkenntnis, die ich gerne mit in den Alltag nehme: Dass ich nicht alles zerdenke und mit den Umständen hadere.“

Vielmehr könne man oftmals ruhig etwas Zeit ins Land gehen lassen und gucken, was passiert. „Vieles wird sich finden.“

Spartanisches Armenhaus als Unterkunft

Der Grafenwälder nennt dafür beispielhaft Episoden von seiner Tour. „Meine erste Unterkunft war ein spartanisches Armenhaus von 1826, nur mit Tisch und Strohbett.“ Den Obulus für die Übernachtung sollte er einfach liegen lassen, denn sein Pilgervater meinte: „Über Geld sprechen wir hier nicht.“

Doch im Zuge seiner Aufregung vergaß Zolna die Spende. „Ich habe mir dann einen Kopf gemacht, wie er an sein Geld kommt im Nachhinein.“ Und während ihn noch das schlechte Gewissen plagte, erreichte er nach ein paar Schritten ein Postamt. Plötzlich lag die Lösung auf der Hand.

Plötzlich stand er an einer Autobahnauffahrt

Oder dies: „Einmal habe ich mich krass verlaufen, stand plötzlich an einer Autobahnauffahrt und musste irgendwie querfeldein weiter. Über die Elbe kam ich nach Riesa.“ Die Station war eigentlich nicht geplant. Aber alles wurde gut: „Ich habe mir dort nette Stunden gemacht und wurde für meine Qualen belohnt.“

Schließlich – und kurz vor Schluss von einer Freundin begleitet – in Leipzig angekommen, verbrachte er dort Zeit „mit besonderen Menschen, die ich definitiv häufiger sehen muss“, wie Michael Zolna in seinem Etappenbericht auf seiner Facebook-Seite schreibt.

Inzwischen sagt er: „Ich wäre gerne weiter gelaufen. Wenn ich so etwas noch einmal mache, dann über einen längeren Zeitraum.“ Und: Losziehen würde er beim nächsten Mal mit leichterem Gepäck. „Ich hatte zu viel Proviant dabei. Dabei hätte ich mir ums Essen im Vorfeld auch keine Sorgen machen müssen.“

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