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17 Tipps zum Überleben mit dem Pubertier

Die Pubertät ist eine aufregende Zeit. Die Experten aus Dinslaken helfen Eltern, mit ihren Kindern umzugehen. Foto:Karl Dittrich

Foto: DITTRICH, Karl

Die Pubertät ist eine aufregende Zeit. Die Experten aus Dinslaken helfen Eltern, mit ihren Kindern umzugehen. Foto:Karl Dittrich Foto: DITTRICH, Karl

Dinslaken.   Experten der Dinslakener Beratungsstelle für Kinder, Eltern und Jugendliche geben Ratschläge zum Umgang mit Teenies. Kurs startet im November.

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Himmelhochjauchzend und im nächsten Augenblick zu Tode betrübt, sperrig und seltsam schwerhörig sind sie mitunter, die lieben Kleinen, wenn sie in der Pubertät sind. Für alle Beteiligten eine aufregende Zeit. Ein Elternkurs der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder des Kreises Wesel in Dinslaken beschäftigt sich mit dem Thema Pubertät. Titel: „Sprech ich eigentlich mit der Wand?“

Wir haben die Kursleiter Manuela Schönhoff (Diplom-Sozialpädagogin und System- und Familientherapeutin) und Jan-Joscha Hegemann (Sozialarbeiter und Sozialpädagoge) nach Tipps zum Umgang mit Pubertieren gefragt. Hier sind zehn grundsätzliche und sieben Überlebenstipps für den Ernstfall.

Grundsätzliche Verhaltensweisen

1 Rebellion und Reibung sind Teile des Erwachsenwerdens und notwendiger Entwicklungsprozesse. Totale Harmonie ist kein Ziel.

2 Behandeln Sie Ihr Kind mit Höflichkeit und Respekt. Man lernt am besten an Vorbildern.

3 Interessieren Sie sich für die Gedanken, Meinungen, Ideen, Zukunftspläne und Träume Ihres Kindes. Nehmen Sie diese ernst und zeigen Sie Anteilnahme. Zwingen Sie nicht Ihre eigenen Vorstellungen auf.

4 Ermutigen Sie Ihr Kind dazu, auch Ihnen kritische Rückmeldungen zu geben. Hören Sie geduldig zu und ermöglichen Sie einen sachlichen Austausch.

5 Zeigen Sie Wertschätzung vor allem für Persönlichkeitsentwicklungen und nicht nur für Erfolge und Leistungen.

6 Schaffen Sie Gelegenheiten für entspannte und „informelle“ Gesprächssituationen nebenbei. Üben Sie keinen Gesprächsdruck aus, aber signalisieren Sie, dass Sie ein offenes Ohr haben. Halten Sie trotzdem regelmäßig einen „offiziellen“ Familienrat ab, um Grundsatzfragen, Missstimmungen, Regeln, neue Ideen zu besprechen.

7 In Grundsatzgesprächen und Klärungen sollten immer auch positive Dinge benannt und herausgestellt werden. Denken Sie ressourcen- und lösungsorientiert. Vermeiden Sie das Zeigen negativer Erwartungshaltungen, da dies zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen führen kann.

8 Zeigen Sie als Eltern Ihren Kindern gegenüber Geschlossenheit, auch wenn Sie sich mal nicht einig sind. Unterschiedliche Auffassungen in einzelnen Punkten sind normal und sollten nicht verleugnet werden. Zeigen Sie Ihrem Kind aber, dass Sie trotzdem in der Lage sind, sich auf bestimmte Regeln zu einigen und festzulegen.

9 Helfen Sie Ihrem Kind nicht zu schnell aus der Patsche – weder bei sozialen noch bei finanziellen Missgeschicken. Sie müssen lernen, selbst die Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.

10 Entwickeln Sie eigene Interessen und Schutzräume! Ihr Kind muss erfahren, dass Sie nicht nur Mutter oder Vater sind, sondern auch noch ein Leben und viele Rollen jenseits der Elternschaft haben.

„Überlebenstipps“

11 Zuhören, verhandeln, sich notfalls durchsetzen. Klarer Stand und klare Rede: Deutliches Absprechen, evtl. schriftliches Festlegen von Pflichten und Tätigkeiten.

12 Beim Streit immer im Hier und Jetzt bleiben. Keine Generalisierungen und Extremadverbien wie „immer“ oder „nie“. Wertungen und Etikettierungen vermeiden.

13 Reden Sie direkt und höflich konfrontativ. Seien Sie authentisch.

14 Lassen Sie sich durch Launen nicht verunsichern oder aus der Fassung bringen. Geben Sie Rückmeldungen über die Wirkung und setzen Sie für sich persönliche Grenzen und Konsequenzen.

15 Bei drohenden Eskalationen den Blickkontakt wegnehmen, Stimme senken, sich um Sachlichkeit und Lockerung bemühen!

16 Kein verbales Aufarbeiten unmittelbar nach der Eskalation. Stattdessen eine spätere Klärung verabreden.

17 Je mehr Humor und Selbstironie entwickelt werden können, desto besser.

>>DER ELTERN-KURS

Damit Eltern ihre Kinder beim Erwachsenwerden besser begleiten können, bietet die Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder in Dinslaken diesen Elternkurs an. Den Eltern soll geholfen werden, notwendige Abgrenzungsprozesse der Jugendlichen besser zu verstehen und nach gemeinsamen Problemlösungen zu suchen. Ziel ist, sowohl allgemeine Informationen über die Pubertät, das Jugendalter und mögliche Probleme zu vermitteln als auch konkrete individuelle Hilfen und Tipps für den erzieherischen Alltag zu entwickeln.

Der kostenlose Kurs findet an drei Donnerstagen (9., 16. und 23. November), 9-11.30 Uhr in der Beratungsstelle statt (Hans-Böckler-Str. 9). Infos und Anmeldung: 02064/39930 oder per Mail an eb-dinslaken@kreis.wesel.de.

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