Fridays for Future

200 Bürger bei „Fridays for Future“-Demo in Dinslaken

Die „Fridays for Future“-Kundgebung vor dem Dinslakener Rathaus mobilisierte auch viele Erwachsene.

Die „Fridays for Future“-Kundgebung vor dem Dinslakener Rathaus mobilisierte auch viele Erwachsene.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Obwohl die „Fridays for Future“-Demo nach Schulschluss begann, kamen mehr Erwachsene als Jugendliche. Die „Fridays“ haben dafür eine Erklärung.

„Unser Klima hat mehr Defizite als unsere Zeugnisse“ klagte ein Plakat vor dem Dinslakener Rathaus an. „Fridays for Future“ hatten zur Demo aufgerufen. Gekommen sind etwa 200 Menschen – ein großer Teil allerdings trotz Demo-Beginns nach Schulschluss eher im „Parents for Future“-Alter. Aufgrund der derzeitigen Klausurphase könnte der eine oder andere Jugendliche fehlen, vermutet Vincent von „Fridays for Future“ Dinslaken. Schließlich sollen die Zeugnisse in Sachen Defizit nicht aufholen.

Kundgebung unter Corona-Bedingungen

Vincent freute sich dennoch über den generationsübergreifenden Zuspruch. Im Sommer, bei der ersten Veranstaltung seit Corona, waren nur 50 Demonstranten dabei. Die Bedingungen waren ähnlich wie im Juli: Kein Demozug durch die Innenstadt, dafür eine Kundgebung vor dem Rathaus, ein Stand, um Last-Minute-Plakate anzufertigen und wiederverwendbare Blumentöpfe mit Bio-Erde und Samen darin, die die Abstände auf der Stadtpark-Wiese markierten und nach der Veranstaltung mitgenommen werden konnten. Bis dahin dauerte es aber gut zwei Stunden.

Denn die FFF-Organisatoren hatten ein größeres Programm als bisher auf die Beine gestellt. Cesare Siglarski und die junge Dinslakener Songwriterin Clara Schwarz machten Musik. Die jungen Redner appellierten an die Zuhörer. Zwar sei die Corona-Krise in vieler Augen derzeit präsenter als die Klimakrise. Das bedeute aber nicht, dass die Bedrohung geringer sei.

„Es hat sich nichts verbessert“

„Ich könnte tragischerweise fast meine Rede von vor zwei Monaten, von vor einem halben Jahr oder von vor einem Jahr halten“, begann die zwölfjährige Zoe ihre Ausführungen, „denn alles ist noch aktuell. Es hat sich nichts verbessert.“ Die CO2-Emissionen steigen, die Ereignisse, die auf den Klimawandel zurückzuführen seien, hätten sich in den vergangenen Monaten gehäuft. Bis 2050 könnten 31 Länder unbewohnbar sein, zitierte sie eine Studie: „Zur Erinnerung: Das sind nur noch 30 Jahre.“ An den Umweltschutz vor Ort erinnerte Zoe ebenso wie Aktive der Bürgerinitiative Gewerbegebiet Hiesfeld/Barmingholten.

Fragen an die Bürgermeisterkandidaten

Der Logistikpark Barmingholten war auch eines der Themen bei den abschließenden Fragen an die Bürgermeisterkandidaten Michael Heidinger (SPD, Amtsinhaber) und Michaela Eislöffel (Herausforderin, parteilos). Anwohner nutzten die Gelegenheit, ihren Unmut über die Planungen auszudrücken. Die versprochenen Ausgleichsflächen für das geplante Industrie- und Gewerbegebiet waren ihnen wenig Trost.

Über die Qualität des ÖPNV beklagten sich die „Fridays“-Aktiven: Die Frequenzen seien verbesserungswürdig, die Busse überfüllt, die Preise zu hoch. Weitere Themen: die Waldbrände in Kalifornien, das Holzenergiezentrum, die Frage, wann Dinslaken den Klimanotstand ausruft. Das geschehe erst dann, da waren sich beide Kandidaten einig, wenn der Stadtrat dafür stimmt. Denn das könne, so Michaela Eislöffel, der Bürgermeister nicht alleine entscheiden. Egal, wer das nach der Wahl ist.

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