Lepramarsch

38.Lepramarsch in Dinslaken: Informieren und Spenden sammeln

Beim 38. Lepramarsch durch Dinslaken nahmen auch viele Kinder und Jugendliche teil.

Beim 38. Lepramarsch durch Dinslaken nahmen auch viele Kinder und Jugendliche teil.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Dinslaken.   Beim 38. Lepramarsch durch Dinslaken informierten Teilnehmer wieder über die Lepra und sammelten Spenden – diesmal für Karakalpakstan.

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„Gemeinsam gegen Lepra“ und „Lepra ist heilbar“ stand groß auf den Plakaten, die die Messdiener von St. Jacobus und Heilig Geist hochhielten und mit denen sie zusammen mit anderen Engagierten und Interessierten an diesem Samstag durch die Innenstadt zogen. Sie sammelten Spenden und klärten über die Krankheit auf.

Der Erlös des diesjährigen Lepramarsches ist für Karakalpakstan vorgesehen (die NRZ berichtete). „Ich liebe alle Menschen, jedes Leben ist wichtig und schützenswert“, erklärte Lepramarsch-Initiatorin Dr. Romana Drabik ihre Motivation. Sie ist Mentorin für den jährlich stattfindenden Marsch und kümmert sich intensiv um die Bekämpfung der Krankheit.

WHO hat die Lepra bereits als ausgerottet erklärt

Dieses Jahr führte sie unter anderem eine epidemiologische Expedition im kleinen Land am Aralsee durch und erzielte dort große Veränderungen im Kampf gegen die Seuche. „Dinslakener sind die einzigen, die dorthin Hilfe brachten“, sagt Drabik. Immer noch würden viele Erkrankte als Aussätzige behandelt, dabei ist die Krankheit seit 36 Jahren heilbar. Es herrschten Vorurteile wie im Mittelalter, als erkrankte Menschen verachtet und sozial isoliert wurden, findet Romana Drabik. Hinzu käme, dass viele Ärzte in ihrer Ausbildung nicht mehr über Lepra aufgeklärt würden und somit auch nicht erkennen könnten, wenn jemand betroffen sei.

„Lepra wurde von der WHO bereits als ausgerottet erklärt“, berichtet Monika Huesmann, selbst sehr engagiert im Kampf gegen die Lepra und langjährige Freundin von Drabik. Doch es gebe 200 000 Neuerkrankungen pro Jahr und noch Millionen Verstümmelte.

Drabik will mehr Bewusstsein für die Krankheit schaffen

Wird die Krankheit in einem frühen Stadion erkannt, ist sie innerhalb von sechs Monaten mit Tabletten heilbar und die Verkrüppelung der Gliedmaße lässt sich aufhalten. Später dauert der Heilungsprozess bis zu zwei Jahre. „Nur fünf Prozent der Menschheit können überhaupt an Lepra erkranken, 95 Prozent sind dagegen immun. Allerdings wissen das die wenigsten Leute“, erzählt Huesmann. „Durch bloßen Hautkontakt steckt sich niemand an, Lepra ist eine Tröpfcheninfektion.“ Romana Drabik reist vor allem durch die Ostdeutschen Länder und spricht an Universitäten, um wieder mehr Bewusstsein für die Krankheit zu schaffen.

Die Dinslakener Marschgruppe zog vom Kirchplatz von St. Vincentius durch die Duisburger Straße zur Neustraße bis zum Neutorplatz. Dort werden sie seit drei Jahren von der Trommlergruppe „Sijambo“ empfangen, die einige ihrer Stücke vortrugen und für noch mehr Aufmerksamkeit sorgten. Anschließend ging es zurück zum Johannahaus, wo es traditionell Eis und Schnittchen gab. Im Johannahaus gab es auch noch die Möglichkeit, Lichtbilder zu sehen und weitere Informationen über die Arbeit des Lepra-Tuberkulose-Vereins zu bekommen. „Schön, dass auch so viele Kinder und Jugendliche dabei sind“, freute sich Pastor Kalscheur: „Ihr seid unsere Hoffnungsträger für die Zukunft.“

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